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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-04-06 · Heft 15 (6.4.1875) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 15 (6.4.1875)
Date
1875-04-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ei« unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. einmal in 2-,t —QT— Viertel lähria 3 Mark. Inserate werde« mit 2v Pf. snr die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchbaudlungen. Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ln-wig Philipp so N in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Angelegeuheilcn j wende nun sich >11: l*r. L. Philippson in; Bonn; bmndjtli* teS Bezug« unv der! Iweraccanüxnuio.ärlner's Lackdanülll»«; iitteiPjifl. Iulernlk. welche dis vorinersj tag eingeden. finden inder rarauffolgen« j den Viunimer BerüSsichligung. j Beilagen werden mit 1 Mark 5« Pf. pro Hundert berechnet. 39. Jahrgang. Leipzig, den 6. April 1S75. J\? 15. Sahalt. Seitende Artikel: Der Kampf um Jerusalem und die Parteien in ibm. II. -- Aeitungsnaäirtäiten: Deutschland: Schippenbeil, Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, Bielefeld, Warmbrunn, Küstrin. — O citerrci ch-U n g arn: Pest, Aus Siebenbürgen, Wien, Prag. — Schweiz: Zürich. — Italien: Rom. — Feuilleton: Religiöses Gefiibl - Schwärmerei — Aberglauben. II — Vermischtes. — Nachtrag <Prov. Hessen). Bonn, den ÜI. Mär;. Der Kampf um Jerusalem und die Parteien in ihm. II. Die hartnäckigen Verlheidiger Jerusalems, welche in den blutigsten Gefechten und mit äußerstem Widerstande gegen die Römer um das Land, um die Stadt, um Moria unv zuletzt um den Tempel stritten, welche diesen Kampf in der Voraussicht unternommen hatten, daß sie es mit einem unerbittlichen Sieger zu thun hätten, und in der Gewißheit fortsetzten, unter den Trümmern der Stadt und des Tempels Untergang und Tod zu finden, die noch im letzten Augenblicke aus dem brennenden Heiligthume die Priesterstühle aus die Köpfe der stürmenden Feinde schleuderten — welches Urtheil spricht die Geschichte über sie? Hören wir den ältesten und den jüngsten Zeugen. Josephus kann nicht harte Worte genug finden, um sie zu brandmarken. Sie heißen ihm vom Beginn an Zeloten, bald aber auch Räuber, Meuchelmörder (Siccarier>, Mordbrenner, nach ihm war ihr Hauptzweck, die Herrschaft an sich zu reißen. Darum wütheten sie ohne Schonung gegen die bisherigen Oberen und stürzten die Behörden, warfen die Häupter der sg. politischen Partei, das ist derer, welche kämpfen wollten, aber nur um den Römern besiere Bedingungen abzunöthigen, in das Gefängniß, und richteten sie dann hin. Sie scheuten sich nicht, selbst die aufgehäuflen Lebensmittel zu vernichten, um unter den Reihen ihrer Gegner innerhalb der Stadt die Hungersnoth zu vermehren, sie zu entmuthigen und sie zu unterdrücken. Sie bestanden größtentheils aus Männern der untersten Volksschicht, aus Flüchtlingen aus Galiläa, nachdem diese Provinz durch Josephus in die Hände der Römer gefallen, und aus Landleutcn, die beim siegreicken Vordringen der Römer nach Jerusalem geflohen waren. So tief prägien sich die Schilderungen des Josephus ein, daß die allgemeine Meinung bis zur neuern Zeit sich in besten Beurtheilung gefiel und es immer wiederholte. Wie ganz anders lautet die Ansicht des jüngsten Beurtbeilers l In der Lieferung der Kovue d<-s <l«*ux Momlw vom l. März dieses Jahres giebt Ernest Rönan eine Abhandlung unter dem Titel „Die Apokalypse des Jahres 97". Er versiebt hierunter das sg. „Vierte Buch Esra," das nach neuesten Untersuchungen dem genannten Jahre zugeschrieben wird, weil es unter dem Kaiser Nerva und vor dem Eäsarat des Trajan versaßt sein muß. Wir werden aus dieses Buch zurückkommen. Der Vers, destelben ist vom wülhendsten Haste gegen die Römer erfüllt; ihn durchdringt das bitterste Schmerzgefühl über den Fall seiner Nation, Jerusalems und des Tempels. Es entspringen ihn: daraus viele Zweifel und Fragen an die göttliche Vorsehung, allerdings aus einem erklärlichen, jedoch durchaus beschränkten Gesichtspunkte. Rönan endigt seine Abhandlung in folgender Weise: „Was die Kritik betrifft, welche den Versuck zur Ausgabe hat, soweit sie es vermag die vergangenen Zustände des Menschengeschlechts vor uns wieder aufleben zu lasten, sie ist dem Pseudo-Esra eine große Aufmerksamkeit schuldig. 2hm verdanken wir das Mittel, den stärksten Fieberanfall aus der Nähe zu

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