Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1875)
- Date
- 1875-01-12
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Vermischtes. Authentische Berichte über Ostindien geben die Beweise, daß auch in der indischen Bevölkerung eine starke geistige Bewegung vor sich geht, theils nationaler, theils religiöser Art, bei der merkwürdiger Weise auch ein Sprachenkampf das begleitende Element ist. Unter den 240 Millionen, welche der englischen Herrschaft unterworfen sind, gehören über 30 Millionen dem Islam an, der äußerst regsam ist und große Fortschritte macht; \ Million sind Katholiken und etwas über 300,000 von den übrigen christlichen Secten. Alle übrigen Einwohner sind Brahmanen und Buddhisten. Aber auch unter diesen ist ein ganz neues Leben erwacht, das von der englischen Regierung sehr begünstigt wird. Es besteht dies aber nicht allein in befferer Volksbildung, in Errichtung von höheren Lehranstalten und Universitäten und in literarischen Arbeiten, sondern vorzugsweise in religiöser Beziehung. Es ist nämlich zahlreichen Brahmanen der Polytheismus (Vielgötzerei) ihrer Religion in seiner Verwerflichkeit zum Bewußtsein gekommen, und sie wollen deßhalb an dessen Stelle die vier Lehren setzen: den Glauben an einen einzigen Gott, an die Unsterblichkeit der Seele, an die Nothwendigkeit des Gebetes und an die göttliche Vergeltung. Diese sich schnell ausbreitende brahmanische Reformation, welche in ihren Versammlungen eine völlig freie Discussion, sobald sie sich nur auf dem Boden des Glaubens von einem einzigen Gott erhält, zuläßl, findet natürlich einen starken Widerstand in den orthodoxen Brahmanen, und diese helfen sich wie gewöhnlich durch Verketzerungen und Schmähungen auf Gonlosigkeit, Abfall und dergleichen. Aber auch bei den Mohamedanern ist es religiös rege geworden, und die Richtung zur Rückkehr zur ursprünglichen Einfachheit nach dem Borbilde der arabischen Wehabiten findet immer größere Ausbreitung. So entfaltet sich die Fahne des Monotheismus auf der großen Halbinsel Vorderindiens zu frischem Leben und allseittgem Siege, während eingestandener Maßen die Missionäre ohne allen Erfolg bleiben. Anzeigen. Durch das Ableben des weil. Herrn Lrndrabbiner Wechsler ist das hiesige Landrabbinat vacant geworden. Die Stelle soll rafchmöglichst besetzt werden, und wollen Reflectanten ihre Gesuche nebst eurl ieulun» vitae und abschriftlichen Zeugnissen bis zum I. Februar 1875 an den Unterzeichneten einsenden. Sie müssen akademisch gebildet sein und von anerkannten Autoritäten die 77«i-!77 mnr; besitzen. Das feste Einkommen der Stelle beträgt 3225 Reichsmark und wird Der Angestellte großherzoglich oldenburgischer Staatsdiener, mit Pensionsberechtigung. Oldenburg im Großherzogth., den 21. December 1874. M L. Reyersbach, Vorsteber. In einer Stadt, in der Nähe von Frankfurt am Main wird in einer größer« israel. Gemeinde ein wissenschaftlich gebildeter junger Mann als Cantor und Religionslehrer mit einem jährlichen fixen Gehalt von 1000 st. zu engagiren gesucht. Reflectanten belieben sich unter Angabe ihrer seitherigen Wirksamkeit und Beifügung ihrer Zeugnisse sut, Chiffre J. 2145. an die Annoncen-Expedition von Rudolf Jtlosuse in Frankfurt am Main zu wenden. Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters in der Gemeinde Reinheim ist von heute an vacant. Gehalt incl. Rebenverdienste 950 Mark. Resteetirende wollen stch baldigst an den Unterzeichneten Vorstand melden. Reinheim im Odenwald, d 1. Jan. 1875. Der Vorstand Lehmann. Für drei Kinder im Alter von 6—10 Jahren wird ein Hauslehrer gesucht, der für die .Quarta vorzubereiten im Stande ist. Meldungen nimmt entgegen _ Joseph Bloch in Rosenberg Q/S. Wir suchen per i. April 1875 einen unverheiratheten Clementarlehrer, der zugleich den Cultus mit versehen kann. Gehalt 1050 Mark und wollen sich Bewerber umer Einreichung ihrer Zeugnisse melden. Petershagen bei Minden, den 3. Januar 1875. _Der Zynagogen-Gemrinde-Vorfland. Umstände halber suckt die hiesige Synagogen-Gemeinde zum 1. Mai 1875 einen Canlor. Lehrer unv Schächter; derselbe muß seminaristische Bildung besitzen und befähigt sein deutsche Vorträge halten zu können. Gehalt Fixum 1350 Reichsmark. Frankirte Anmelvungen mit Beifügung ver Zeugnisse werden erbeten. Jever (Großherzogth. Oldenburg), den 13. December 1874. Der Bor st and _>1. 8. Herz. Bei einem festen Gehalt von 360 Mark, verbunden mit freier Wohnung, Heizung, Mittagunv Abendessen, wird für die hiesige israelitische Gemeinde zum 1. April d. Ä. ein Religionslehrer, Borbeter und Schächter gesucht, unv wollen Reflectanten sich baldigst wenden an den Vorstanv ver israelitischen Gemeinde zu Grabow in Mecklenburg. i 11. 06224.i _ Für mein Productengeschäst suche ich zu sofort oder 1. April einen befähigten Lehrling. Renbrandenburg i/M. Gustav Emanuel.