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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-10-04 · Heft 40 (4.10.1870) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 40 (4.10.1870)
Date
1870-10-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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34. Jahrgang. 40 Allgemeine Zeitung -es Zn-enthnms. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Her aus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 4. October 1810. Diese Zeitrmx, erscheint wöchentlich einmal Dienstag«, in 2 bis 2llz Bogen. Preis beS Jahrgangs 1 Thlr. Halbjährig ■> Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserat: werden mit I 'lz Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expediriou für beide Letztere hat fich das König!. Sächs. Hanpt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende AWikel r Ein schönes Wort. — Die erste Hälfte des Buches Daniel. III. — Literarischer Wochenbericht: Wien. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hannover. — O csterreichischungarische Monarchie: Wien, Pest, Aus Oesterreich, Aus dem Tokaycrgebirge.— Frank - reich: Aus Frankreich. — Italien: Rom. — Portugal: Lissabon. — Goßbritanni en: London. — Schwei;: Endingen. — Rußland: Krakau. Nachtrag: Berlin. Feuilleton-Beilage: Gebete wahrend des Krieges. XIII. Zur Geschichte der Judenverfolgungen und der Blut-Jubiläen. — Beobachtungen aus der Zeit. Leitende Artikel. Bonn, 25. September. Ein schönes Wort. Wenn wir noch allzu oft herbe und vorurtheilsvolle Angriffe auf Juden und Judenthum zu verzeichnen und ihnen zu begegnen haben, so können wir uns doch auch dem wohlthuenden Gefühle überlasten, daß eine würdige und günstige Beurtheilung immer mehr Platz greift, und eine Anerkennung der jüdischen Religion und des jüdischen Stammes zu Tage tritt, wie sie in ftüheren Zeitaltern niemals stattgefunden, ja unmöglich war und für die Zukunft verheißend ist. Es kam uns in diesen Tagen von befteundeter Hand die Nr. 632 des 13. Jahrgangs (4. Sept.) eines in Brüssel erscheinenden Blattes „l’Office de Publicite" zu. In diesem befindet sich ein Artikel, der nach den unerhörten Erfolgen der deutschen Armee von Sedan geschrieben worden und mit dem Namen eines Herrn Bertram unterzeichnet ist. Ein eigenthümlicher Gedanke wird in diesem überaus schön geschriebenen Artikel ausgesprochen. Der Vers, glüht für das Heil und die Entwickelung der Menschheit. Die Humanität, der allgemeine Völkerfriede, die Vereinbarung aller Nationen in einem und demselben Jntereffe sind ihm das Ideal, auf dessen Verwirklichung aber nicht gewartet, sondern Tag für Tag gedrungen werden soll. Krieg ist ihm die verderblichste und verhaßteste Erscheinung, die aus der Menschheit auszurotten, die Kräfte aller Menschenfreunde aufs Höchste angestrengt werden müßten. Er sieht nun im Dienste dieser Humanität den Genius der französischen Nation besonders arbeiten, und glaubt, daß dieser Genius erst recht für das Menschengeschlecht wohlthatig arbeiten würde, wenn die französische Nation ihres Territoriums beraubt, ihrer politischen Existenz entzogen sein würde. In dieser sonderbaren Idee blickt er auf die Juden, und sagt, nachdem er an die Griechen erinnert hat, deren politische Rolle nach der Schlacht bei Chäronea aufgehört, deren Geist und Propaganda aber die alte Welt erfüllte, an Rom, dessen Geist nach seinem politischen Verfall eine neue Welt beseelte: „Man hat Jerusalem zerstört und die Juden zerstreut, man hat sie grausam verfolgt und verfolgt sie noch heute; und doch giebt es keine Nation der Welt, welche, nach Verhältnis so viele Lebenskraft und Stärke, so viel geistige Ausstrahlung besitzt wie die jüdische Nation. Sie schleppte ihr Vaterland wie eine Kugel: sie ist von ihm befreit und ihr Genius hat Flügel. Ein

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