Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1870)
- Date
- 1870-05-17
- Page
- Seite 400 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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40« Am Berlage des Unterzeichneten erschien soeben: Protokolle der Rabbiner-Conferenz, abgehalten zu Philadelphia. Diese Rabbiner-Conferenz, deren einzig officiellen Acten wir hiermit dem Publikum offeriren, hat soviel Aufsehen erregt und so vielseitige Debatten hervorgerufen, daß wir das Publikum nicht erst besonders auf unsere Publikation aufmerksam zu machen brauchen. Wer selbstständig urtheilen will, wird die Protokolle kaufen und lesen müssen. Wir versenden das Buch an irgend eine Addreffe bei Empfang von 20 Ngr. portofrei. Man adressire S. Hecht, 425 E. 14 th. Str. New-York. Verlag von Oskar Seiner in Leipzig. Lettens, Br. BL, Ein Blatt Geschichte. Bilder aus dem biblischen Morgenlande. 10 Bogen in 16« elegant broschirt. Preis 20 Sgr. Dieses neueste Geistesprodukt des bekannten Verfassers, dessen hebräische und deutsche Dichtungen sich einen großen Ruf erworben haben, zerfallt in zwei verschiedene Abtheilungen. Die erste: „Ein Blatt Geschichte" enthalt eine epische Schilderung und Fortdichtung der welthistorischen Episode vom Leben Ioseph's, der durch eine Kette wunderbarer Begebenheiten, zur Rettung seiner Familie und der Völker des Morgenlandes, Großvezier des egyptischen Königs wurde; ein Stoff, den selbst Goethe in seinen jüngeren Jahren episch zu illustriren die Absicht hatte. Die zweite selbstständige Abtheilung: „Licht- und Schattenbilder" umfaßt einen Cyclus lyrischer und epischer Dichtungen, in der Geschichte der Juden wurzelnd. Beide in Inhalt und Form verschiedene Abtheilungen, zeichnen sich ebenso durch Kern, Gediegenheit, wie warme poetische Auffassung und Durchführung aus, und dürsten bei jedem Literatursteund eine günstige Aufnahme finden. Bei Adolf Cohn Verlag und Antiquariat <früher 95$. Adolf «KCo.) in Berlin. Dorotheenstr. 57, ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Kochbuch für israelitische Frauen von Rebecka Wolf geb. Heinemann. Nebst vollständiger Speisekarte und Hausapotheke, Anweisung zur Führung einer religiös-jüdischen Haushaltung. Vierte verb. Aust.—Preis: geh. 1 Mr. Sanber geb. l '/> Thlr. Im Berlage von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen: Die Religion der Gesellschaft und die Entwickelung der Menschheit zu ihr, dargestellt in zehn Vorlesungen vou Dr. Ludwig Philipp - so n. gr. 8. broch. Preis 24 Ngr. Wie es Einem in Stuttgart ergehen kann, wenn er es wagt seine Meinung zu äußern, wahrend doch allenthalben die Humanität große Fortschritte macht, und so verdient gewiß der hier angebende Fall, der sich am 15. d. M. in einer öffentlichen Versammlung zugettagen, Beachtung. Herr Adolph Levy von hier, Einer der Vorstände des Unterstützungsvereines für durchreisende Arme, führte den Vorsitz einer anberaumten Generalversammlung, um „die Wahrung des Fortbestandes des Vereines" zu besprechen. Nach Eröffnung der Sitzung, welcher Einsender dieses als Mitglied beiwohnte, erwartete er einen Bericht über den vom Herrn Vorsitzenden bei einer vor 6 Monaten abgchaltenen Generalversammlung vorgelegten Plan über die Gründung eines Südbundes mit Bayern, Baden und Hessen, gegen jüdische Arme, (es scheint jedoch dieser Plan scheiterte?) oder doch jedenfalls die Aufklärung, weshalb wir „zur Wahrung des Fortbestandes des Vereins" versammelt wurden. Beides jedoch wurde durch eine ganz andere Frage in den Hintergrund gedrängt, nämlich durch diese, ob wir von nun an nicht seinen zu bezahlenden Caffier erwählen wollten, damit man denselben auch commandiren kann. An diesem Anträge wurde vom Vorsitzenden festgehalten, und hierüber abgestimmt, und zwar durch das Aufheben der Hände. Da ich nun verschiedene Rufe einer „Gegenprobe" hörte, schloß ich mich ebenfalls diesen Rufen an, und verlangte eine wirkliche Gegenprobe, woraus mir vom Vorsitzenden zur Antwort wurde „Sie haben immer etwas Besonderes." Da ich etwas Gehässiges in dieser Antwort erblickte, so glaubte ich mit Recht sagen zu müssen, es solle Niemanden in Betteff seiner Abstimmung Zwang angethan werden, und überhaupt scheint mir die Versammlung mit dem unrichtigen Thema begonnen zu haben, und ohne noch mit Weiterem vollendet schrie mir derselbe entgegen: „Solch Unverschämtes lasse ich mir von Ihnen am allerwenigsten gefallen. Durch diese Antwort des auf einer Universität studirlen Vorsitzenden wurden noch einige Mitglieder, die mit demselben durch dick und dünn gehen» veranlaßt mich ebenfalls auf nicht sehr anständige Weise zu insulttren, wie z. B. Ciaarrenmacher Ellinger es wagte mir geballte Fäuste entgegen zuhalten, und ein anderer Stern mit Namen L. H. drohte auf mich loszustürmen. Anstatt nun Ordnung zn gebieten, schien im Gegentheil der Vorsitzende seine Freude daran zu haben, daß seine Freunde so liebevoll für seinen vermeintlichen Feind sorgten. Ich überlasse nun die mir zugefügtc Behandlung der öffentlichen Beurtheilung'. Druckfehler. Zn Nr. 19 S. 367 Sp. 1 Z. 6 v. o. lies: „nicht zu verachtende Feinde"; S. 368 Sp. 1 Z. 9 v. u. lies: „Ritters"; S. 371 Sp. 2 Z. 19 v. o. lies: „müssen"; S. 372 Sp. 1 Z. 4 v. o. lies: „Ausläufen": S. 380 Sp. 2 in der Erklärung des Herrn vr. Fürst Z. II v. o. lies: „die von Ihnen genannten Werke" Z. 24: „Makkoth". — Verlag von Baumgärtuers's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur vr. H. Lotze. Hierzu Feuilleton-Beilage Nr. 20.