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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-07-26 · Heft 30 (26.7.1870) · p. Seite 605

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 30 (26.7.1870)
Date
1870-07-26
Page
Seite 605 (sequence 13)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Feuilleton-Leilage zu Ur. 3Ü. Leipzig, den 26. Juli 1870. Die jüdisch-griechischen Dichter. 5. TheodotoS, der Epiker. Zu den aus Alexander Polyhistor von EusebiuS citirten Geschichtschreibern und Dichtern gehört auch Theo- LotoS, der in epischer Weise jüdische Geschichten bearbeitet hat. Er gehört also der Zeit und der Richtung nach dem Kreise an, ans welchem wir den Ezekielos und Philo den Aelteren besprochen haben. Es ist das Einfachste . daß wir hier die ganze Stelle des Eusebius (Praep. tvang. IX. 22) in Uebersetzung wiedergeben. „Von Sicima (Sichem aber sagt Theodotos in dem Buche „liebet die Juden", daß es nach dem Sicimus, einem Sohne des Hermes, benannt wäre: der hatte die Stadt auch gegründet. Ihre Lage beschreibt er in dem Buche über die Juden folgendermaßen: Fruchtbar war das Gefild' und Heerden von Ziegen ernährend, Sprudelnder Quellen voll, aumuthig zur Stadt zu durchschreiten, Und nicht mühsam der Weg durch des Waldes Dickicht zu bahnen. Doch gleich hinter der Stadt erhoben zwei Berge sich jählings, Lieblich von Wiesen bedeckt und blühenden Hainen und beide Nur von einander getrennt durch tief einschneidenden Fußpfad; Dort liegt die heilige Stadt, die geweihete Sicima, freundlich, Unten am Fuße gebaut, an deS Berges steinigem Abhang, Klüglich durch Mauern geschützt und von hoher Verschanzung im Thale. Später sagt er, sie werde von Hebräern bewohnt unter der Herrschaft des Emmor, denn Emmor habe einen Sohn gehabt mit Namen Sychem. Seine Worte sind: Dort, nach Sicima, kam, der weitgebaueten, Jakob Von den Weiden zur Stadt; o Fremdling, dort herrschete damals Emor und Sychem, sein Sohn, unbeugsame Männer und trotzig. Dann erzählt er über den Jakob und seine Wanderung nach Mesopotamien und seine Verheirathung mit zwei Weibern und die Geburt seiner Kinder, und seine Wanderung aus Mesopotamien nach der Sicimerstadt. Jakob gelangte darauf zum Vieh ernährenden Syrien, Als er verlaffen die Fluth, die breite, des brausenden EuphratS. Dorthin war er gefloh'n vor des Bruders, des leiblichen, Drohwort. Aber freundlich empfing im gastlichen Hause ihn Laban, Dem er Schwestersohn war, und der damals alleiniger Herrscher Ueber Syrien gebot, entsprossen dem jüngerer! Stamme. Jenem gelobte er nun die jüngste Tochter zur Gattin, Nimmer gedenkend jedoch, das Gelöbniß völlig zu halten. Sondern sandte mit List dem getäuschten Gemahl in das Ehbett Lea, die ältere Tochter: doch dieser ließ nimmer sich gänzlich Täuschen, und als er entveckr die listige Handlung, empfing er Auch die andere Tochter, und machte zu Gattinnen beide. Söhne gebaren sie ihm von sehr verständigem Sinne, Eilf und die einzige Tochter von unvergleichlicher Schönheit, Dina, mit schlankem Wuchs und hohem, edlem Gemüthe. Vom Euphrat aber — so erzählt er — kam Jakob nach Sicima zum Emmor; der aber nahm ihn auf und gab ihm einen Theil des Landes. Jakob nun wurde Landbebauer, seine Söhne, elf an der Zahl, wurden Hirten, seine Tochter Dina aber und ihre Dienerinnen arbeiteten in Wolle. Und Dina fei, noch Jungfrau, am Tage eines Festes nach Sicima gegangen, um die Stadt zu beschauen, als aber Sychem, der Sohn des Emmor, sie gesehen, so habe er eine heftige Liebe zu ihr gefaßt und sie geraubt, um sie in sein Haus zu bringen und zu entehren. Dann fei er sofort mit seinem Vater zum Jakob gekommen und habe sie zur Gemahlin gefordert; der aber habe gesagt, er würde sie ihm nicht geben, ohne daß nicht alle Bewohner von Sicima sich beschneiden ließen und so Juden würden, Emmor nun habe versprochen jene zu überreden. Jakob

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