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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-01-05 · Heft 2 (5.1.1875) · p. Seite 30

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 2 (5.1.1875)
Date
1875-01-05
Page
Seite 30 (sequence 14)
Language
German
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30 2 Chron. S, 4.), und zwar ebenso, um eine Vormauer gegen Osten, alü auch eine sichere Station für die Handelsstraße zwischen Ostasien unv Palästina zu haben, Nach einer arabischen Sage hat Salomon den Platz nur befestigt, und nach Anderen wurde Thadmor von Nebuchadnezzar zerstört. Wie dem auch sei. Die erste weitere Nachricht über die merkwürdige Stadt haben wir erst durch Pliniuö igest. 79 nach der gew. Zeitr.). Sie heißt Palmyra, was von Josephus und Hieronymus mit Thadmor für gleich erklärt wird, wie sich denn auch beide Namen neben einander erhielten, und noch heute das in die Ruinen des prächtigen Sonnenlempels hineingeflickte Dorf Thadmor heißt. Jahrhunderte erhielt sich die Stadt als Republik zwischen den Römern und Parrhern, bis sich ein vornehmer Bürger zum Kaiser von Palmyra erhob, nach seiner Ermordung seine Gemahlin sich als Kaiserin gerirte, und nun der römische Kaiser Aurelian die Stadt unterwarf. Die Araber zerstörten diese gänzlich; aber Benjamin von Tudela berichtet, daß im zwölften Jahrhundert sich 4oöo Juden in dem öden, zerstörten Platze angesidelt hatten und ihre Unabhängigkeit tapfer vertheidigten. Gehen wir nun zu Palmyra zurück. 'Neuere Forschungen haben wiederholt die umfangreichen prächtigen Ruinen des schwer zugänglichen Orres und insonders die zahlreichen Inschriften untersucht und Thonsiegel, Bruchstücke, ja Botiv-Altäre nach Europa gebracht. Der Jüngste ist A. D. Rordtmann, der in der „A. A. Zig." einen interesianten Aufsatz geliefert hat. Das älteste Denkmal mit einer ausdrücklich ausgeschriebenen Jahreszahl ist vom Jahre acht v o r der gew. Z., das letzte Monument reicht bis zum Untergang der politischen Unabhängigkeit, nämlich bis zum Jahre 272 nach der gew. Zeirr. Wir haben es also hier mir der zweiten Blüthezeit Thadmor's zu lhun. Tie Ansiedler müsien vorzugsweise Syrer gewesen sein, ^enn die ältesten dieser schriftlichen Denkmäler sind in syrischer Sprache und in Schriftzügen abgefaßt, die mit der hebräischen Ouadrarschrifl die größte Aehnlichkeit haben. Indessen müssen bald andere Colonisten, namentlich griechisch-macedonischen Einflusses, herangezogen sein. Unze Durch das Ableben des weil. Herrn Landrabbiner Wechsler ist ras hiesige Landrabbiuat vacant geworden. Die Stelle soll raschmöglichst besetzt werden, und wollen Reslectanten ihre Gesuche nebst utmniium viu.e und abschriftlichen Zeugnissen bis zum I. Februar 1875 an den Unterzeichneten einsenden. Sie muffen akademisch gebildet sein und von anerkannten Autoritäten die rrx-nr; rr-rnrr besitzen. Das feste Einkommen der Stelle beträgt 2225 Reichsmark und wird der Angestellte großherzoglich oldenburgischer Staatsdiener, mit Pensionsberechtigung. Oldenburg im Großherzogth., den 21. December 1874. M. L. Reyersbach, Borsteber. I Arabische Nabathäer aus Nordarabien siedelten sich an, aber wenige arabische Elemente, wie Parther und selbst Armenier. Herr Rordtmann sagt ferner: „In Felge der verhängnißvollen Ereignisse in Judäa im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung ist auch eine Anzahl Israeliten nach Palmyra ausgewandert, wo sie jedoch, wahrscheinlich aus Furcht vor dem kaiserlich-römischen Einfluß, nicht ganz offen ihre Religion bekennen konnten; mehrere Denkmäler Palmyra's sind jedenfalls jüdischen Ursprungs, und der Genius der semitischen Sprache, in welcher dieselben abgefaßr sink, gestattete ihnen Redeweisen, welche ihren monotheistischen Ueberzeugungen wenigstens keinen Zwang auferlegten. Die große Mehrzahl der Bolivsterne beginnt mit den Worten: „Dem dessen 'Name in Ewigkeit gepriesen ist, dem Gütigen, dem Allbarmherzigen, Lob und Preis," eine durchaus biblische Redensart. Auf einem Thonsiegel, welches zu einem Begräbniß einladet, ist ein geflügelter Engel abgebildet, welcher dem Verstorbenen einen Palmzweig überreicht; ans einem andern Siegel derselben Art ist, statt des üblichen Ausdruckes habal, „er ist gestorben," der biblische Ausdruck nam, „er ist entschlafen," gebraucht, ein drittes Siegel bedient sich der Wendung tebet men derek, „er ist vom Wege fortgelragen worden," gerade wie im Hebräischen dasselbe Zeitwort jobel von Beerdigungen gebraucht wird; vergl. Hiob 10, Io; 21, 32. Ein viertes Siegel stellt aus der einen Seite einen Mann und aus der andern Seite ein Kind aus einem Lager dar, mit der einfachen Inschrift bar, „Sohn", und welches vermuthlich eine Einladung zu einer Beschneicungs-Eeremonie ist. Endlich aber erklärte eine zweisprachige Inschrift über einem Grab im 'Nordweslen der Stadt (Bogü«'- Nr. 051: Daß Zebeida und Samuel, die Söhne Levi, des Sohns Jakob, des Sohns Samuel, im Jahre 212 nach H. G. ihren Baler Levy zu Ehren auf eigene .Kosten ein Grabmal errichtet haben. Aus allen Umständen geht hervor, raß die Erbauer dieses Grabes einer wohlhabenden jüdischen Familie ange- : i g e n. Umstände halber suckt die hiesige Synagogen-Gemeinde zum l. Mai 1877, einen t'.:>mor. und Scliiirliin-: derselbe muß seminaristische Bildung besitzen und befähigt sein deutsche Verträge hallen zu können. Gehalt Fixum 1350 Reichsmark. Frankirle Anmeldungen mir Beifügung der Zeugnisse werden erbeten. Jever lGroßherzoglh. Oldenburg), den 13. December 18/4. Der Vorstand _31. S. Herz, Ein junger Mann, der längere Zeit in einem der größten Leder-Geschäpe Berlins fungirte, sucht anderweitig Stellung. Adressen an die Exped. Id. Bl. sub £. C.

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