Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 15 (6.4.1875)
- Date
- 1875-04-06
- Page
- Seite 246 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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»: DI >IDI>IDI '.'DI 'I'I W 246 Botel 3Iiiiisbaeh, Cassel, Kohcnthorm. Po^flraHe Ecke ganz neu eingerichtet Comfortables Logis. Beste Küche streng >,«2. Mäßige Preise. Wenn einem Vater ein Gebot, wie n’rn von solchen frommen Herren aus Partei- und Rachsucht a^pra zu sein, erschwert wird, wie viele können da nicht Veranlassung nehmen, dieses Gebot ganz fallen zu lassen. Darf man heut zu Tage damit spaßen? Komm' daher öffentliche Meinung und hüls''. Euch Ihr heiligen Brüder, die Ähr diese mit Füßen getreten habt, rufe ich zu: aa':":n rra 'n asaa, möge aber auch unser himmlischer Vater denjenigen lohnen, der der Heuchelei kein Ohr geliehen. Kempen in Posen, im März 1875. Adolph Hosftnnnn. Hotel FaMle&n, Israelitischer Gasthos in Heidelberg. Ergebenst Unterzeichneter empstehlt hiermit sein neu, mit 3 Sälen und 30 Fremdenzimmern comfortabel ansgestattetes, in Mitte der Stadt, am Fuße des Schlosses gelegenes Hotel zur Abhaltung von Familienfesten, Hochzeiten, sowie Verlobungen u. s. w. unter Zusicherung reeller und billiger Bedienung. __M. Pohl, Besitzer. Es kommt im Leben leider häufig vor, daß von unseren Glaubensbrüdern Gebote verletzt werden aus Unkenntniß oder aus Unwissenheit. Hingegen dürfte es zu den Seltenheiten gehören, wenn eine Anzahl Strenggläubiger, die sich so gern die Träger des Judenlhums nennen, unsere heiligsten Gebote mit Füßen treten und unsere Religion zu Partei- und rachsüchtigen Zwecken ausbeuten. Folgendes Factum hat sich vor einigen Tagen hier zugetragen: Mir, einem Familienvater und Geschäfksmanne, wurde zu meiner großen Freude ein Sohn geboren. Wie üblich, treffe ich die nöthigen Anordnungen zum rp-a, begebe mich zunächst zum hiesigen Ortsrabbinen bin ihm mit dem Sitzen -iaa-3 und alsdann zu einem unserer a-dr^a, der die Annahme von der Bedingung abhängig machte, daß ich ihm noch einen zweiten, den er mir namhaft machte, substituire. Selbstverständlich verfügte ich mich zu demselben und stellte ihm mein Anliegen vor, mußte aber unverrichteter Sache abziehen, indem mir dieser eine wichtige Reise vorschützte. Da diese Gesellschaft hier stark vertreten ist, ging ich noch zu einem dritten, der auch die Function als brr):; bedingungslos übernahm. Es vergehen jedoch kaum einige Stunden, als auch dieser mir die Nlchlannahme erklären ließ, höre aber auch hinterher, daß diese ganzen Herren aus Privalhaß gegen mich und aus unbegründeter Rachsucht gegen unseren Rabbinen, die Beschneidung selbst nicht vornehmen wollen und haben auch Briefe, abgefaßt nach Art einer Bulle, an ihre Collegen hiesiger Umgegend gelangen lassen, vermittelst deren ihnen diese Beschneidung vorzunehmen untersagt wird. Durch die Freundlichkeit und Legalität eines gewandten brrrc unserer Nachbarstadt Schildberg, Herr M. Feibelssohn, der über ein solches Benehmen entrüstet war, wurde der rr-sa nach streng ritueller Weise mit dem größten Pomp vollführt. Zch frage nun, heißt das nicht unser heiligstes Gebot mit Füßen treten? Die Herren, welche sich um die Cantor- und Lehrerstelle in Düsseldorf beworben haben, werden hiermit benachrichtigt, daß sie nach getroffener Wahl ihre Zeugnisse zurückerhallen werben. Bemeckungen. Zn letzter Zeit erhielten wir viele Zuschriften aus Orten über Trauerfeierlichkeiten zu Ehren des sel. Herrn Dr. Z. Frankel. Der Raum gestattet uns nicht, die ausführlichen Berichte zu geben. — Die Mittheilungen aus mehreren Orten über heitere Feste am verflossenen Purim, namentlich dramatische, können bei dem beschränkten Raume der Zeitung nicht abgedruckt werden. Die Redaetiou. Unterstützuugscasse deö Vereins israel. Elementarlehrer für Westphalen vvd die Rhemprovivz. An außerordentlichen Beiträgen sind ferner eingegangen: Collecte in Eschweiler, durch Herrn Lehrer Leeser in Menden 5 Mark 25 ~4>T- — Collecte in Lübbecke, durch Herrn Lehrer Roofen 2 t Mark 2t> Pf. Collecte in Lügde, durch Herrn I. R. Michaelis f. Mark. Herr M. Simons in Düsseldorf, am Hochzeitstage seiner Tochter, durch Herrn Lehrer Frank 30 Mark. Collecte in Lichtcnau, durch Hrn. L. Back 3 M. 30 Pf. Synagogen-Gcmeinde Minden 15 M. Collecte in Laasphe, durch Herrn Rofenberg 3 M. Herr Emanuel in Neuß, durch Herrn Lehrer Levi 30 M. Auf der Hochzeit des Hern. Btmnenthal in Hemer, gesammelt durch Hern. Lehrer Leeser in Menden l l M. 05 Pf. Collecte in Wehdem, durch Herrrt Lehrer Feinstein 0 Mark. SyuagogeN'Gemcinde Jülich 15 M. Collecte in Simmern, durch den Synag.-Vorstand 9 M. 25 Pf. Herr Lehrer Kronenberg in Ruhrort, Svnagogen-Spende bei einem frohen Famitienereigniß 3 Mark. Herr Jacob i.'cvi in Ruhrort an seinem Geburtstage 3 Mark. Collecte in Schmallenberg, durch Herrn Lehrer Mavbaum 8 M. 95 Pf. Synagogen-Gcmeinde Bochum pro 1874. 30 Mark. Auf der Hochzeit des Herrn Eltzbachcr in Erwitte, gef. durch Herrn Lehrer Wolfsdorf 11 M. 5 Pf. Herr Elias Meyer in Aachen, am Geburtstage feiner Frau, nach deren Genesung von längerer Krankheit 1500 Mark. Bielefeld, 24. Mär; 1875. _Der B o r st a n d. Berichtigungen. In Nr. 14 S. 214 Sp. 1 Z. 12 v. u. lies: Fakten. — S. 215 Sp. 2 Z. 17 v. o.: „Vermeidung". — S. 216 Sp. 1 Z. 9 v. u. „gescholten".?. r. An das inserirende Publikum richten wir die Bitte, znr Vermeidung ton irrfhfnnern die in seinen Annoncen corkom tu enden hebräischen Worte am liebsten mit Quadrafschriff oder sebr deutlicher hebräischer Schreibschrift zu schreiben. Leipzig, im März 1875. Baumgärtner’s Buchhandlung. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirfchfeld. Verantwortlicher Redacteur Dr. L. Philippson.