Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 51 (14.12.1875)
- Date
- 1875-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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"Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles Wische Jutereffe. Herausgegeben von Rabbiner vr. Lu-rvig Philipp sou in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. 39. Jahrgang. Leipzig, den 14. December 1875. J\f 51. Sn. «dactiouellen Luaekea«ch«ile» ttenbe man sich an vr. £. VhUi-»s«n in Bonn; binfichilich de« Bezug» und der Inserate an «»«ngärtnir'» »ächkanrinng «Leipzig. Irsrralr, welch« di« vinnrrilag eingeben, finden in der c araufsolgen» den Nununcr Bcrückfichligung. Diese Zeitung erscheint wScheutlich einmal in 2 bi» 2»/, Bogen. Prei» Bierteliährig 3 Llark. Inserate werden mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren Inhalt. Leitende Artikel: Gottesdienstliche Reformen in Braunschweig. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Breslau. Köln. Berlin. München. —Oesterreich-Ungarn: Raab. Brüx (Böhmen). Pest. Wien. — Frankreich: Paris. — Italien: Venedig. — Schweden: Stockholm. — Rumänien: Jassy. — Rußland: Odessa. — Amerika: Baltimore. — Feuilleton: Die Feindschaft. (Erzählung von L. Schr.) Mit Neujahr 1876 beginnt die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" ihren vierzigsten Jahrgang. Wir bitten um rechtzeitige Bestellung bei den Postämtern und Buchhandlungen, damit in der regelmäßigen Zusendung keine Unterbrechung eintrete. Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. S!übeitde, (fLttülef. Braunschweig, 30. Nov. 1875. Gottesdienstliche Urformen in Srauuschweig. Bon Landesrabbiner vr. Herzfeld. Geehrter Herr College und Freund! Es ist schon lange her, daß Sie über die neuerdings hier eingeführten Cultusreformen einen Bericht von mir begehrten. Ich habe nämlich mit diesem gezogen, sowohl weil einige Punkte nicht gut ihren Abschluß finden konnten, so lange unsere neue Synagoge noch nicht vollendet war, als auch, weil ich es scheuete, wegen Cultusänderungen, die in reinster Absicht eingefühN wurden, den unvermeidlichen Grimm und Hohn der zelotischen Presie auf mich und meine Gemeinde zu laden. Doch allerdings regte sich in mir daneben auch das Bedenken, ob es nicht Pflicht sei, diese Scheu zu überwinden; und nachdem kürzlich unsere Synagoge eingeweiht worden, entschloß ich mich endlich dazu, Ihr Begehren zu erfüllen. Nur gehet es nicht gut, blos aufzuzahlen, was „neuerdings" in unserem Cultus geändert worden sei: denn es würde ohne den Rückblick auf unsere früheren Reformen kaum verständlich sein. Nämlich schon 1842, als ich noch Adjunct meines sel. Vorgängers und verehrten Lehrers S. Egers war, wurde mit dessen Zustimmung ein erster Schritt auf diesem Reformwege gethan; ihm folgte ein zweiter im Jahre 1855, und der letzte von 1874/5 ist nur die möglichst organische Fortsetzung der beiden früheren. Bei allen diesen drei Reformschritten wurde statutenmäßig das nämliche Verfahren befolgt: die Anträge auf irgend welche Abschaffungen, Einschaltungen oder sonstige Aenderungen wurden einer Cultuscommission unter dem Vorsitze des Landrabbiners zur Begutachtung überwiesen; ihr Gutachten wurde den vereinigten Vorstehern und Repräsentanten der Gemeinde unterbreitet; und über diejenigen Anträge, welche die Billigung dieses Collegiums fanden, stimmte schließlich eine Gemeindeversammlung ab. Nach diesem kurzen Vorworte stelle ich Ihnen zusammen, welche Aenderuvgen überhaupt bei uns nunmehr der altüberlieferte Cultus erfahren hat, ohne auseinanderzuhalten, welche derselben in den angegebenen früheren Malen, und welche erst jetzt Eingang gefunden haben; doch werde ich dabei, um nicht zu vielen Raum in Anspruch zu nehmen, geringfügige Reformen und die gewagten Aenderungen des hebräischen Textes übergehen. Ich schicke nur noch voran, daß die Orgel eingesührt ist, jedoch nur alle deutschen Gesänge von ihr begleitet, dagegen viele hebräische ohne Orgelbegleitung gesungen werden. In dem Alltagsgottesdienste fanden blos folgende