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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-09-07 · Heft 37 (7.9.1875) · p. Seite 599

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 37 (7.9.1875)
Date
1875-09-07
Page
Seite 599 (sequence 11)
Language
German
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599 Schlangen giebt es mehrere Arien, auch giftige, doch Hort man fast niemals, daß Menschen gebissen worden sind. Die Bevölkerung der Stadt Jerusalem wird auf 24,000 Seelen angeschlagen, von denen 13,000 Muselmänner, 7000 Christen und 4000 Juden. Andere, z. B. Liövin, schätzen die letzteren zu 80OV. Die türkische Statistik giebt 630 jüdische Hauser, d. h. Familien an. Die meisten derselben leben von der Mildthätigkeit ihrer europäischen Glaubensgenossen, indem sie einen Antheil Chaluka von den gespendeten Almosen erhalten. Aus der Topographie von Jerusalem enmehmen wir Seite 121: „Die Verlängerung der östlichen Bazargaffe führt uns, wenn wir ihr nach Süden folgen, in das Jubenquartier. Diese etwas schmutzige Straße ist mit Trödelbuden besetzt; auch Zinngeräthe werden hier von den Juden verfertigt; ferner finden sich mehrere nicht sehr einladende Weinschenken. Wenn wir dem Ende der Straße nahe sind, biegen wir links ab und finden die Synagoge der Juden. Besonderes Interesse erweckt keine derselben, auch nicht die große neue Synagoge der Aschkenazim. Die Sephardim haben ihre besondere Synagoge rechts von der Straße." Safed wird erst seit der Zeit der Kreuzfahrer genannt. Die Judencolouie, welche sich in Safed findet, hat sich erst im «letztere wohnen in geringer Zahl hier) 4OO0 um's Leben, und nicht viel unter 1O0O Moslimen. Die heutigen Juden sind meistens aus Polen eingewandert «Aschkenazim). Sie stehen jetzt unter österreichischem Schutze. Die Juden sind auch hier in einer von ihnen heilig gehaltenen Stadt; die wenigsten arbeiten. Bei den Sephardim - Juden findet sich hier noch Vielweiberei. In den jüdischen Häusern ist viel Schmutz; der Wein, den die Juden bereiten, ist schlecht <4—5 Piaster die Flasche». Man kann übrigens in den Judenhäusern übernachten. Liberias ist eine kleine, durch das Erdbeben halb zerstörte Stadt, mit ungefähr 3000 Einwohnern am Westufer des Sees Chinereth. Unterkommen findet man auch bei dem Juden Chayyüm el-Hakün. Der Wein bei den Juden ist zwar billig, aber auch schlecht. Bor etwa 20 Jahren wurde die jüdische Bevölkerung auf 1514 geschätzt (881 Aschkenazim mit 5 Synagogen; 633 Sephardim mit 2 Synagogen). Bei einem Gang durch Liberias fällt das Ueberwiegen der jüd. Bevölkerung auf. Viele sind aus Polen eingewandert; manche sprechen noch deuffch. Ihre großen schwarzen Hüte machen einen eigenen Eindruck. Die Synagoge am Seeufer, gewölbt und von Säulen gestützt, gleicht einem griechischen Tempel und ist entschieden alt. Gelehrsamkeit ist unter Len heutigen Juden nicht mehr zu suchen; auch Anfang des 16. Jahrhunderts n. Ehr. hier angesiedelt; bald hier leben die meisten von Almosen, die aus Europa kommen, darauf entwickelte sich hier eine angesehene Rabbinerschule; die Eine kleine halbe Stunde westlich von der Stadt auf einer berühmtesten Lehrer waren ursprünglich spanische Juden «manche mäßigen Anhöhe liegt der Begräbnißplatz der Juden. Dort sind Juden reden noch deutsch). Neben den Schulen waren hier 18 Grabmäler der berühmtesten Talmudisten: bei zwei Säulen, die Synagogen und eine Druckerei. Heute wird Safed zur Hälfte!des Rav Ami und Rav Asche, 20 Schritte davon entfernt, etwa von Juden bewohnt; aber die Blüthe res Städtchens hat! der erhöhte Sarkophag des großen jüdischen Philosophen Maidurch das große Erdbeben am 1. Januar 1837 sehr gelitten. monives (gest. 1204), noch weiter oben das Grab des berühmten Da die Häuser terrassenförmig an den Hügeln aufgebaut sind, Rabbi Ak.ba, der beim Aufruhr des Bar Kochba eine so herso warf die Wucht der Stöße die oberen Häuser aus die unteren, vorragende Rolle gespielt hat. Es kamen durch das Erdbeben von 9OO0 Juden und Christen | (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle ist vacant und soll sofort wieder besetzt werden. Bewerber, welche das Lehrer- Examen bestanden, wollen sich gütigst an Unterzeichneten wenden. l'edem. Moses 31. Der ries. Vorsteher. Ich suche zum Setober e. für meinen Sohn eine Lehrlingsßelle in einer größeren Stadt, und zwar in einem nicht unbedeutenden Manufaetur detail & en Arr>8 - Geschäft, welches Sonn- und Festtage geschlossen iß. Derselbe iß im 16. Jahre, iß ein Jahr in Seeunda gewesen, und besitzt das einjährig-freiwillige Dienßzeugniß. Hieraus Reßeetirende wollen ßch dreseryalb baldigst an mich wenden. Abraharn Fließ in Greifenherg in Pvurmern. Mitte December d. I. wird in hiesiger Gemeinde die Lehrer- und Cantorstelle,! verbunden mit einem Jahresgehalt bis zu 1200 Mark, freier! Wohnung, Heizung und Bedienung, vacant. i Außerdem ist einem wissenschaftlich gebildeten Manne durch I Privatunterricht Gelegenheit zu bedeutenden Nebenverdienste» ge-! boten. j Qualificirte, nicht verheiratete Bewerber, wollen sich ge- ' fälligst unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeich- «neten wenden.! Altena in Westphalen. Der Vorsteher: F. Feidelberg. Ein Prediger von Ruf, im höheren Lehramte thatig, erbietet sich während der Muße der Ferienwochen der Filiale einer größeren Gemeinde als Prediger an den hohen Festen..— Offerten sul> H. Z. 31. durch die Exped. d. Bl. 37*

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