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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-01-18 · Heft 3 (18.1.1876) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 3 (18.1.1876)
Date
1876-01-18
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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46 ausgerüstet worden, bemerkten wir eines, den Herrn A. M. u. I. E. Cohen in Newcastle gehörig, das den Namen „Mizpah" trägt. _ Einen lesenswerthen Aussatz „Jude und Christ" enthält Nr. 37 der von Ludwig Würkert herausgegebenen Zeitschrift „Freie Glocken". Es gereicht unsrer Zeit gerade nicht zur Ehre, daß solche, Gerechtigkeit und Menschenachtung athmende Aufsätze noch geschrieben werden müssen; allein da sie eben noch nothwendig sind, begegnen wir ihnen mit Dank und Anerkennung. Daß die katholischen Kirchenfürsten nicht immer sehr bibelfest sind, haben wir schon mehrere Male selbst an dem gegenwärtigen Papste nachzuweisen Gelegenheit gehabt, der in einer Allocution z. B. Saul und Samuel verwechselte. In diesen Tagen geschah es dem streitbaren Bischof Dupanloup von Orleans, daß er sich mit Daniel im feurigen Ofen verglich. Nun, so wenig Daniel nach der h. Schrift im feurigen Ofen war — es geschah dies bekanntlich mit Sadrach, Mesach und Abednego — ebenso wenig ist der Bischof einem Daniel gleich. Louis Veuillot setzt im Univers den Academiker und Senator Dupanloup deshalb zurecht, verfällt aber sofort selbst in einen Jrrlhum, indem er Daniel sich weigern läßt, sich vor der goldenen Bildsäule des Beel zu beugen, was wiederum nicht Daniel, der bei diesem Borgang gar nicht vorkommt, sondern die genannten drei Männer thaten. Das „R.- u. A.-Blatt von Detmold" bringt ein Derzeichniß der im Jahre 1874 in Fürstenthum Geborenen, Gestorbenen und Copulirten „mit Einschluß der Juden", eine Ueberschrift, die an den bekannten Bericht erinnert: „Verunglückt sind zwei Menschen und ein Kutscher". Das Schicksal bringt oft sonderbare Wandelungen hervor'. Dem Erzbischof von Paris ist, wie wir im Mailänder Offervatore Catolico lesen, ein kostbares Geschenk für die auf dem Montmartre dem heiligen Herzen zu errichtende Kirche gemacht worden. Bekanntlich existirt auf dem Berge Libanon noch eine kleine Anzahl jener Cedern, die als Zeitgenoffen König Salomo's und als winziger Ueberrest jener Wälder, welche das Holz zum Tempelbau in Jerusalem lieferten, in hohen Ehren gehalten worden und schon seit langer Zeit durch strenge Erläffe der maronitischen Patriarchen von jeder frevelnden Axt sichergestellt sind. Eine dieser altehrwürdigen Cedern von außerordentlicher Dimension nun wurde von einem der letzten Stürme entwurzelt, und sie ist es, die jüngst von Monsignor Debs, dem maronitischen Erzbischof von Beyrut, mit Genehmigung des Patriarchen dem Pariser Erzbischof für die Herz-Jesu-Kirche geschenkt wurde. Der Londoner „Times" vom 11. d. M. entnehmen wir die Nachricht, daß in der jüdischen Freischule daselbst eine besondere Gedächtnißfeier zu Ehren des verstorbenen Präsidenten derselben, des obenerwähnten Sir Anthony Rothschild, abgehalten wurde, bei welcher der Rev. Mr. Green die Gedachtnißrede hielt und die Verdienste des Dahingeschiedenen um die Anstalt hervorhob. Das gesammte Lehrpersonal hatte dabei tiefe Trauer angelegt; ebenso viele unter den Schülern und Schülerinnen. Unter den Anwesenden befanden sich mehrere Mitglieder der Familie Rothschild, sowie eine große Anzahl hervorragender Männer der jüdischen Gemeinde Londons. K n z e Zum 1. Mai 1876 wird die Stelle eines Llementar- und Religionslehrers, verbunden mit Vorbeteru. Schächteramt, vacant. Gehalt incl. Schächtgebühren circa 750 Reichsmark bei gänzlich freier Station. Rur unverheirathete Reffectanten wollen sich melden bei dem Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Hoya a Wcscr. Die Rabbiner- und Predigerstelle in unserer Gemeinde soll wieder besetzt werden. Hierauf Reflectirende, welche die Oualification zur rnnn rrx-nr: Nachweisen und Las akademische Triennium mit Erlangung der Doctorwürde absolvirt haben, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugniffe baldigst bei uns melden. Das festgesetzte Gehalt beträgt, außer den Nebeneinnahmen, pro anno 1500 Mark. Schwerin a/W., im Januar 1876. Der VorsiLllä der Spagogen-Gemeinde. i g e n. Die mit 1050 Mark dotirte Lehrerftelle an unserer einklasftgen öffentlichen Elementar- und Ikeligionsschule ist bald, event. am 1. April 1876 zu besetzen. Ein bedeutendes Nebeneinkommen kann auch durch Privatstuuden erzielt werden. Der anzustellende Lehrer wird sofort vocirt, und kann, wenn die von der Regierung angestrebte Simultanschule zu Stande kommt, als Communallehrer in dieselbe eintreten. Bewerber wollen sich melden beim Vorstand der Synagogen-Gemeinde Landsderg ÄS. Ein junges, siebzehnjähriges Mädchen von anständiger Familie, sucht zu ihrer weiteren Ausbildung in einer feinen Familie, wenn auch mit Geschäft verbunden, Stelle. Briefe franco A. Z. 100 postlagernd Essen.

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