Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 46 (9.11.1875)
- Date
- 1875-11-09
- Page
- Seite 750 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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750 in Berlin seit MoseS Mendelssohn die Juden erfreuten, und zu deren Gewinnung Reichthum, selbst der größte, damals in keiner Weise zu verhelfen im Stande war. Die gänzliche Umgestaltung der Verhältnisse der Juden in unserem Baterlande, wie wir dieselbe im Laufe der letzten vierzig Jahre erlebt haben, wird einmal ein wichtiges Capitel in der deutschen Culturgeschichte bilden, in welchem der gute wie der schlimme Einstuß derselben aus Leben, Literatur und Charakter des deutschen Volkes hervorzuheben sein wird."- Wenn Stahr in Obigem meint, daß das Verlangen nach Bildung gegenwärtig bei den Juden zurückgegangen sei, so antwortet ihm darauf die statistische Thatfache, daß die Juden ein enormes Contingent zum Besuche aller höhern Lehranstalten stellen, während er selbst aus jener Zeit bemerkt daß ein Judenknabe auf einem Gymnasium noch eine Seltenheit gewesen. Haben sich die Culturverhältuisse unter den Juden Berlins geändert, so ist nicht zu übersehen, daß sich deren Zahl in den letzten dreißig Jahren durch außerordentlichen Zuzug verzwölffacht hat. Im Uebrigen haben sich eben die Dinge während des letzten Jahrhunderts in der deutschen, wie in allen civilisirten Nationen sehr verändert; man hat aller Orten vom idealen Standpunkte viel abgegeben und verloren, und die Juden haben nichts weiter als naturgemäß ihren Theil daran. Vermischtes. Ein Bad im Tobten Meere schildert ein Engländer, der sich dieses Vergnügen angethan. in folgender Weise: „Ich erfreute mich niemals eines so angenehmen Bades, obwohl ich in zahlreichen Seen und Flüssen des Erdballs gebadet habe. Die Schwere des Wassers ist wegen der starken Salzlösung, die es enthält (261/2 pCt.), so groß, daß man wie ein Kork auf dem Wasser schwimmt. Ich konnte nicht nur mit wunderbarer Leichtigkeit schwimmen, sondern thalsächlich im Wasser aufrecht gehen, da ich nur bis zur Achselhvhe einsank. Aber man muß sich hüten, Wasser in die Augen oder in den Mund zu bekommen, da es äußerst salzig, bitter und von höchst erregender Natur ist. Das Wasser ist krystallhell, aber kein Fisch lebt darin und es giebt dem Körper ein Gefühl, als ob man Oel berührt." Herr Cremieux war Samstag, den 16. d., Abends, nahe daran, fein Haus in Paris durch einen Brand zu verlieren. Glücklicherweise blieb die Feuersbrunst, welche in seinem Hause, Rue re la Pompe, ausgebrochen, ohne weitere Folgen. Ein schlecht geheizter Ofen theilte das Feuer dem Holzgetäfel des Vorzimmers mit. Einen Augenblick herrschte Verwirrung: Dank dem raschen Eintreffen der Löfchmänner von der Mairie jedoch war in einer Stunde, und ohne großen Schaden für das Haus, der Brand gelöscht. Unze Gesucht wird ein Chirurg für die heilige Stadt Safed, Palästina. Ein jüdischer Wundarzt von orthodoxen Grundsätzen, der seine Wissenschaft im Morgenlande auszuüben gesonnen ist, findet jetzt ausgezeichnete Gelegenheit, dies in der heiligen Stadt Safev zu thun. Um zu diesem Unternehmen auszumuntern, gewährt das Londoner Comito der Vertreter der britischen Juden 50 Pfund Sterling zu den Reisekosten und 100 Pfund Sterling pro anno für die ersten zwei Jahre der Praxis, gegen unentgeltliche Behandlung der jüdischen Armen in der heiligen Stadt während dieser zwei Jahre. Gesuche, begleitet von Zeugnissen in Bezug auf Befähigung, Ruf rc., sind zu richten an JLetris Kmanuel Usq.. Solicilor and Secretary of ihe London Committee of Deputier of the British Jews. 36 Finsbury Circus, London, E. C. Ein seminaristisch gebildeter unverheirateter Lehrer sucht eine Elementarstelle; am liebsten in Süd- oder Mitteldeutschland. Franco-Osserten 8lld K. M. 2h. besorgt die Expedition dieser Zeitung. i g e n. Die hiesige Cultusbeamtensfelle ist cacant u. soll wieder durch einen Vorbefer, Schächter und Religionslehrer fgeprüfter). dem gute Zeugnisse zur Seite stehen, zu jeder Zeit besetzt teer den. Das fidcirle jährliche Gehalt beträgt 75O Mark. ausserdem namhafte Schächter gebühren, freie Wohnung, sowie dicerse \eben einkfmffe. Qualificirte Beteerber wollen sich bei dem Unterzeichneten melden und ihre Zeugnisse demselben franco einsenden. Reisekosten können nicht erstattet werden. Unruhstadt, den 23. October iS75. Koppel Biesenthal, _Corporatiouövorsteher. Wir suchen zuur sofortigen Eintritte einen Elenrentarlehrer und Cantor, der befähigt ist einen Chor zu leiten und gottesdienstliche ZZorträge zu halten. Gehalt 1500 Reichsmark Fixum mit Aus stcht auf Nebenverdienste. Resteetanten belieben ihre Zeugnisse baldigst dem Unterzeichneten einzusenden. Cuskirchen (Rheiuprovinz), im October 1875. Der Vorstand der Synagogengemeinde. A. Wallach.