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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-07-12 · Heft 28 (12.7.1870) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 28 (12.7.1870)
Date
1870-07-12
Page
Seite 559 (sequence 11)
Language
German
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559 der Landesfond, sondern die Pester Gemeinde die Kosten zu tragen u. s. w., berathen und abgewickelt worden. Mehrere Vertreter des Pester Gemeindedistrictes, denen sich viele hier anwesende Gemcindevorstände vom Lande anschlossen, haben bei Franz Deäk und Minister Eötvös vorgesprochen. Die Deputation bat um Unterstützung der bald an die Legislative seitens zahlreicher israel. Gemeinden gegen den Landtagsbeschluß vom 18. März gelangenden Petitionen. Sprecher der Deputation war Ur. Preßburger aus Gr.-Kanizsa; derselbe fand an beiden Orten eine sehr freundliche Aufnahme. Frankreich. Paris, im Juni. (Arch. isr.) Die Kaiserin besuchte Freitag Morgen, am 17. Juni, das israelitische Zufluchtshaus, das in Neuilly Boulevard Eugöne 45 liegt. Dieses Haus wurde vor einigen Jahren nach dem besonderen Wunsche, den die Kaiserin selbst dem Herrn Großrabbiner Isidor ausgesprochen, im Jnreresse jüdischer junger Mädchen, die gefangen oder verlassen worden, gestiftet. Das Etablissement, dem Madame Hehmann vorsteht, wird durch Zeichnungen und wohlthärige Gaben erhalten. Die Kaiserin hat der Stiftung schon Beweise ihrer Fürsorge gegeben. Ihre Majestät, die sich aus halb eilf Uhr hatte anmelden lassen, wurde von den HH. Großrabbinen, den Präsidenten, Frau Wittwe Mayer Cahen, der Bicepräsidentin und Schatzmeisterin der Anstalt, empfangen. Um dem Wunsche der Kaiserin zu genügen ließ man bei ihrer Ankunft diesem Besuche den Charakter des vollkommensten Jncognito. Die Kaiserin prüfte das Haus in seinen Details; sie erkundigte sich nach der Arbeit, den Studien, dem Betragen der Kinder, an die sie rührende Worte richtete, und ließ sich die umständlichsten Berichte über ihre Vergangenheit und über ihre Lage beim Verlassen der Anstalt geben. Zu verschiedenen Malen drückte die Kaiserin ihre Zufriedenheit über die allgemeine Leitung des Hauses aus und lobte die Anstrengungen des Wohlthätigkeits-Comitös. —. Am 9. Juni bereiteten die Israeliten Algiers dem wegen eines Processes dort weilenden H. Erömieux ein glänzendes Fest, welchem über 500 Personen anwohnten. Es ist der allgemeine Wunsch der jüdischen cingebornen Israeliten Algeriens, die französische Naturalisation zu erhalten. — Die Abbös Lehmann, die jetzt ihre Rolle in Rom ausgespielt haben mögen, da sie Papst und Eoncil durch die Erwirkung des bekannten Postulatums an die Juden lächerlich gemacht, lassen sich noch von Zeit zu Zeit mit ausstachelnden Zuschriften in Paris vernehmen. Sie wollen durchaus ihre früheren Glaubensgenossen zu literarischen Disputationen veranlassen, um so ihrerseits Lärm in der katholischen Welt von sich zu machen. Mögen die jüdischen Wortführer klug genug sein, sich mit ihnen gar nicht einzulassen. Es wäre noch toller, wenn wir jeder dummen Einrede antworten müßten! Holland. Amsterdam, im Juni. Nach einer officiellen statistischen Bemerkung gab cs in Holland 1829: 46,408, i S39: 52,245, 1849: 58,626, 1859: 63,427 Israeliten, so daß also in jedem zehnjährigen Zeitraum die Zahl derselben um ungefähr 6000 wuchs, was deshalb ausfallend ist, weil man mit der wachsenden Zahl an sich auch steigendes Anwachsen voraussetzen sollte. R u m ä n i e n. Bukarest, 30. Juni. Nach telegraphischer Meldung hat der nordamerikanische Senat die vom Präsidenten Grant getroffene Wahl des hiesigen rumänischen Juden Büchner zum nordamcrikanischen Generaleonsul bei der hiesigen Regierung genehmigt. Die letztere wird schwerlich ihm das Exequatur vorzuenthalten wagen. Man sieht, die Weisheit kommt nicht mehr von Osten nach Westen, sondern umgekehrten Weges. Anzei gen. Die Stelle eines Lehrers und Vorbeters mit 300 Thlrn. Gehalt wird in der hiesigen Gemeinde bis 1. Sept. d. I. vacant. Bewerber wollen sich gefälligst an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Geldern. B. Franken. 28*

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