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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-06-15 · Heft 25 (15.6.1875) · p. Seite 403

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 25 (15.6.1875)
Date
1875-06-15
Page
Seite 403 (sequence 13)
Language
German
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403 werden, wollten wir auch nur die Quintessenz des Ganzen, die zuletzt angeführten 7 Thesen, hier wiedergeben. Nach erledigter Tagesordnung wurde von einem Mitgliede die Mittheilung gemacht. Laß die Marp-Hamdorffsche Stiftung im nächsten Jahre das Fest ihres 50jährigen Bestehens feiert. Diese Anstalt hat zur Culturentwicklung der jüdischen Gemeinden in den Westprovinzen Lurch die Ausbildung vieler Lehrer gewiß einen großen Theil beigetragen, und erachten wir es für eine Ehrenpflicht dieser Gemeinden, die Feier in würdiger Weise zu begehen. Die Lehrer selbst werden ebenfalls nicht ermangeln, die Hand zu bieten, um auch ihrerseits der Pflanzstätte ihrer Bildung den schuldigen Tribut der Dankbarkeit zu zollen. Herr Blumenseld-Essen schließt als zweiter Vorsitzender die Sitzung, indem er dem Begründer und geistigen Leiter unsres Vereins, dem treuen und zutraulichen Collegen, dem von den meisten Lehrern geschätzten und geliebten Herrn Blumenau, ein dreifaches Hoch brachte; auch der Gemeinde Bochum wurde für die gastfteundliche Bewirthung der Dank der Bersammlung ausgedrückt. Herr Felsenthal, Mitglied res Schulvorstandes, rief den Lehrern ein echt deutsches „Glück auf" zu, womit die diesjährige Conserenz schloß. Als Ort der nächsten wurde Bielefeld gewählt und folgende Gegenstände auf die Tagesordnung gesetzt: 1) Wie soll das Kind zum Denken angeleitet werden? (Gossel-Camen.) 2) Wie ist es bei der Fülle des geschichtlichen Stoffes, den die Elementarschule zu bewältigen har, möglich, die nachexilische Geschichte in derselben zu behandeln? (Liepmannssohn-Olfen.) 3> Ueber den Anschauungsunterricht. < Ostwald-Witten.) 4) Ueber Borträge in der Chebra. (Löb-Köln.) G old b erg. Vermischtes. Arisch und Hebräisch. Welche außerordentliche Kluft zwischen der israelitischen und der arischen Culmr bestand, wird immer deutlicher, jemehr das Dunkel gelichtet wird, das auf der arischen Vorzeit ruht. Glicht blos in Indien, sondern auch in Eran war das Volk in gesonderte Kasten getrennt. Denn wenn auch Spiegel meint, daß in Eran es mehr Stände als Kasten waren, wenn das Volk in Priester, Krieger, Ackerbauer und Gewerbtreibende getrennt war, so waren doch die Verhältnisse und Vorrechte dieser vier Elasten so getrennt, daß sie als förmlich gesonderte Volkscheile betrachtet werden müffen. Nichts davon im israelitischen Volke, wo außer dem Levirenstamme keine Spur von Sonderung zu finden ist. Aber mehr noch unterschieden sich beide Culturen in der Familie. In Eran waren die Heiralhen in der Familie besonders beliebt. Heirarhen zwischen Bruder und Schwester waren häufig, und daß solche auch zwischen Eltern und Kindern stattfanden, dafür haben wir sogar geschichtlich documentirte Fälle, wie z. B. Artaxerzes II. zwei seiner Töchter ehelichte. Das mosaische Gesetz und die israelitische Sitte wiesen dies als widernatürlich und gottlos zurück, und brandmarkten einen solchen Fall, der in der Vorzeit vorgekommen sein soll. Anzeigen. B a c a n z. In der hiesigen Synagogenzemeinde ist die Stelle eines Predigers und Religionslehrers, der auch im Besitz eines nrr-1177 mn— ist, von sogleich ab mit einem jährlichen festen Gehalt von 1800 Mark nebst Nebeneinkünften, die sich jedoch nicht näher bestimmen lasten, zu besetzen. Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung ihrer Zeugniste an den Unterzeichneten Vorstand baldigst einreichen. Reisekosten werden nur Demjenigen gewahrt, welcher die Stelle erhält. Schwetz a/W., den 3l. Mai 1873. Der Vorstand der Synagogengemeinde //. Hirse Uberg. E. Rosenthal. / 1 Engel. Für mein Manusaeturwaaren-Geschäft suche ich zum baldigen Eintritt einen mit guten Schulkenntniffen versehenen Lehrling aus achtbarer Familie. M. J. Hol ff'in Dortmund. Die Rabbiner und Prediger-Stelle, verbunden mit dem zu ertbeileuden Religivns Nnterricht, mit einem jährlichen Einkommen von fest 1200 Mark, sowie einer Rebeneinnahme von circa 600 Mark und freier Wohnnng, ist in unserer Gemeinde noch offen. Restectanten belieben Anmeldungen und Zeugnifse einzusenden. Rur der Candidat, der gewählt wird, erhält Reiseentschädigung. Kobylin, den 31. Mai 1873. Der Vorstand G. Jangmann. E. Romann. Kallmann._ Ein junger Manufacturisl, flotter Verkäufer, Decorateur, der englischen Sprache vollkommen mächtig, mit den besten Referenzen, sucht eine passende Stelle. Franco - Offerten sub H. V. nimmt die Exped. d. Ztg. entgegen.

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