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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-09-27 · Heft 39 (27.9.1870) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 39 (27.9.1870)
Date
1870-09-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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34. Jahrgang. Allgemeine JW 38. Zeitung des Zirdenthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heran S geg eb cn von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 27. September 1870. Diese Zertung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/, Bogen. Preis des Jahrgangs t Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Tblr. Onfcrat* werden mit 1 V2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum derechnel. Alle Buckhandlunqen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Harlpt-Expednion für beide Letztere hat sich das Körngl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bnreau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zu den heiligen Festen. — Die erste Hälfte des Buches Daniel. II. — „Offener Brief au Fritz Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aus der Provinz Posen. — O est crreichis chungarische Monarchie: Pest, Krakau. — Frankreich: Bonn. Fenillcton-Beilage: Am Abend nach der Schlacht bei Wörch. — Gebete während des Krieges. XII. — Ein Conflict- (Schluß». — Beobachtungen aus der Zeit. Leitende Artikel. Bonn, 18. September. Zu -en heiligen Festen. Die Reihe der religiösen Feste, welche einen ganz besonderen Gehalt unserer Religion und einen wahren Schmuck derselben ausmachen, ist abermals genaht. Aber unter welchen außerordentlichen Umständen und Stimmungen betreten wir dies Mal die Schwelle des Heiligthums! Ein furchtbarer Krieg, der, ob auch nur zwischen zwei großen Nationen geführt, doch die ganze Menschenwelt erschüttert und seine aufgewühlten Wogen bis an den Rand des fernsten Oceans schleudert, ein Krieg, der die Menschenopfer nach Hunderttausenden fordert, ist entbrannt. Er hat einen Thron, der gebieterisch und herausfordernd dastand, und eben erst von der ungeheuren Mehrheit seines Volkes mit dem Glanze neuer nationaler Vollmachten geschmückt worden, wie im Nu zertrümmert und an seine Stelle abermals eine schwankende, des Grundes entbehrende Republik gesetzt, Heere, die in drei Welttheilen gekämpft und meist siegreich, vernichtet, ein Land, das sich für unverletzlich hielt, zu einem großen Theile dem Feinde prelsgegeben, eine übermüthige und verblendete Nation in einen Berzweifiungskampf getrieben — und noch ist das Ende nicht sichtbar und der Friedensschluß noch sehr verworren. Derselbe Krieg hat als Folge den Sturz eines anderen Thrones, eines tausendjährigen, eines, der auf die Obherrschaft über alle Staaten und Fürsten Anspruch machte, gehabt, ein unblutiger Sieg, der dennoch unabsehbare Wirkung haben wird. Aber diese allgemeinen Ereignisse, diese großartigen, ungeahnten Begebenheiten, welche traurige, in das Geschick zahlloser Menschen einschneidende Wirkung haben sie bereits gehabt, üben sie noch, und werden sie für lange Zeiten noch vollbringen! Unter dieser Herrschaft stehen wir in der Stunde, in welcher wir diesmal die heiligen Feste beginnen. Solches geschah seit 57 Jahren nicht. Wie wenige Familien haben nicht theure Glieder dort in den Feldlagern stehen, jeden Augenblick dem tödtlichen Geschosse ausgesetzt, jede Stunde den Unbillen der frühzeitig rauhen Jahreszeit unterworfen; wie viele Familien sind bereits in tiefe Trauer durch den Verlust oder die Verwundung oder Erkrankung eines der Ihrigen versetzt; wie viel ist bereits an Besitz und Erwerb verloren gegangen; wie viele Familienhäupter sehen voll drückender Sorgen in die Zukunft hinaus, haben schwin-

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