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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-07-20 · Heft 30 (20.7.1875) · p. Seite 483

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 30 (20.7.1875)
Date
1875-07-20
Page
Seite 483 (sequence 13)
Language
German
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483 (Zur Tiber-Regulirung.) Dr. Barzilai in Triest (Israelit) richtete vor einiger Zeit an General Garibaldi ein Schreiben, in dem er diesen wegen fernes Projectes der Tiber- Regulirung beglückwünschte, die nachgerade eine durch das italienische Parlament beschlossene Thatsache wurde. In diesem Schreiben ist die Zuversicht ausgesprochen, daß für die Ausführung dieses Projectes die Geldmittel allseitig reichlich fließen würden; wenn aber selbst dies nicht der Fall wäre, dann hatte man von dem Tiberflusse selber die wirksamste Unterstützung zu erfahren, denn „dieser berge auf seinem Grunde solche Schätze, deren Goldwerth voraussichtlich die für die Realisirung des Projectes erforderliche Summe weit übersteigen werde." Darauf einschlägig producirt Dr. Barzilai ein interessantes Domment aus dem vorigen Jahrhundert, und zwar eine Stelle aus dem Werke: „Jüdische Briefe" von I. B. v. Coyer, das 1742 im Haag veröffentlicht wurde, und die also lautet: „Unsere Bruder in Rom machten vor etwa vierzig Jahren an den Papst das Anerbieten, die Summe von zwanzig Millionen Smdi erlegen zu wollen, wenn sie die Erlaubniß erhielten, den Tiber aussuchen und zu diesem Ende für die Dauer von sechs Monaten seinen Lauf ablenken zu dürfen. Sie würden im günstigen Falle ihre Nachsuchungeu eine Stunde ober und unter Rom angestellt haben- Es ist als sicher anzunehmen, daß sie auf diesen zwei Unterfuchungsstellen den zehnfachen Werth der von ihnen angebotenen Summe gefunden hätten. Da sie aber, wie sie sich ausdrückten, zwanzig Millionen auf das Spiel setzten, verlangten sie, um bei ihrer Arbeit ungehinderter zu sein, daß sie den Tiber während des Sommers ableiten dürften. Diese Clausel war die Ursache, daß ihr Anerbieten zurückgewiesen wurde. Zwanzig Millionen waren immerhin eine starke Versuchung; man nahm die Angelegenheit in wiederholte Erwägung, schließlich aber sprach man sich dahin auS, die große Hitze, die durch die Ausdünstungen des trockengelegten Terrains veranlaßt würde, könnte Pestkrankheiren zur Folge haben; die Erlaubniß einer Tiberableitung und Aussuchung seines Bettes wurde aus diesem Grunde versagt." Garibaldi läßt bekanntlich keinen von den abertausend Briefen, die bei ihm einlaufen, unbeantwortet; er schrieb also auch an Dr. Barzilai in Triest: „Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihren liebenswürdigen Brief und für den Auszug aus Coyer's Werke. Mit den besten Grüßen Ihr Garibaldi." Nachtrag. Deutschland. Trier, 1 l. Juli. (Privatmitth.) Soeben traf hier die Trauerkunde ein, daß gestern, den 10., unser Oberrabbiner, Herr Joseph Kahn, in Amsterdam bei einem Besuche seiner dort verheirathelen Tochter nach kurzem Krankenlager verschieden ist. Seine Leiche wirb hierhergebracht und morgen zur Erde bestattet. Die Theilnahme, die dieser so herbe Verlust erweckt, ist allgemein. Oesterreich-Ungarn. Pest, 9. Juli. (Privatmitth.) Außer Wahrmann, Horn und Chorin sind in den jüngsten Tagen noch zwei Juden als Reichstagsabgeordnete gewählt: in Nyirbatvr Dr. Paul Mandl, Advokat aus Pest, und in O-Besfenyö der Gutsbesitzer Karl Schwab. Es sitzen also gegenwärtig fünf Israeliten im ungarischen Abgeordnetenhause, was nach der Bevölkerungszahl noch immer unter dem zutreffenden Berhältniß ist. Unze Annonce. Sit unserer Gemeinde tffc am 1. Septbr. c. teile eines Borbeters, Schächters, Bai köre und Iteltaionslehrers vacant. Das Einkommen beträgt eirea 700 Mark und freie Wohnung. Bewerber wollen sich unter Einsendung ibrer Zeugnisse bis zum 1. August c. melden. Reisekosten werden nicht erstattet. Unruhstadt, den 7. Juli 1873. Der Synagogen- Vorstand. Die Lehreru. Cautor-Stelle bei der hiesigen israelitischen Gemeinde, verbunden mit einem Jahresgehalt von 1050 Mark, ist vacant und soll dm 1. Octbr. d. I. besetzt werden. Außerdem ist Gelegenheit zum Ertheilen von Privatunterricht. Lehrer, welche einen eigenen Hausstand haben, bekommen den Vorzug. Borg holz, den 7. Juli 187s. Der Vorstand Felix Loewenstein. i g e n. An hiesiger Synagogen-Gemeinde ist zum /. Januar 1876 die Stelle eines Canfors, t^ehrers u. Schächters zu besetzen. Der Gehalt heh'ägt 1500 Mark ausser einigen Xebeneinkimflen. Hierzu qualificirte Bewerber wollen sich bei Unterzeichnetem, Vorstande unter vorheriger Einreichung ihrer Zeugnisse melden. Reisekosten werden nur dem vergütet, der gewählt wird. Strehlen (Reg.-Bez. Breslau im Juni 187S. Der Vorstand. Commis Gesuch. Ich suche für mein Leder- und Manufacturwaarengeschast c*ii gros & ei» detail einen tüchtigen jungen Mann unter Zusicherung guten Gehaltes. Suhl in Thüringen. Eouis Sander.

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