Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1876)
- Date
- 1876-03-21
- Page
- Seite 194 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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194 folgende Geschichte: „Eine Schulschwester hat in der Mädchenschule des Staizerhofes am 14. Februar in der Gefchichtsstunde Folgenves vorgetragen: „Bekanntlich ist den Israeliten nach ihrem Tode der Eintritt in das Himmelreich nicht erlaubt. Einmal gelang es jevoch einem Solchen, durch vieles Bitten und Zureden den heiligen Petrus zu erweichen, so Laß er ihm die Himmelspforte öffnete. Darob herrschte großer Aufruhr unter den Engeln, und sie suchten den Juden auf jede mögliche Weise aus dem Himmel zu entfernen, was ihnen jedoch nicht so bald gelang. Einmal flogen die Engel hinaus, bliesen draußen Posaunen und machten solchen Lärm, daß der Jude bestürzt schrie: „Wos is, wos is, wos is?!" Auf die Antwort der Engel, daß draußen eine Licitation sei, stürzte der Jude stracks hinaus, und sofort flogen die Engel zurück und schlugen dem Juden die Thüre vor der Nase zu." Das citirte Blatt bemerkt mit Recht hierzu: „Unter den Schülerinnen jener Claffe befinden sich auch einige Mädchen mosaischen Glaubens. Die Schulaufsichtsorgane sollten gegen diese unzurechnungsfähige Lehrerin die Disciplinaruntersuchung einleiten und das Ergebniß derselben veröffentlichen. Die Eltern der katholischen Kinder wollen erfahren, ob ihre Töchter auch ferner dem entsittlichenden Einfluß solcher roher Anekdoten preisgegeben bleiben oder nicht." Nun, dies ist in Graz, dem Hauptorte von Stehermark — wie aber in Berlin? Die Zeitungen brachten jüngst Aeußerungen zweier städtischen Lehrer, gegen welche die kindische Erzählung der Steyer'scher Schulschwester nur sehr blaß erscheint. Wir wollen dieses Blatt nicht mit der Wiedergabe beflecken, und haben schon gemeldet, daß der Magistrat eine Untersuchung angeordnet hat. Anzeigen. Prediger Bacauz. Die jüdische Gemeinde in Williamsburg sucht einen Prediger und Rabbiner zu engagiren; einen jungen Mann, welcher gediegenes Wiffen mir malerischer Begabung verbindet, der Schule der gemäßigten Reform angehörend. Vorläufiger Gehalt $ 2000. Applicationen, begleitet von einschlagenden Zeugnissen sind zu richten an Sigismund Kaufmann, 39 Nassau Street, N. 2). Die circa 30 Mitglieder zählende Gemeinde einer großen Stadt Thüringens wünscht ihre Lehrer- und Borbeterstelle neu zu besetzen. Gehalt 1800 Mark ohne nicht unwesentlichen Nebeneinkünsten. Bedingungen sind: gutes, sittliches und religiöses Vorleben, angenehme, geübte Stimme und die Fähigkeit, einen gediegenen religiösen Vortrag zu halten. Bewerbern, die in Musik oder in fremden Sprachen bewanden sind, bietet sich bei der sehr vielen freien Zeit Gelegenheit dar, ihr Einkommen durch Erlheilung von Privatunterricht erheblich zu vergrößern. Offerten mit Angabe der bisherigen Thärigkeil, beliebe man unter Zeichen 6. L. in der Expedition dieser Zeitung niederzulegen. Die Cantor- und Schächterfielle bei der hiesigen Corporation ist sofort zu besetzen. Qualificirte Bewerber, welche so weit musikalisch gebildet, dafi sie einen Chor zu bilden u. zu leiten im Stande find, wollen unter Beifügung ihrer Zeugnisse fich bei dem Unterzeichneten melden. Die Einnahmen dieser Functionen belaufen fich außer freier Wohnung auf circa 2100 Mk. jährlich. Nur Inländer oder naturalifirte Bewerber werden berüekfichtigt. Samt er, im März 1878. vor Vorstand der jüdischen Corporation: Nathan Wall. Göppingen (Württemberg), im Febr. 1876. Die hiesige Borsängerstelle, mit welcher einschließlich der Nebeneinkünste ein Einkommen von 1800 M. verbunden ist, soll bis April d. I. mit einem seminaristisch gebildeten Manne, welcher befähigt ist, Religionsunterricht zu ertheilen, mit einem Chor u. in Begleitung eines Harmoniums vorzubeten u. den Schächterdienst zu versehen, besetzt werden. Portosteie Meldungen mit Zeugnissen belegt, sind in Bälde zu richten an das israelit. Kirchenvorfteheraurt. Wir suchen zum 1. Oktober d. Z. einen geübten Borbeter und Schächter, der zugleich p'a sein muß. Fester Gehalt 000 M. p. a. Nebeueinkommen durch die rwrnc circa 450 M., außerdem noch sonstige Revenuen. — Nur mit besten Zeugnissen versehene Bewerber, werden berücksichtigt u. Reisekosten nur dem Gewählten vergütet. Meldungen beim uuterzeichueteu Vorstand. Cottbus i/Laufitz, im März 1876. Der Vorstand der Synagogen- Gemeinde. Da unser Cultusbeamter sich zu verheirachen gedenkt uud wir dessen Glück nicht stören wollen, wird die hiesige Religionslehrer, Vorbet. u. Schächterstelle vacanl und ist dieselbe sofort zu besetzen. Unverheirathete Bewerber belieben sich baldigst bei dem Borstande zu melden. Lübz in Mecklenburg, im März 1876._ Ein junger Mann, der schon längere Zeit in einem Manusacturu. Herrengarderoben-Geschäste als Verkäufer thätig war, sucht ähnliche Stellung pr. April. Gute Referenzen. Näheres bei I. Feith, Borken (Westphalen.)