Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1870)
- Date
- 1870-12-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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34. Jahrgang. Allgemeine _51. Zeitung des Ju-cnthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 20. Decernber 1870. Diese Zeitung ersSeirü wöckerrtlicki einmal Dienstag«, in 2 bis 2'/, Boqen. Preis de« Jahrgang« 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Bierteljährig 1 Tölr. Inserat: werden mit 1Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitn»gS-Exv«ditionea nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich da« König!. Sachs. Haupt-ZeilnngS-Bnreau unterzogen. Mit dem neuen Jahre tritt die „Allg. Zeitung des Judenthums" in ihren fünfunddreißigsten Jahrgang, und wird in unveränderter Gestalt und mit dem unermüdlichen Streben nach der Erreichung ihrer hohen Ziele fotterscheinen. Wir bitten um baldige Bestellungen, damit wir den resp. Abonnenten sammtliche Nummern rechtzeitig liefern können. Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. Inhalt. Leitende Artikel r Einige Bemerkungen. — Der Schulchan Aruch. — Die Confessionen in Berlin. — Sammlung für die durch den Krieg verunglückten Israeliten in Strafiburg, Metz und Landgemeinden des Elsaß und Lothringens. — Rechnungsabschluß des Instituts zur Forderung der israel. Literatur rc. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Wesel, Wongrowitz, Schweidnitz. — Oesterr.-ungarische Monarchie: Wien, Pest, Aus Galizien. — Frankreich: Paris. — Südamerika: Buenos Ayres. Feuilleton-Beilage: Der taube Soldat. (Fortsetzung). — Euriosum. — Leinen. Leitende Artikel. Bonn, 11. December. Einige Semerkungen. Einer Redaction ist es von unschätzbarem Weiche, mit dem Publicum stets in lebendigem Verkehr zu stehen. Jfolirt, dem Geist und Bedürfniß des Kreises, für den sie arbeitet, fern oder gar fremd, wird sie chre Wirksamkeit nicht lange bewahren rönnen. Je unmittelbarer sie daher aus ihrem Publicum Mittheilungen und Bemerkungen erhalt, desto sicherer wird sie auch dem Ziele zustreben, das ihr gestellt ist, den reckten Weg finden und einhalten, der zu diesem führt. Andrerseits darf sich eine Redaction nicht von den Meinungsäußerungen Einzelner bestimmen lassen. Sie ist dazu da, die einzelnen Strahlen zu sammeln, zu einem Lichtbündel zu vereinigen; sie kann daher der Strahlen nicht entbehren, aber sie kann auch nicht dem einzelnen Strahl mehr Raum und Werth einraumen, als er gerade verdient. Von diesem Grundsätze ließen und lassen wir uns leiten, und darum einige Bemerkungen hier. Ein drolliger Herr N. N. in P. — wir nennen ihn drollig, weil ihm Alles und nock ein Wenig mehr mißfallt. und er doch nicht davon laßt — schreibt uns neulichst: Die Juden haben keine Politik; sie sind Deutsche in Deutschland, in Frankreich Franzosen, Danen in Dänemark, sie haben also keine Politik, und was soll deshalb die Politik in der A. Zeit. d. Judenthums? Der gute Mann glaubte sicherlich hiermit ein unwiderlegbares Argument gegeben zu haben, und bildet sich nicht im Traume ein, daß sein Beweis gerade das Gegentheil beweist. Weil wir Juden in Deutschland Deutsche, Franzosen in Frankreich und in Italien Italiener find, so haben wir als Juden erst recht eine Po-