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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-08-14 · Heft 97 (14.8.1838) · p. Seite 394

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 97 (14.8.1838)
Date
1838-08-14
Page
Seite 394 (sequence 4)
Language
German
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394 Literarischer Salon. (Fortsetzung.) Jüdische Sagen und Dichtungen nach den Talmuden und Midraschen, eine Centurie zusammengestellt von Or. K rafft (mit einem Vorworte vom Schreiber dieses Salon), die gegenwärtig im Druck erscheinen. Das Ganze zerfällt in drei Sammlungen, wovon die erste mehr die Sagen über biblische Personen und Stoffe, die zweite über talmudische, die dritte mehr über allgemeine und volksthümliche Züge handelt. Um manche talentvolle junge Israeliten zu ähnlichen Arbeiten zu ermuntern, so glaube ich im Intercffe einer Anregung zu handeln, wenn ich hier die inhaltlichen Ueberschriften und deren Quellen angebe. Erste Sammlung. 1. Der Mond. Ialkut I. f. 4. — 2. Der Mensch. Nach Raschi zu gn. 1. 3. Die Schöpfung des Menschen. Midrasch Rabba, gn. p. 8. — 4. Der Schlaf der ersten Menschen. M. R. gn. p. 8. — 5. Die Schöpfung des Weibes. M. R. gn. S. 146. — 6. Der Vogel Chul. M. Sam. f. 55. — 7. Henoch. Ialk. Rt?üb. f. 27. — 8. DaS Meer und der Mensch. M. R. gn. p. 28. — 9. Lüge und Ungerechtigkeit. Ialk. gn. 56. — 10. Der Rabe Noachs. Ialk. 8. — 11. Die Pflanzung des Weinstocks. Ialk. 16. 3. — 12—15. Abraham, der Patriarch (in 3 Dichtungen). Nach M. R. gn. 17. — 16. Der Baum des Abraham. Ialk. Chad. 14. — 17. Der Edelstein des Abraham. Batra, 16, a. — 18. Josef, ein Keuschheitsspiegel. Sotha,36, h. — 19, Die sieben Himmel. Mid. R. — 20. Mose, das Kind. M. R. ex. 91. — 21. Mose und das Lamm. M. R. ex. 2. — 22. Tabor und Karmel. Ialk. 11. 9. — 23. Das Gesetz des Mose. Sabbat 89. — 24. Mose's Tod. M. R. 226. — 25. Salomo , nach den gesammelten Sagen in Charuze Peniniin). (Fortsetzung folgt). — Landau'sches Bibelwerk. Neben Mendelssohn's Bibelwerk. das von dem jüdischen Philosophen begonnen und von seinen Schülern und Freunden weiter geführt und vollendet in Berlin erschien, ist das Landdau'sche Bibelwcrk^ als das letzte große Erzeugniß der Biuristen-Eregese, die vorzüglichste und einflußreichste Erscheinung. Von 1832-1838 wurden die 20 Bände in Großoctav, welche dieses Bibelwerk umfaßt, vollendet und mit manchen schönen Eigenschaften ausgestattet in der Landau'schen Officin in Prag gedruckt. Die Juden in Böhmen, Ungarn, Mahren und Galizien haben nun, wie die übrigen östreich'schen Juden an den Schmid'schen Bibelwerken, eine vollständige, abgeschloyene Bibel, Tora, Nebiim und Ketubim mit deutscher Uebersetzung (in hebr. Lettern), mit dem Commentar Salomo Jsaaki's oder Raschi's, mit einem im allgemeinen gut gearbeiteten, von den besten jüdischen Gelehrten Oestreichs veranstalteten, vollständigen Biur, und dieses wird gewiß, wie das norddeutsche Bibelwerk vor einem halben Jahrhundert, in jenen Gegenden Aufklärung und humane Bildung verallgemeinern helfen. Für die literär-historische Anzeige wird folgende umriffene Skizze vollkommen binreichen, ja vielleicht gar für die Kritik, da^ der Aufzug dieser Biurim-Exegese, wie ihn zufällig uns nur für feine Zeit Mendelssohn zubereitet, hier um kein Haar fortgebildet ist. — Der Pentateuch ist aus Achtung vor dem Urheber dieser Exegese, wie fast in allen Bibelwerken der germanischen Juden, unverändert geblieben, daher auch der Onkelos-Targum in demselben; nur einige Zusätze unter dem Titel Meamer (Garbenbinder» charakterisiren hier die neue Ausgabe. Josua ist übersetzt von M. I. Landau und commcnnrt von dem tüchtigen Wolf Mayer, dem Lehrer des Hebräischen an der jüd. Normalschule zu Prag; hingegen ist Uebesetzung und Commentar zu Richter von Landau allein, so wie Mayer zu den Büchern Samuel Verdeutschung und Biur allein lieferte. Die Bücher der Könige übersetzte Josef Weiße und den Commentar dazu der genannte Mayer; aber beim Jesaja haben sich wieder die Herren Landau und Mayer die Arbeit getheilt, der Erstere machte die Uebersetzung, der Andere den ziemlich ausgefallenen Biur. Jeremij a übersetzte und commentirte der Rabbine zu Lichtenstadt und des Ettbogner Kreises in Böhmen, Herr S. Sachs; Ezechiel hat Verdeutschung und Commentar von einem jungen talentvollen Manne, von dem Herrn M. Benesch, erhalten. Die Sprüche har Mayer nach frühern Ausgaben übersetzt und commentirr, aber diese Bearbeitung steht der alten Arbeit von Euchel sehr nach. Job hat Landau allein übersetzt und commentirt, mit reichen Spuren von Eilfertigkeit und 'Oberflächlichkeit; Daniel hingegen Mayer allein mit vieler Gewandtheit. Esra und Nehemia übersetzte Marcus Gold mann, zu welcher Uebersetzung Herr Mayer den Commentar lieferte; hingegen die Bücher Dibre ha-Jamim übersetzte und commentirte der genannte Weiße mit vielem Fleiße. Die zwölf Propheten und die Psalmen, so wie die fünf Megillot sind wie der Pentateuch ganz nach der alten Uebersetzung edirt worden, und die einzige Bereicherung ist hier auch nur der glossirende freilich eine schlechte Entschädigung für eine erwartete neue Arbeit. Bei dem ganzen Werke hat sich vorzüglich Mayer und Weiße als Arbeiter und Herr Landau als Drucker das meiste Verdienst erworben; aber der Letztere nur für Oestreich. Denn fürs Ausland theilt auch die Landau^sche Officin die Nachtheile jeder jüdischen Winkeldruckerei, daß ihre Erzeugnisse auf dem Wege des Buchhandels nicht zu erlangen sind. So z. B. kann kein Buchhändler in Leipzig den dritten Theil des Kerem Chemed dem Literaten besorgen, während Herr v. Schmid hier an dem Buchhändler z K u m m e r seinen Commissionär hatte. - (Fortsetzung folgt.) Litera rische Notizen. Der Herr Brick, dessen schöne hebräische Aufsätze in No. 14. des Beiblattes besprochen sind, ist jetzt mit Aufnahme von Subscribenren, und auch schon mit dem Drucke selbst beschäftigt. Das Werk erscheint in Hamburg bei Raf und Magnus, und der Subscriptionspreis ist 18 ggr. Wir wünschen, daß rechtViele das Unternehmen fördern und unterstützen, da der hebräische Stil sich durch Reinheit und originelle Wendungen auözeichnet. Von dem seligen I. Wolf, Prediger der israel. Gemeinde zu Dessau, dem ersten, der regelmäßig deutsche Vorträge in einer öffentlichen Synagoge hielt, sind noch, als postlnimum sechs schöne Predigten gedruckt worden, die.schon um des Andenkens willen, bei dem geringen Preise von 4 ggr., viele Käufer finden mögen. DaS Nähere im Homilet. Beibl. Bemerkung. Die Redaction macht darauf aufmerksam, daß man sich wegen Inserate in den Anzeiger lediglich an die löbl. Berlagshandlung zu wenden habe, da sie mit denselben nichts zu thun hat. Es sei denn, daß in dem Inserate auf ein Stellengesuch oder eine Anstellung sich bezogen wird, wo sie gern zu Gefälligkeiten dienstbereit ist, und die Zwischenhand bietet. Zu verbessernde Druckfehler: No, 91. S. 370. Sp. 2. Z. 40 v. o. lies „unwichtigeren" für „unrichtigeren." Redacteur vr. $♦ Phtlippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B Hirschfeld.

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