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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-08-11 · Heft 96 (11.8.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 96 (11.8.1838)
Date
1838-08-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. Mrg.°g. Allgemeine No. s«. Zeitung -es Audenthums. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer aüergnadlgster Concefsiori.) Leipzig, den II. August 1834. Zeitungsnachrichte«. Odessa, 15. Juli. (Privatmitth.). Es ist hier ein gelehrter Karäer im Besitze einer höchst seltenen literarischen Kostbarkeit. Wir meinen nämlich das noch nie gedruckte hebräisch-arabische Wörterbuch von Saadja, das auf schönem Pergament 300 Fvlioseiten umfaßt. Dieses schätzbaren Werkes lhun die altern Schriftsteller unter dem Namen Jgaron Erwähnung; doch wußte lange Niemand recht, was für ein Buch eigentlich dieser Titel bezeichne: ob es eine Grammatik oder ein Lexicon wäre. Der nunmehrige Besitzer hat sein Kleinod dem Herrn Prof. Gcsenius angeboten, welcher es auch für die Universitätsbibliothek zu Halle um 60 Ducaten kaufen will. Näheres hkerüber wird wol der berühmte Orientalist selbst mittheilen. Der Eigenthümer ist ein in der hebräischen Literatur sehr bewanderter Mann, wie denn dies oft unter den Karaicea der Fall ist. Bei.dieser Gelegenheit erlauben wir unS auch auf die in unserer Stadt ziemlich zahlreiche Sccte der Karäer überhaupt aufmerksam zu machen. Sie verdient unstreitig das volle Interesse unserer deutschen Micbrüder. Ganz abgesondert und geschieden von unsern Glaubensgenossen lebt sie den mosaischen Gesetzen nach, ohne sich jedoch im Geringsten an den Talmud zu halten. Der.Umstand, daß sie niemals irgend einer Beschränkung der Juden theilhaftig wurde, zeugt gar zu sehr von dem Erbhasse der Christen gegen unsern ehrwürdigen Talmud. Das mosaische Gesetz aber befolgen die Karäer buchstäblich treu. So sitzen sie z. B. am Vorabend des Sabbat im Dunkeln, weil es in der Bibel Exod. 35, 3. heißt: sstüo» cjx ■nyamsV. Es ist übrigens gar Manches an ihnen zu loben, wiewol wir leider gestehen müssen, daß ihre anderweitige Bildung sich kaum eines Schneckenganges bedient. Ref. bedauert sehr, über diesen Gegenstand nichts Erschöpfendes sagen zu können; und doch ist derselbe eben so wie der Chasidäismus in unserer Gegend einer ausführlichen Darstellung werth. Dies könnte nun keiner mit umfassenderer Gründlichkeit und auf eine genügendere Weise thun als unser kenntnißreicher Director Herr Stern. Wir fühlen uns daher veranlaßt, nicht mit Wenigen den Wunsch zu äußern, daß er doch diese höchst interessanten Parteiungen und Seelen mit der ihm eigenthümlichen Klarheit beleuchten möge. Ohne Zweifel wird — deß sind wir überzeugt—ihm jeder Gebildete dafür Dank wissen. Und wo fände er einen passenderen Ort, die Früchte seiner vieljährigen Forschungen dem Genüsse der Gesammtheit darzulegen, als eben in diesem würdigen und vielgelesenen Blatte?— Beiläufig noch eine kleine Erinnerung. Zn meine« brieflichen MiUheilungen über unsere Schulanstaltm und unsere Gemeinde, die durch diese Zeitung No. 76. 77. veröffentlicht sind, sind manche sinnentstellende Druckfehler, die ich hiermit anzeige. Erstlich muß, wo von den Zöglingen unserer Lehranstalt die Rede ist, zu den Worten: „Auf den vorzüglichsten Universitäten Deutschlands" noch hinzugefügt werden: „und ihres Vaterlandes;" denn in der That findet man^eine größere Anzahl dieser Zünglinge auf russischen Universitäten als in Deutschland. — Bei der Stiftung der Mädchenschule bedurfte cs „weiblicher" nicht „weltlicher" Leitung. Auch heißt es, wo von der Verbesserung des Gottesdienstes gesprochen wird: „den Demantschild ihrer Eigenthümlichkeil, ihrer Religion." Man lese aber: „ihre Religion"; das kleine .unschuldige „r" bringt nur eine Verwechselung der Apposition hervor. C. Lpn. Verha«-lunge» der Provinzialstände für Nord-Zütland. (Aus dem Dänischen der Ständczcitung.) Vorbemerkung des Redakteurs. Wenn wir hiermit die Verhandlungen der Viborger Ständeversammlung ihrer ganzen Länge nach mittheilen, so glauben wir einer Pflicht gegen das Publikum uns zu entledigen. Es ist in denselben abermals ein vollgültiges Jeugniß für die Wahrhaftigkeit des Satzes, daß mit der Emancipation sich auch der bürgerliche Geist selbst der jüdischen Masse vollständig hebt, und sich auf das Niveau des Gemeinfinns stellt, gegeben. Es ist ein Beweis geliefert, daß nicht alle Provinzialstände, wie man behaupten wollte, sich gegen die Emancipation aussprechen. Dabei muß man nicht vergessen, daß es sich hier lediglich um die Wählbarkeit in die Provinzialstande handelt, ein Recht, das eher ein Ehrenpunkt, als ein die Masse betreffender Rechtsbesitz ist, so daß hier allein das Recht in seiner strengen Consequenz sich geltmd macht. Der Jude will Bürger

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