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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-10-25 · Heft 43 (25.10.1870) · p. Seite 850

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 43 (25.10.1870)
Date
1870-10-25
Page
Seite 850 (sequence 14)
Language
German
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850 Serbien einen bleibenden Aufenthalt nehmen, an keinem anderen Orte dürfen sie Handel und Gewerbe treiben, dabei genießen sie aber alle politischen und bürgerlichen Rechte, wie sie sich auch allen staatsbürgerlichen Pflichten unterziehen müssen. Daß eine solche Lage äußerst traurige, materielle und moralische Folgen für sie haben muß, ist selbstverständlich. Ausschließlich auf das Weichbild der Hauptstadt beschränkt, ist es den Juden unmöglich, genügenden Erwerb für sich und ihre Familien zu finden, und die Gefahr, daß sich unter ihnen ein bedenkliches Proletariat entwickeln wird, ist leider theilweise schon eingetreten. Alle Bittgesuche, Repräsentationen, diplomatische Noten und Denkschrifken, welche die Befreiung der serbischen Juden aus dieser ungerechten Zwangslage bezweckten, sind bis jetzt resultatlos geblieben. Es wäre daher wünschenswerth, wenn der neueste Schritt der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde von besserem Erfolge sein würde. Der Vorstand der letzteren richtete nämlich an die Regentschaft des Fürstenthums kürzlich wieder ein Gesuch, welches wir hier folgen lassen, und in welchem er um Abrogation der Restrictivgesetze von 1856 und 1861 bittet, welche die oben angeführte Beschränkung der Juden aussprechen. Bei dem guten Willen der Regierung dürfte die gegenwärtig in Kragujevatz tagende Skupschtina diesen Act der Gerechtigkeit decretiren. „Einer Hohen Fürstlich serbischen Regentschaft zu Kragujevatz. Der Unterzeichnete Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Belgrad hat die Ehre der hohen fürstlichen Regentschaft von Serbien die gesetzliche Lage ganz gehorsamst auseinander zu setzen, in welcher die serbischen Unterthanen jüdischer Confession sich in Folge der Aufrechthaltung der Restrictivgesetze von 1856 und 1861, kraft deren es ihnen untersagt ist, sich im Innern des Landes niederzulassen, und dort Handel und Gewerbe zu treiben, noch gegenwärtig befinden, indem genannter Vorstand Hochdcren Schutz ansucht, diese Ausnahmsgesetze, welche im flagranten Widerspruche mit den Grundprincipien, namentl. mit § 23 der neuen Eonstitution des Fürstenthums stehen, welche die Religionsfreiheit und Gleichheit aller Bürger ohne Unterschied ausspricht, von der jetzt in Kragujevatz tagenden Skupschtina gütigst abrogiren zu lassen." (Die Petition selbst haben wir bereits in vor. Nr. gebracht. Redaction.) A « zeL ge«. Offene Lehrerstelle. An der hiesigen zweiclassigen Elementarschule ist die zweite Lehrerstelle am 1. Januar 1871 zu besetzen. Das fixirte Gehalt ist auf 224 Thlr. pro anno festgesetzt. Die Nebeneinkünste für Gesangunterricht und Ertheilung von Privatunterricht sind nicht unbedeutend. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Stelle eines Hausvaters an der hiesigen Benda'schen Waisenanstalt für israelitische Knaben, ebenfalls am 1. Januar 1871 vacant wird und dem dazu qualificirten Lehrer unter günstigen Bedingungen gleichfalls übertragen werden soll. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Aeugnisie bis spätestens den 15. November o. wenden an den jüdischen Schulvorstand zu Schwerin a/W. zu Händen des Herrn Joseph Friedlaender. Ein tüchtiger Religionslehrer und Borbeter mit guter Referenz sucht Stellung. Adressen unter A. B. an die Exped. d. Ztg. Anzeige. Die hiesige Lehrerstelle verbunden mit dem Borsängeramte ist bis 1. Januar 1871 zu besetzen. Gehalt circa 200 Thlr. bei fteier Station. Meschede. Der Vorstand: A. Grüneberg. Ein musikalisch gebildeter Cauwr (unverheirathet) und examinirter Elementar- und Religionslehrer, der in Ermangelung eines Predigers auch deutsche Vorträge zu halten befähigt ist, wünscht zum 1. April oder 1. Juli k. I. seine gegenwärtige Stellung gegen eine einträglichere zu vertauschen. Franco-Offerten unter sub B. D. 26. besorgt die Expedition dieser Zeitung. Ein im Droguengeschäfte erfahrener junger Mann sucht zum sofortigen Antritt ein ähnliches Engagement. Offerten snd D. 30. durch Carl Schußler s Anuoueeu-Expedition in Hannover erbeten. Ein junger Mann, der Anfang December seine Lehrzeit in einem Manufacturwaaren - u. Productengeschäfte beendet, sucht eine passende Stelle, wo am Sabbath und an den Feiert, geschl. Hierauf Reflectirende wollen sich unter der Chiffre B. 49. an die Exp. d. Bl. wenden. Für mein Mvdewaarengeschaft suche einen mit den nochigen Schulkenntmssen versehenen jungen Mann, unter guten Bedingungen sofort als Lehrling. Stralsund. D. W Meyer.

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