Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1870)
- Date
- 1870-09-20
- Page
- Seite 749 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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749 Pariser nach der ersten Rage zur Vernunft kommen werden, mit schwerem Verluste bezahlen müssen. Man sieht hier einmal wieder, wie die Obern sich in Acht nehmen sollten, den Fanatismus im Volke zu entzünden; denn ist dieser einmal vorhanden, so wächst er jenen über den Kopf, und sie müssen ihm gehorchen. Das wird in Paris bald in noch ganz anderen Dingen sich geltend machen, als in der Vertreibung der Deutschen; und es kann leicht kommen, daß wir, die Vertriebenen, dem scheußlichen Hasse, dessen Opfer wir wurden, Dank wissen, weil uns dadurch noch Härteres erspart wurde. Für Paris ist die Entfernung so vieler, theils begüterter, theils höchst arbeitsamer Leute ein großer Verlust, der sich bald rächen wird. Die an Zahl nicht geringen, reichen Juden haben sich theils hierher, theils nach Amsterdam gewendet. Was wird nun die Zukunft bringen? Der einmal entzündete Haß wird nicht sobald erlöschen, und, je größer die Niederlagen, desto tiefere Wurzeln schlagen. Andererseits wird die gesammte deutsche arbeitende Classe sich noch lange Zeiten scheuen, den Boden wieder zu betreten, welcher ihnen so viel bescheidenes Glück zertrümmerte und ihre nrühsam erworbene Habe raubte. Auch dieser letztere Ausdruck ist gerechtfertigt; man hat geraubt und vorenthalten; man hat ihnen ihre Außenstände nicht bezahlt, ihre Sparcassenbücher abgenommen, ohne sie zu honoriren. Es ist eine Schmach für eine Nation, die sich in weniger cultivirten Ländern für den Schutzherrn der Unterdrückten ausgab und jetzt nicht die geringste Probe auszuhaltcn vermag. Entschuldigen Sie diese Jeremiade, aber wessen das Herz voll ist, deß fließt es über. Schweden. Stockholm, den 4. Sept. (Privatmirth.) Von der Schrift des Redacteurs dieser Blätter, betitelt: „Haben die Juden Jesum wirklich gekreuzigt?" ist hier in diesen Tagen eine sehr gelungene schwedische Uebcrsetzung erschienen. Schon früher brachte das Aston - blad beim Erscheinen der deutschen Schrift eine sehr erkennende Recension derselben; eine gleiche bringt über die Uebersetzung die hier erscheinende Zeitung Dagcns Nyheter. *) l'. *) Wir bitten um ein Exemplar der Uebersetzung. _ Redact. 2tn$ei gen. Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle, verbunden mit einem Gehalt von 250 Thlrn. nebst freier Wohnung und Heizung, wird am I. October vacant. Qualificirte Reflectanten wollen sich beim Unterzeichneten melden. Haltern, d. 29. Aug. 1870. Der Vorsteher: Koppel Wepl. Anzeige. Die hiesige Religionslehrerstelle verbunden mit dem Vorsängeramte ist auf sofort oder bis zum 1. Rovbr. d. I. wieder zu besetzen. Das Gehalt betragt pro anno 250 Thaler. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten portofrei wenden. Rhoden lim Fürstenth. Waldeck), im Aug. 1570. Der Borstand der israelitischen Gemeinde. Levy Löwcnstein. Die hiesige Stelle eines Vorbeters, Schächters und Relionslehrers ist so fort zu besetzen. Dieselbe gewährt bei einem fixirten Gehalte von 200 Thlrn. incl. der i)Ubeneinkünfte ein jährliches Einkommen von mindestens 350 Thlrn. Bewerber um diese Stelle wollen ihre selbstgeschriebenen Anträge unter kurzer Angabe ihrer bisherigen Thätigkeit schleunigst dem Unterzeichneten ein- Perleberg, den 12. September 1870. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde. L. Blumenthal. Ein Schächter und Vorbeter kann bei einem jährlichen Gehalte von 100 Thlrn. circa 50 Thlrn. Nebeneinkommen, freier Wohnung, Heizungsmaterial u. freien Mittagstisch bei unserer Gemeinde sofort oder spätestens zum 1. October d. I. eintreten. Reflectanten wollen sich entweder persönlich oder in francirten Briefen unter Beifügung ihrer Zeugniffe beim Unterzeichneten Vorstand melden. Templin in der Ukermark, im September 1870. Der Synagogen-Borstand. I. Kohn. Für die Gemeinde zu Kreuz, an der Ostbahn, soll sogleich ein unverheiratheter Borbeter und Schächter auf mehrere Jahre unter sehr angenehmen Bedingungen angestellt werden. Qualificirte Bewerber wollen sich schleunigst bei den Unterzeichneten melden. Simon Levy. Caspar Scköneberg.