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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-08-04 · Heft 93 (4.8.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 93 (4.8.1838)
Date
1838-08-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. 34W Allgemeine N». 93. Zeitung -es Audcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Kö'nigl. Sächsischer aklergnädigster Csncrssion.) Leipzig, den 4. August 1838. Zeitungsnachrichten. Metz, 8. Juli (Privatmitth.). Damit Sie desto leichter über Die gegenwärtige Stimmung alihier urtheilen können, berichte ich Ihnen heute über einen kleinen Skandal, der sich diese Tage hier begeben. Das hiesige israelitische Eonsistorium hat eine Synagogenadministration von Metz delegirt. Diese nun, mit redlichen Absichten, aber mit geringer Energie, hat unter dem 15. Juni folgendes Circulair erlassen, das ich hier wörtlich übertrage: Metz, den 15. Juni 1838. P. P. Mein Herr! Indem wir die Mission, welche uns das Eonsistorium anvertraut hat, die der Verwaltung der Synagogen von Metz, übernommen haben, haben wir die Hoffnung gehabt, daß die Unterstützung der Braven uns.nicht fehlen wird; daß, wie wir, Sie die Ordnung und den Anstand in der Feier des Gottesdienstes, und die Regelmäßigkeit und Oekonomie in den Ausgaben herrschend haben wollen. Einverstanden mit den Herren Mitgliedern des Consisioriums, haben wir beschlossen, unsere Zuflucht zu einer jährlichen Subscription zu nehmen, um die Kosten der Synagogen zu bestreiten; Sie sind darin mit einer Summe von 20 Frank (5 Thlr. 8 Gr.) eingeschlossen. Sie werden gütigst vierteljährlich, vom 1. Juli an, diese an Herrn D. Lippmann, Kassirer der Administration, zahlen. Nach den Beschlüssen der Sitzung vom 16. Mai, werden die, welche zu dieser Subscription nicht beitragen, keinen Theil an den religiösen Ehren und Rechten der Synagoge haben; andererseits wird der Betrag Ihrer Subscription Ihnen für die religiösen Ehren, die Ihnen im Laufe des Jahres zukommen werden, angerechnet; die Berechnung der Einnahmen und Ausgaben wird jährlich veröffentlicht; die Commission wird stets mit Eifer die Bemerkungen der Unterzeichner über Mißbrauche, die zu verbessern und Verbesserungen, die einzuführen waren, entgegennehmen. Empfangen Sie rc. Die Mitglieder der administrativen Commission. Hy. Wittersheim, I. Anspach, Cers Samuel, M. L. Mai, I. Schwabe, S. Emerique aine, D. Lippmann, Lion—Cers Cahen, Cerf Benjamin, L. Gougenheim, Math. Goudchaux. Man kann zwar noch nicht beurtheiten, in wieweit die Tendenz dieser Commission zur Kultusverbesserung sich realifiren wird, indeß ist jene doch immer ausgesprochen, und der Billigdenkende hätte wenigstens den Anfang der Operationen adgewartet. Ein Radikal-Reformer hat nun in dem Courier de la MoseJle von gestern dieses Circutair abdrucken lassen, und die bissigste und schneidendste Antwort hinzugefügt. Allerdings macht er dem Eonsistorium die bisherige Untätigkeit mit Recht zum Vorwurf, und fragt, da das Synagogenwesen feine eigentliche Funktion sei, warum es sich derselben entledigt har? Boshaft fragt er, wozu das Geld denn bis jetzt gedient habe, welches die franz. Nation für den jüdischen Cultus aufwendet, wenn erst jetzt daran gedacht wird, Ordnung und Anstand emzuführe«, und man wiederum Geld dazu verlangt? Anstatt des Geldes wolle er ihnen Lieber einen Rath ertheilen. Und nun belegt er die Synagogen mit den abschreckendsten Namen, wüthet insbesondere gegen Col nidre, Purim, Tischea Beab, Sabbat liagadol, und so fort, und schließt: „Diese Rathschläge, ich fürchte es zu sehr, werden nicht gehört werden; erwarten wir von Confistorien und Rabbinen nichts; von uns selbst Alles. Aidons lious, le ciel nous aidera“ und unterschreibt sich: Un israeüte messin de la rue Yieille-Tappe. Allerdings ist dieser Ausfall ein Skandal, da der Vers, nicht allein die wahrhaften Mängel unsres Synagogenwesens berührt — dafür wüßte man ihm nur Dank — sondern auch gegen alle Erinnerungen und geschichtlichen Momente innerhalb unsrer Kirche stürmt, die doch nie aus derselben verbannt werden können,- wenn sie auch ohne Einfluß auf die Gegenwart bleiben. Allerdings ist die Klage nur zu gerecht, daß unsre Consi'storien uns fürchterlich vernachlässigt und bis jetzt gar nichts genützt haben und das rächt sich jetzt. Eben so verwerflich und unmoralisch ist es aber, wenn ein jeder Versuch, nachzuholen, was versäumt worden, im Keime erstickt werden soll- und ungegründete Forderungen gestellt werden. Das Heiligste und Ehrwürdigste lächerlich zu machen, ist so leicht, daß es der Anstrengung gar nicht bedarf. Wir hoffen, daß die neue Administration sich dadurch nicht irre machen lassen wird. Geschichte. Eine Bulle des Papstes Eugen IV. Die Vermahnung, welche vr. Fischer auf S. 130 und 131 seiner jüngst beurtheilten Schrift mittheilt, veran-

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