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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-01-18 · Heft 3 (18.1.1876) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 3 (18.1.1876)
Date
1876-01-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in -2 dis 2*/s Bogen. Preis Vierteljährig :r 2'l?rk. Inserate werden uiil 2" Pf. für die Pctitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zcitungs Expeditionen nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In rcdactioncllen Angelegenheiten wende man sich an l>r. i‘. JJbiliBpfon in Bonn; hinsichtlich des Bezugs und der Jn^eratcan üaumgürtllkr'r rluchtiandlung inreivzig. Anleräle, welche bis Donnersj tag cingebeu. finden inder darauffolgenden Rümmer Berüctsichrigung. Beilagen werden mit t Mark »0 Ps. pro Hundert berechnet. 40. Jahrgang. Leipzig, den 18. Januar 1876. JV? 3. Inhalt. Leitende Artikel: Die Jugend der neueren Institution Deutschland und in der Schwei;. IV. — Literarischer Wockenbei Berlin. Lübeck, Magdeburg. Stuttgart. Nürnberg. — O csterreich- Historische Notizen. — Vermischtes. J?eiteiu)e (3Lx\Jkel. Bonn, 12. Januar. Die Äugend -er neueren Institutionen. Wenn aus den Artikeln, die wir jüngst über ..Moses und Aristoteles" in diesen Blättern gaben, etwas hervorging und aus der bald erscheinenden Fortsetzung immer mehr sich Herausstellen wird, so ist es, daß die politischen und socialen Ideen, welche gegenwärtig in der civilisirten Welt die Geister beherrschen, noch nicht zwei Jahrhunderte, und die diesen entsprechenden Einrichtungen des Staates und der Gesellschaft überhaupt noch nicht ein Jahrhundert alt sind. Ja, wir können mit freudigem Bewußtsein sagen, daß die Principien dieser Anschauungen und Institutionen in der mosaischen Gesetzgebung enthalten sind — aber von da bis zur neueren Zeit sind sie in der menschlichen Gesellschaft weder zum Ausdruck noch zur Verwirklichung gekommen. Die Gleichheit aller Bolksglieder in Pflicht und Recht, die durch das Gesetz geordnete persönliche Freiheit und die verfassungsmäßige Theilnahme des Volkes an Gesetzgebung, Rechtspflege und Verwaltung, in der mosaischen Gesetzgebung ausgeprägt, sind erst zu gesellschaftlichen Besitzthümern der neuern Zeit geworden. Denn wenn wir in den entwickeltsten Staaten des Alterthums und bei deffen scharfsinnigsten Denkern praktisch und theoretisch die Grundsätze finden, daß die Gesellschaft ohne Sklaventhum nicht zu bestehen vermöge, daß die Arbeit, die Industrie und der Handel in allen ihren Abstufungen unfähig machen, n. — Die Statistik der jüdi'cbcri Bcvölkeriinq im aiistcrprcußncüen icht: Aus Hessen. Bonn. — Zeitungsnachrichten: Dcinsck>land: kngarn: Wien. — G roßbritannien: London. — Feuilleton: die Rechte des Bürgers zu besitzen und auszuüben, daß Bürger sei, wer an Verwaltung und Rechtspflege theilzunehmen berechtigt, dieses Recht aber auf eine, verhältnißmäßiz kleine Anzahl durch Geburt und Stand dazu Bevorzugter beschränkt sei, alle übrigen Staatsangehörigen aber als Beisätzen sPeriöken) und Sklaven die große unberechtigte Maste bilden — wenn wir diese Grundsätze im Feudalstaate des Mittelalters unr im absolutistischen bis zur neuesten Zeit in etwas veränderter, im Grunde aber noch stärkerer Weise und Gestalt verwirklicht sehen, und rie Kirche, welche die Anschauungen der Politiker bis zur neueren Zeit beherrschte und unterstützte, jene Grundsätze als die „göttliche Ordnung" sanctionirte: so kann es nicht geleugnet werden, Daß die gegenwärtig den Staat und die Gesellschaft beherrschenden Grundsätze erst in der Neuzeit aus der geschichtlichen Entwickelung der menschlichen Intelligenz und des sittlichen Bewußtseins hervorgegangen sind und einen positiv-religiösen Boden allein in der mosaischen Gesetzgebung besitzen. Letzteres Factum 'darf nicht auffallen: denn in gleicher Weise hat ja rer Monotheismus seine Wurzel allein im Mosaismus gehabt, bat aus demselben erst nach resp. anderthalb und zwei Jahrtausenden seine Schößlinge getrieben, und kommt in seiner Reinheit erst in unsrer Zeit zu einer weiteren Verbreitung. Derselbe Monotheismus, sobald er in feiner Consequenz mit dem ganzen Menschen, also auch mit dem politischen und socialen, in Verbindung gebracht wirr, wie es eben im Mosaismus geschehen ist. hat auch rie obengenannten Principien des Staates und der Gesellschaft; zur unmittelbaren Folge. Die Einheit Gottes als Schöpfers der i Welt unr besonrers des Menschen hat auch rie Einheit res

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