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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-08-24 · Heft 35 (24.8.1875) · p. Seite 567

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 35 (24.8.1875)
Date
1875-08-24
Page
Seite 567 (sequence 13)
Language
German
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567 das Betpult berufen werden, die vom Singen so viel verstehen, als — wo finden wir nur gleich ein Beispiel zur Hand? — etwa die Frösche, die man ja füglich die „Sänger der Sümpfe" nennen könnte. Wir haben hier einen „Baal Tephiloh" gekannt, der so schrecklich stotterte, daß er kaum drei Worte rein hervorzubringen vermochte, und der dessenungeachtet jahraus jahrein am Neujahrs- und Versöhnungsfeste in einem Bethause den Dienst des Tages versah und das Auditorium durch seinen komischen Vortrag jedesmal so sehr ergötzte, daß selbst die ernstesten und gesetztesten Leute sich oft des Lachens nicht enthalten konnten. Freilich war der Mann überaus fromm und gottesfürchtig, wie man uns versicherte, und da somit alles Andere in den Hintergrund trat, so konnte er denn kühn ausrufen: „Anch^ io sono cantore!“ — Brauchen wir noch weitere Einzelheiten mitzutheilen, um diese Zustände in ihr gehöriges Licht oder vielmehr in ihren gehörigen Schatten zu stellen? Wir glauben, daß sie sich hinlänglich beurtheilen lassen und daß sie sich von selbst richten, und gewiß wird jeder Vernünftigdenkenre ihr Vernichtungsurtheil bereitwilligst unterschreiben. Daß die Vollstreckung deffelben auf keine geringen Schwierigkeiten stoßen wird, unterliegt keinem Zweifel, denn es läßt sich nicht leicht im Handumdrehen ein Uebel ausrotten, das schon so weit um sich gegriffen hat. Aber der Anfang müßte doch einmal gemacht werden, und dazu, däucht uns wenigstens, wäre es wohl schon hohe Zeit! — S. N. Margulies. Anzeigen. jBetoiMlnificImttijr. Die Unterzeichnete Verwaltung sucht einen pädagogisch und musikalisch gebildeten Mann als Religionslehrer und Cankor. Derselbe soll auch zur Leitung des Synagogenchores befähigt sein. Bezügliche Bewerbungen sammt Belegen über Fachbildung und bisherige Carriere der Bewerber werden his ZUM 1. September l. Js. einschlieHlich entgegengenommen. München, am 25. Juli 1875. Die Verwaltung der israelitischen Gnltnsgemeinde. Der 1. Vorstand beurlaubt. (D. 5545.) Hermann Müller, II. Vorstand. Der Secretär, Dr. Eöwenfeld. Cantor-Stelle. Die Stelle eines Cantors, Schächters u. Baal-Kore wird am 15. Septbr. c. in unserer Gemeinde vacant und soll bis dahin wieder besetzt werden. Jährliche Einkünfte ca. 700 Thaler und freie Wohnung. Tüchtige u. fähige Bewerber, welche über religiöse Führung und sittlichen Lebenswandel sich ausweisen können, wollen sich schleunigst bei uns melden. Reisekosten werden nur dem Gewählten vergütet. Gueseu, den 5. August 1875. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Die Stelle eines Cantors n. Schächters ist von sofort in unserer Gemeinde zu besetzen. Bewerber wollen sich beim Unterzeichneten melden und ihre Zeugnisse einsenden. Reisekosten erhält der, welcher aufgenommen wird. Exin, den 7. August 1875. Der Synagogen-Vorsteher SaL Eewinsohn. Ein Lehrer und Canlor wird per October gesucht. Gehalt 1200 Mark. Gefällige Meldungen nimmt entgegen Menden, 30. Juli 1875. Der Vorstand N. Rothschild. Die hiesige Rabbineru. Predigerstelle wird am i. Sept. c. vacant und soll möglichst bald wieder besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldungen, unter Beisügung ihrer Zeugniße, an den Unterzeichneten Borstand baldigst einreichen, woselbst auch die erwünschten weiteren Ausschlüße ertheilt werden. Aachen, den 4. August 1875. ver Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Cin Hülfs-Borbeter mit einer angenehmen Stimme begabt, wird zu den bevorstehenden hohen Festtagen zu engagiren gesucht. Honorar nach Uebereinkommeu. Offerten mit Qualifikationsattesten nimmt der Unterzeichnete Vorstand entgegen. Reustettin, im August 1875. Der Vorstand: W. Löwe.

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