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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-02-22 · Heft 8 (22.2.1876) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 8 (22.2.1876)
Date
1876-02-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'Allgemeine Zeitung des Tudenthums. Ein unparteiisches Organ sür alles jüdische Jutereffe. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtaer's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 1 Mark 5 0 Pf. pro Hundert berechnet. 2a rednetionellea Anaelegercheitea wende man Ich an Dr. e. fil/ilippfoa in Bonn; hinsichtlich des Bezug« und der IwerateanSanmgärlner'» Luchdandluug inLeivzig. Inserate, welche bis Louuer»- tag eingebe», find«» inder rarauffolzeaden Rnnnner Berückfichtiguug. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis 2'/. Bogen. Preis Biertelfährig ^Mark. Inserate werden mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle «nchhMidlungen. Postämter und ZeitungS- Expeditionen nehmen Bestellungen au. 40. Jahrgang. Leipzig, den 22. Februar 1876. JS? 8. Inhalt. Leitende Artikel: Einiges über die Psalmen, l. — Literarischer Wochenbericht: Pest. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Berlin. Breslau. Bonn. Marburg, Bremen, Fürtb. — Oesterreich-Ung arn: Wien. Aus Ungarn, Ans dem südlichen Böhmen, Krakau — Rumänien: Kronstadt. — Feuilleton: Ein Bild. — Vermischtes. Stellende (5Xthf; cf. Bonn, 16. Februar. Einiges über die Psalmen. I. Der Professor an der Universität zu Straßburg vr. Eduard Reuß giebt eine französische Bibelübersetzung heraus mit Einleitung und Eommentar, von der soeben die Psalmen erschienen sind. Ueber diese letzteren giebt nun im l. Novemberheft der Kevue des deux mondes Albert Reville eine ausführliche Abhandlung, in welcher wir es mit den Ansichten des Pros. Reuß und der Darstellung des Referenten zu thun haben. Wir lassen selbstverständlich die patriotischen Tiraden des Herrn Röville über den Verlust des Elsaß bei der Frage, warum der Verfasser, der bis jetzt mit Erfolg theologische Schriften in deutscher Sprache verössentlichte, gerade jetzt als Professor an der deutschen Universität Straßburg sein Bibelwerk in französischer Sprache abfaßt, bei Seite. Uns scheint das einfache Motiv, daß es in deutscher Sprache bedeutende Bibelwerke bereits genug, in französischer nur wenige und dürftige giebt. Denn, um es schon hier zu sagen, abgesehen von der Derailsforschung namentlich in sprachlicher Beziehung, können wir einen Fortschritt für das Verständniß der Psalmen, für die Auffassung ihres Geistes und ihrer Eigenthümlichkeiten in diesem Werke nicht erkennen, und gestehen offen, daß wir Vieles bei Herder in dessen fast vor. einem Jahrhundert (1782) erschienenem „Geist der ebräischen Poesie" viel schöner, durchdachter und tiefer gefühlt finden. Auch das Resultat der Kritik ist nur ein negatives. Es versteht sich von selbst, daß, wenn man über die Psalmen spricht, von der gesammten hebräischen Poesie ausgegangen werden muß, und daß, wenn von dieser die Rede sein soll, man zunächst das Paradepferd, die semitische Race und deren geistige Befähigung, besteigen muß. Dies geschieht denn hier auch. Wir wollen die Herren in diesem Ritt nicht weiter stören, und gestatten uns nur, auf einen grellen Widerspruch wiederholt aufmerksam zu machen, in welchen sie verfallen, ohne daß sie eine Ahnung davon zu haben scheinen. Es wird wie gewöhnlich behauptet, die Hebräer wie die Semiten überhaupt hätten kein Drama und kein Epos, sondern nur eine lyrische Poesie gehabt. Nicht weit darauf wird auseinandergesetzt. daß wir in den alttestamentlichen Schriften nur einen geringen Rest des hebräischen Schriftthums besitzen, nämlich die, welche aus religiösem Gesichtspunkte zum Kanon vereinigt wurden, daß es außer diesen noch eine reiche nicht religiöse Literatur gegeben, die aber bis aus einige Andeutungen eben aus obigem Grunde verloren gegangen. Niemand kann dies bestreiten. Wird doch bereits im Pentateuch auf mehrere schon vorhandene Schriften hingewiesen. Wie ist es aber nun zu rechtfertigen, daß man bei dieser Voraussetzung einer anderweitigen reichen verloren gegangenen Literatur nun doch mit großer Bestimmtheit und Entschiedenheit auf Grund der verhältnißmäßig kleinen Sammlung im Kanon allein über den Umfang der hebräischen Poesie und daraus über die Geistesbeschaffenhett nicht blos der Hebräer, sondern aller Semiten ab-

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