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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-08-10 · Heft 33 (10.8.1875) · p. Seite 533

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 33 (10.8.1875)
Date
1875-08-10
Page
Seite 533 (sequence 13)
Language
German
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533 nicht gehörig übergehen. Er zeiht den Correspondenten der Unkenntniß der Zustände in Hamburg, giebt aber nachträglich zu, daß jener von Hamburgern gegründete Mittheilungen erhallen habe. Er fährt dann fort. „Der häufige Besuch des Schlachthauses erregt den Unwillen des sehr frommen Rabb-Candidaten. Nun, ich kann ihm die feste Versicherung geben, daß der selige Chacham Bernays, den er so sehr rühmt, erst durch seine Einrichtung und seine häufigen Besuche die Schechita zu einer mustergiltigen Institution heranbildete, und dies auch bis an seinem leider zu früh erfolgten Tod fortsetzte." „Wenn ferner in der hiesigen Talmud - Thora-Schule der Oberrabbiner die Kinder daran erinnert rrsrx zu tragen und die Synagoge zu besuchen, was dann und wann wohl Vorkommen kann, so thut er damit nur seine Pflicht." „Ein anderer Vorwurf ist nun, daß es dem Herrn Oberrabbiner seines inquisitorischen Verfahren« halber nicht möglich ist, gediegene Kräfte für die Schule zu gewinnen." Das kann sich ja natürlich nur auf die jüdischen Lehrer beziehen, denn um die Orthodoxie der christlichen Lehrer wird er sich ja nicht kümmern. Mir, als Hamburger, sind nun alle jüdischen Lehrer der Schule bekannt. Davon wirken 2 bereits über 27 Jahre an der Anstalt, 1, der voriges Jahr abging, wirkte au 24 Jahre, 2 andere 10 Jahre, 2 an 8 Jahre u. s. w. Es ist mir nicht bekannt, daß das hiesige jüdische Publicum sich über die Leistungen derselben beklagt, im Gegentheil sind sie noch mit Privatunterricht vielleicht allzu sehr überhäuft. Wie es also mit der Wahrheit dieser Behauptung sich verhält, kann jeder selbst beurtheilen. — Der Oberrabbiner hat auch einem Manne die Concession zum Koscher-Fleischhandel versagt. Sehr wahr! Bermuthlich hat derselbe ihm kein Zutrauen eingeflößt." „Nur das Eine will ich noch bemerken, daß der Herr Oberrabbiner wohl für die die Schule verlassende Jugend sorgt. Jeden Abend in der Woche hält er Talmud-Vorträge in seinem Hause, an denen viele junge und auch verheirathete Leute Theil nehmen. Er sorgt ferner mit anerkennenswerthem Eifer für alle religiösen Institute der Gemeinde, die nirgends vielleicht so dem Gesetze entsprechender sind, wie hier. Es ist also die Ignoranz der Jugend, die Herr Radyn bemerkt haben will, keinenfalls vorhanden, da auch noch andere Kräfte zur Verbreitung des religiösen Wissens beitragen." —. Es kann uns diese Entgegnung nicht verhindern, auch die obige zweite Correspondenz zu geben, da es sich hier um die Zustände in einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Deutschlands handelt. Faktischen Berichtigungen werden wir stets den Raum gewähren. Die Redaction. Anzeigen. Die Unterzeichnete Verwaltung sucht einen pädagogisch und musikalisch gebildeten Mann als Religions lebrer und Cantor. Derselbe soll auch zur Leitung des Synagogenchores befähigt sein. Bezügliche Bewerbungen sammt Belegen über Fachbildung und bisherige Carriere der Bewerber werden bis ZUM 1. September I. Js. einschließlich enigegengenommen. München, am 25. Juli 1875. Die Verwaltung der israelitischen Cnltnsgemeinde. Der I. Vorstand beurlaubt. (D. 5545.) Hermann Müller, II. Vorstand. Der Secretär, Dr. Is Onenfeld. Die hiesige Rabbineru. Predigerstelle wird am >. Sept. v. vacant und soll möglichst bald wieder besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen ihre! Meldungen, unter Beifügung ihrer Zeugnisse, an den Unterzeichneten Vorstand baldigst einreichen, woselbst auch die erwünschten weiteren Ausschlüsse ertheilt werden. - Aachen, den 4. August 1875. j Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.! Vncamsß. In biesrger Gemeinde ist die Stelle eines y'iz y'o und et-np bm sofort zu beferen. Einkommen 1200—1350 Mark inel. Rebenein nahmen. Geeignete Bewerber belieben sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse baldigst bei uns zu melden. —Reisekosten werden nur dem gewählten Candidaten erstattet. Czenynü, den 3 August 1875. Der Corporation s-Vorst and. Für mein Manufacturwaaren-Geschäft suche zum baldigen Eintritt einen Lehrling unter günstigen Bedingungen. Cohn, Oldenburg im Großherzogthum.

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