Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 98 (16.8.1838)
- Date
- 1838-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ii. Ah-««-. Allgemeine N». ss. Zeitung des Iudcuthums. Ein rmpartheiisches Organ für alles.jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Conceffkon.) Leipzig, den 16. August 1838. Zeitungsnachrichten. 'Hamburg, 5. August (Privatmitth.). Am 8. vor. Mon. verstarb plötzlich Hr. Meyer Falk Wilda, seit 22< Jahren Sekretair der deutsch-israelitischen Gemeinde, ein vielseitig gebildeter Mann, der in allgemeiner Achtung stand, welche sich in einem sehr zahlreichen Leichenzuge kund gab. An seiner Stelle ward von dem Vorsteher-Collegium der Herr Notarius M. I. Bresselau erwählt. —. Nach dem mit einer besondern Schulseierlichkeit bezeichneten Abgang des nunmehrigen Schuldirektors in Seesen, Herrn De. Jmm. Wohlwill, ist Herr vr. Anton Reö zu seinem Nachfolger als zweiter Lehrer an unserer Freischule ernannt worden. Es ist dies das erste Mal, daß hier ein höheres Lehramt einem Eingeborenen zu Theil wird. —. Von der israelitischen Gemeinde Bet Etohim in Eharleston ist eine Bitte um Beitrage zum Aufbau der dort abgebrannten und unglücklicherweise bei einer nicht solventen Compagnie versicherten Synagoge eingegangen, und unter Auspicien unseres Gemeindevorstandes eine Subscription eröffnet worden. Schwerlich werden die eingehenden Gaben zahlreich sein. Von Newcastle upon Tyne wird vom Juni berichtet, daß dort der Grundstein .zu einer neuen Synagoge mit üblicher Ceremonie im Beisein der bürgerlichen und geistlichen Behörden der Stadt gelegt, und dazu die Glocke der benachbarten Kirche gelautet wurde. Königsberg, 20. Juli (Privatmitth. Verspätet). Den 10. v. M. ward die zweite öffentliche Prüfung in der hiesigen isr. Religionsschule beendigt; über die erste hat Referent in der vorjährigen Königsberger Zeitung Bericht abgestattet. Schon zwei Wochen früher wurden vierzehn erwachsene Mädchen in Gegenwart einer zahlreichen Versammlung über die Hauptpunkte der Gottes - und Pflichtenlehre geprüft, und dann feierlich entlassen. Am genannten Tage fand das Examen der Schülerinnen des ersten Cursus über die Eigenschaften Gottes, sowie das der beiden Knabenabtheilungen über die israelitisch-gottesdienstlichen Vorschriften und die Pflichten im Verhältnisse zu uns selbst statt, zu deffen Schlüsse ein seit dem Beginne des Semesters bereits auf der Universität befindlicher Zögling der Anstalt eine Abschiedsrede hielt. Gewiß war es für alle Anwesende höchst erfreulich, einen studirendm Jüngling mit solcher Wärme und Begeisterung von der Heiligkeit unsrer Religion sprechen zu hören, als man sonst nur von den alten und neuen Klassikern zu hören gewohnt ist. Daß Herr Minden zu den beiden Prüfungstagen sein Lokal eigens dazu ekngeraumt, muß noch besonders dankbar erwähnt werden. — Die Resultate des diesmaligen Examens schließen sich den vorjährigen meist an, und es ist besonders rühmend hecvorzuheben, daß der früher ausgesprochene Wunsch, neben dem AUgemeingiltigen das traditionelle Moment nicht zu vernachlässigen, immer mehr Berücksichtigung findet. Nur hatten wir das Thema des bei dieser Gelegenheit herausgegebenen Einladungsprogrammes, „die wahre Prophetie des Bileams zu beweisen/' um Alles in der Welt weggewünscht. Abgesehen von der Unstatthastigkeit desselben überhaupt, und auch davon, daß es an Ereignisse erinnert, die nicht zu den angenehmsten für die Gemeinde gehören, sind die angeführten Beweisstellen' der Art, daß sich aus ihnen mit Leichtigkeit das gerade Gegentheil der vom Verf. aufgestellten Behauptung darthun laßt. x Frstdt. Tyrnau *), 20. Juli (Privatmitth.). In der hiesigen kön. Freistadt herrschte früher der Brauch, daß den durchreisenden Israeliten die Passage verweigert, und ihnen ein entlegener Weg um die Stadt angewiesen wurde. Jetzt aber gehört die Einwohnerschaft Tyrnau's zu der erleuchtetsten Ungarns, und die seitdem ansässig gewordene isr. Gemeinde hat sogar viele Beiträge von der Liebe ihrer christlichen Brüder zum Aufbau einer schönen und massiven Synagoge erhalten. Unaufhörlich arbeitet insonders auf die Eintracht der verschiedenen Conftssionen der gegenwärtige hochherzige Herr Stadthauptmann hin, und der dasi'ge Buchhändler H. F. Wächter verbreitet eifrigst alle im Geiste der Humanität abgefaßten Schriften über die Israeliten. So hebet sich die Eisdecke immer mehr und mehr, und eine Scholle nach der andern löset sich ab und fahrt hinunter auf Nimmerwiederkehr. Belletristik. Die Gegensätze.* Eine israelitisch-religiöse Novelle. (Fortsetzung.) X. Jonathan hatte einige Tage seine neuen Hoffnungen mit sich umhergctrage». Nach seiner charakteristischen Eigen- *) In Nieder-Ungarn.