Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 95 (9.8.1838)
- Date
- 1838-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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». Z-Hrgang. Nv. »S. Zeitung -es Zudeuthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnävigster Concession.) Leipzig, den 9. August 1838. Zeitungsnachrichten. Brody, 18. Juli (Privatmitth.). Es war in dieser Zeitung schon öfters die Rede von dem neuen Synagogengebete für den Kaiser, welches unter dem 9. Juli 1837 für ganz Gallizien verordnet wurde. Damit man darüber ganz in Klarem sei, theile ich Ihnen den Inhalt des Dekretes, und das fragliche Gebet, welches das im Wiener Bethause gebräuchliche ist, in extenso mit. Dieses Gebet soll 1) in der deutschen und unter keinem Vorwände in der hebräischen Sprache, 2) ' an jedem Sabbate und Feiertage vor dem Einsetzen der Tora, statt des bisher üblichen hebräischen Gebetes für den Landesfürsten Hanoten Tescliua Liinlachim, in allen Synagogen öffentlich abgehalten werden. Vor Beginn des Gebetes soll die Gemeinde angewiesen werden aufzustehen, wahrend desselben in einer ehrfurchtsvollen Stellung zu verbleiben, und am Schlüsse desselben Amen zu sagen. 3) Darf dieses Gebet unter keinem Vorwände durch einen Stellvertreter des Rabbinen oder durch einen Schulsinger, sondern in der Gemeinde, wo der Kreisrabbine seinen Sitz hat, von diesem selbst, in den übrigen aber von dem Religionsweiser der Gemeinde mit der Tora im Arme verrichtet werden; indem die Rabbinen und Religionsweiser ohne Ausnahme an Sabbat und Feiertagen ihr Gebet im öffentlichen Bethause verrichten, den einzigen Fall ausgenommen, wenn sie Krankheitshalber nicht im Stande wären, außer dem Hause zu beten, in welchem Falle dieses Gebet von dem Gemeindevorsteher — nach ihrem Range — abzuhalten ist; was auch zu geschehen hat, wenn in einem Orte mehrere Bethauser bestehen, der Rabbine oder Religionsweiser daher das Gebet in allen Bethausern nicht verrichten könnte. 4) Bei abendlichen Feierlichkeiten, oder wenn sonst die Tora nicht zuvor herausgehoben wird, soll die Lade zu diesem Zwecke geöffnet, und das Gebet für den Landesherrn vor der offenen Lade verrichtet, und diese erst nach Beendigung desselben geschlossen werden. Gebe t. Allmächtiger Gott und Herr, der Du sendest Deine Boten und sie rüstest mit Deiner Kraft, daß sie den Schwachen Schutz, den Armen und den Leidenden Trost und Frieden bringen, der Du Könige und Fürsten hast berufen, und erhöhet, und verherrlicht auf Erden, daß sie in Deinem heiligen Namen den Frieden schirmen, Licht und Recht verbreiten, alle milde gute Gaben bringen Jeder seinem Volke, zu Dir beten wir in dieser Stunde als treue Unterthanen für ihren Herrn, wie Kinder für ihren Vater beten. Verleihe Deinen göttlichen Schutz und Beistand unserm Fürsten und Herrn Deinem Gesalbten, dem Kaiser Ferdinand I. Mehre Seine Tage, kröne Ihn mit Sieg und Ruhm und Herrlichkeit, rüste Ihn mit Jugendkraft und Muth; verleihe Ihm Einsicht, Rath und Stärke, Sein Volk in Weisheit zu regieren, cs auf die Höhen des Lebens zu geleiten in Freundlichkeit und Milde. Segne Ihn mit den Gaben Deiner Huld, daß Er in Seinem Hause stets das Glück, in Seinem Volke stets das Heil, Liebe und Treue wachsen und gedeihen sehe. Segne Du unsere Fürstin und Herrin, die Kaiserin Maria Anna Carolina, die Ihm in Liebe stets zur Seite .steht. Segne Du alle Angehörigen des erhabenen allverehrten und geliebten Fürstenstammes, daß sie als die Ersten Seines Reichs, die Seinem Throne und Seinem Herzen die Nächsten sind, sich aller Segnungen, die Ihm beschieden sind, mit Ihm erfreuen. Segne Du das gesammro Vaterland, daß Eintracht, Friede und Liebe seine Stämme einige und verbinde, und einen einigen Bruderbund aus ihnen bilde, daß Fruchtbarkeit und Fülle stets im Lande sei, Licht und Wissenschaft das Volk erhöhe, Treue und Liebe seine Stärke, Tugend und Gottesfurcht die innere Lebenskraft im Volke sei. Gieb o Gott! daß jedes Streben und Wirken gelinge, und auch wir des Seegens theilhaft werden, unsere Wünsche und Bitten Erhörung finden, wir einen Ehrenstand gewinnen mögen im Vaterlands, und Wohlwollen finden unter den Menschen, wie wir Gnade und Erbarmen zu finden hoffen, Herr, vor Deinem Weltenthrone. Amen. Pädagogik. Aufforderung an Rabbinen, Schulmänner, Schul - und Jugendfreunde. (Eingesandt.) Der große Nutzen guter Volks - und Jugendschriften, die Belehrung mit Unterhaltung verbindend auf Geist und Herz zugleich wirken, kann eben so wenig Jemandem enr-