Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-03-07 · Heft 10 (7.3.1876) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 10 (7.3.1876)
Date
1876-03-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3227069-3227080--34271-3304130
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

eineine Zeitung des Iu-mlhums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 vis 21/. Bogen. Preis Vierteljährig 3 Mark. “ Inserate werde» mit 20 'Bifür die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchbandlunge». Postämter und Zeitung« - Expeditione» nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhaudluug in Leipzig. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an I>r. t. JJtjilippfon in Bonn: binfichtlich des Bezugs und der Inserate an Saumgärtuer' s Luchhaadlanq inLeivzig. Jaleratk, welcde bis vonner»- tag cingeben, finden inder darauffolgende» Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 40. Jahrgang. Leipzig, den 7. März 1876. J\? 10. 3»halt. Leitende Artikel: Der UltranwntanismuS im Niedergang. II. — Der rumänische Handelsvertrag im österreichischen Reichsrathe. I. — Die Perfassung der jüdischen Gemeinden in Preußen. II. — Einiges 'über die Psalmen. IV. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, Coblcnz, Aus Schlesien, Fürth. — Oesterreich Ungarn: Wien. — Amerika: Ncw-Haven (Connecticut). — Feuilleton: Das Schilfmccr (rpo-3"'). J3eiteiu)e (ftxhUcf. Bonn, 1. März. Der Mramontanismus im Niedergang. II. Unter dieser Ueberschrift hatten wir zum Beginn dieses Jahrgangs (Nr. 1) unsre Ansicht über den gegenwärtigen Stand des sg. Culturkampfes ausgesprochen. Die Gesichtspunkte, aus welchen wir uns zu diesen Auslasiungen veranlaßt sahen, setzten wir auseinander, und bitten wir dort nachzulesen, um auch heute jeder Zweideutigkeit aus dem Wege zu gehen. Wir fügen heute derselben Ueberschrift eine II hinzu, weil wir hoffen, daß die Ereigniffe ermöglichen werden, noch mehrere Nummern unter dieser Rubrik bringen zu können, zum Heile der Welt und zum Nutzen des Katholicismus. Wir hatten damals gesagt, daß der Ultramontanismus seine Schlacht in Deutschland verloren habe, und was seitdem geschehen, hat dies - nur bestätigt. Nachdem wir dann einige andere europäische Staaten in Betracht gezogen, fuhren wir fort: „Es bleibt der römischen Hierarchie in der Gegenwart nur Frankreich übrig, das sie für den Hort des Papflthums und für den zukünftigen Ausgangspunkt seiner Universalherrschaft ausgiebt und lobpreist." Wir meinten jedoch, „daß auch Frankreich ihr nur geringe Bürgschaft für die Dauerhaftigkeit ihrer Erfolge und noch weniger sichere Aussichten, von Frankreich aus aggressiv vorzugehen bietet. Auf einem von den entgegengesetztesten Parteien so durchwühlten Boden ist ein Aufbau, noch dazu ein kühner und hochaufstrebender, ohne festes Fundament, und wird leicht ebenso schnell wieder verschlungen, wie er aufgerichtet worden." Nun, die Todten reiten schnell. Unsre Worte vom 29. December v. I. sind gegenwärtig bereits zur Tbatsache geworden. Die Wahlen sowohl zum Senat, als auch zum Abgeordnetenhause haben die Ohnmacht der klerikalen Partei auch für Frankreich unwiderleglich gezeigt, haben bewiesen, daß der Klerus trotz der Begünstigung seitens der bisherigen Regierung und trotz der großen in Bewegung gesetzten Maschinerie von Wallfahrten, Wundererscheinungen. Militärgeistlichkeit und Universitätsgründerei, auf das französische Polk keine Herrschaft, ja nickt einmal Einfluß besitzt, und daß demnach jede Regierungspartei, die sich auf ihn stützt, und in ihm eine kräftige Säule zu haben glaubt, zusammeubrickt. Tiefe letzte Ueberzeuguug ist von größter Wichtigkeit, und legt der hierarchischen Herrschaft in Frankreich die Axt an die Wurzel. Die Wahlen vom 29. Febr. brachten der ultramvntanen Partei die schwerste Niederlage. Tie „K. Z." berichtet: „Die rein klerikalen Eandidaten sind fast überall durchgefallen, nur da, wo die Freunde der Eurie als Bonavartisten auftraten, haben sie Erfolge gehabt. An manchen Stellen hat der Bauer erklärt, er wähle die Schützlinge Buffet's deshalb nicht, weil sie vom Klerus zu sehr empfohlen wurden. Selbst die alten Burgen des Legitimismus und Ultramontanismus sind ihren früheren Tendenzen in der merkwürdigsten Weise untreu geworden." Hierfür werden mehrfache Beispiele angeführt. Die eigentlichen Stützen des Ultramontanismus, die Legitimisten und die klerikalen Orleanisten, zählen unter den 534

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.