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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-08-21 · Heft 100 (21.8.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 100 (21.8.1838)
Date
1838-08-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. I-hrg°>,g. Allgemeine R». 100. Zeitung des Zudenthums. Ein unparlheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König». Sächsischer allergnädigstrr Conceflton.) Leipzig, den 21. August 183«. Zeitungsnachrichten. Warasdin in Kroatien, 27. Juli (Privatmitth.). Es giebt viele Dinge, welche an und für sich eigentlich sich von selbst verstehen und nur von localem, nicht allgemeinem Interesse sind, und die dennoch in Bezug auf Israeliten hervorgehoben und erwähnt zu werden verdienen. Warum? weil die Juden von Alters her in eine so schiefe Stellung gegen die Gesellschaft hineingeorangt wurden, und weil die Judenfeinde sie in dieser Stellung, wider das Heil der Gesellschaft und der Juden, zu erhalten, alles Mögliche aufsuchen. Wie oft machte man den Juden den Vorwurf, einen Staat im Staate zu bilden, den Fürsten, der Obrigkeit rc. entfremdet zu sein, und es an Sinn und Liebe für „König und Vaterland" fehlen zu lassen — und doch könnte jeder Partheilose aus der Freude, mit der sie jedes Zeichen der Annäherung, jede Kundthuung des Gemeinsinns aufnehmen, sich vom Gegentheile überzeugen. Am vergangnen 19. April feierte die hiesige Gemeinde den Geburtstag unsers Kaisers auf die schönste, herzlichste Weise. Die Gemeinde versammelte sich in festlichen Kleidern; das Morgengebet wurde, wie sooft an hohen Festtagen, mit Ehorgesang verrichtet; cs wurde ein Abschnitt aus der Tora verlesen; worauf der Localrabbine, Herr I. S. Hirschenstein eine treffliche Predigt über Ps. 149, 2. hielt. — (Die Predigt ist gedruckt erschienen, zum Besten der durch Ueberschwemmung Verunglückten, und der Vice- Gespcrnn der hiesigen Komitates, Herr Fr. von Svagelt, nahm 250 Exp. als Beitrag an, und theilte diese an Freunde im ganzen Komitate aus). Nach der Predigt wurden die Ps. 21. 24. 29. 61. 72. 100. 108. und 149. recitirt. Gedachter Herr Vice-Gespann Fr. von Svagell gab Behufs einer Sammlung für die durch die Ueberschwemmung Verunglückten am 10. Juli, wo alle Grundherrschaften und der fämmtliche Adel aus dem ganzen Eomitate zur Beiwohnung der diesjährigen General-Congregation versammelt waren, eine glänzende Soiräe, zu der — das erste Beispiel in Kroatien— auch zwei Israeliten invitirt wurden, nämlich der Gemeindevorsteher Herr Samuel Mosinger und der Hr. Jacob Leiter, die sich der freundlichsten Ausnahme und Behandlung zu erfreuen hatten. Troppau, 3. Aug. (Privatmitth.). Mit der Freude, welche die Israeliten stets beseelt, so sie ein Zeichen öffentlicher Theilnahme und Berücksichtigung erfahren^, melde ich Ihnen, daß S. Kaiserl. Hoheit, der Erzherzog Kart von Oesterreich der Tefchener Israeliten-Gemeinde zum Bau des Tempels alles dazu benöthigte Material geschenkt hat. Diese hohe Gabe hat zu dem inbrünstigsten Gebete für den allverehrten Geber begeistert. Baden, 10. Aug. Nach der Zählung von 1833 hatte das Großherzogthum Baden eine Bevölkerung von 1,208,697 Seelen, worunter 19,324 Israeliten. Es gab daselbst 28 jüdische Elementarschulen mit 3000 Schülern. Warschau, 3. Aug. (Privatmitth.). Unter den bisherigen Leistungen der Allg. Zeit. d. Jud. hat der Brief des Herrn Tsa rfati über die Beschneidung (S. 224) und sein Vorschlag, diesen religiösen Akt, dessen tiefere Würdigung dem Denker, der nicht oberflächlich raisonnirt, nicht entgehen kann, unter die Aufsicht der Consistorien und eigens dazu geprüfter Männer aus dem rabbinischen und ärztlichen Stande zu stellen, hier vielseitig die Aufmerksamkeit erregt; denn wenn es dort heißt: „Ohne Zweifel sind schlimme Zufälle nicht häufig, sie sind auch nicht selten; wenn aber selbst ein Opfer auf ein Jahrhundert käme, rc. rc.," so sind hier leider mir, einem Arzte, seit zwei Jahren fünf Fälle bekannt geworden, in welchen in Folge der schlechten Beschneidung und des Mangels einer ärztlichen Nachbehandlung theils Verstümmelung der Theile, theils, meist in Folge von Verblutung, wirklicher Tod eintrat. Sein Rath ist daher sehr weise, wenn er als Beschneider nur gehörig unterrichtete und geprüfte Männer fungiren lassen will; wenigstens sollte stets ein Arzt zugegen sein, oder die Nachkur übernehmen. Ich fühle mich übrigens verpflichtet, Ihnen nächstens eine ausführliche Darstellung zu übersenden. Dr. I. Belletristik. D i e Gegensätze. * Eine israelitisch - religiöse Novelle. (Fortsetzung.) XI. Da, wo der Mensch, in den Consequenzen seiner Ansichten, die Aussicht in die Zukunft verliert, da, wo die Gegen-

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