Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 89 (26.7.1838)
- Date
- 1838-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ii. z°h'g-°g. Allgemeine sr». 8«. Zeitung -es Iudenthums. Ein unparthciischeS Organ für alles jüdische Interesse. lüJlit König!. Sächsischer allergnä'digfter Concrssion.) iLcipzig, den 26. Juli 1838. Zeitungsnachrichten. Aülz in Oberschlesicn, 8. Juli. (Eingesandt). Es sei uns gestattet, den uns in No. 59. dieser Zeitung gemachten Vorwurf durch eine genauere Darstellung zu entkräften. Allerdings gibt es hier für die mitunter nur einigermaßen Bemittelten zwei approbirte Lehrer, die von den einzelnen Mitgliedern eben nlcht zu tüchtig bezahlt werden und bezahlt werden können. Für die Armen ist hier seit langer Zeit durch die Talmud- Tora-Schulen ebenfalls gesorgt, aber durch die Lockungen und gespendeten Gaden des hier seit einigen Jahren wohnenden Missionars sind die hiesigen Armen zu der Meinung verleitet worden, daß sie ihren Kindern eine wahre Wohlthat erzeigen, wenn sie sie täglich regelmäßig in die Missionsschule schickten, da es auch noch besonders, wie es Anfangs schien, ohne allen Religionsunterricht geschehen sollte. Vergebens wurden die Verleiteten gewarnt und aufmerksam gemacht, doch bald und sehr frühzeitig zeigte sich am 24. Decemver Abends die Tendenz des von der Missionsgesellschaft besoldeten Herrn Missionars. Von selost waren nun den armen Israeliten wot auch die Augen aufgegangen, aber unmittelbar ergriff auch der Vorstand hiesiger Gemeinde die gelindesten überredendsten Mittel, und die nicht verstockten Armen zogen ihre Kinder freiwillig von dem ihren Kindern den väterlichen Glauben benehmenden Unterricht gänzlich ab und sendeten sofort wiederum in die erwähnten T. T. Schulen. Sind auch diese erwähnten Schulen nicht in glänzenden Umständen, nun so erwäge man nur die überhandnehmende Verarmung der Gemeinde, die so sehr drückenden, noch vom rohen Mittelalter festhaftenden, Verhältnisse der hiesigen jüdischen Gemeinde zu dem hiesigen Dominium, welches letztere so sehr drückend und beschwerlich für uns ist, daß wir dadurch in Allem gehemmt werden. Indem wir nemlich die gesetzlichen Steuern und sonstigen Abgaben, so gut wie jeder andere Unterthan des Staates, pünktlich entrichten, dafür auch die wohltätigste Freiheit unter dem Schutze und der allgemein anerkannten Gerechtigkeit unsers erhabensten Königs bestens genießen, sollen wir noch ganz besonders ein sogenanntes „Schutzgeld" an das hresige Dominium zwangsmaßig bezahlen? — Sollten wir einst so glücklich fein, entweder im Wege Rechtens oder durch Allerhöchste Vermittelung und Gnade, dieser vorläufig drückendsten Angelegenheit entledigt zu werden: so wollen wir auch gerne jenes „Schutzgeld" zur bessern Erziehung unserer sämmtlichen schulfähigen Kinder bestens anwenden und die geeignetsten Mittel ergreifen, um in unserem Schulwesen die möglichst vollkommenste Ordnung heczustellen. Die Corporations-Vorsteher. Theologie. E i n i g e s über den Einfluß der Philosophie auf die ältere jüdische Theologie. Ein Fragment aus einer in dialogischer Form geschriebenen Abhandlung über * Israels Zustände und Erwartungen. (Schluß.) Aaron: Es ist dies eine Aehnlkchkeit in rein äußerlichen Dingen, die in Ansichten und Grundsätzen wäre noch nachzuweisen. Moses: Auch die findet sich, und da ich die kehre von Gott — die nach dem Exile in der That in unerschütterlicher Stabilität fest, stand, für meine Behauptung nicht ausbeuten will und kann, so suche ich sie zunächst in der Lehre von dem Menschen, wo die Meinung von der totalen Corruption des Leibes und von seinem Verhältnisse zur Seele, der er als Behaltniß dient (Berachot 10, 1) auf die stoische, ursprünglich der platonischen Philosophie entnommene, Ansicht hinweist, daß der Leib ein Gefangniß der Seele sei. (Senec. Consol. ad Helv. et Marciam); und wie es deshalb die Stoiker als ein Unglück ansahen, geboren zu sein, da uns nur Leid auf Erden zugetheilt werde, so stellten auch die Rabbiner, den Satz aus (Erubin 13,2) DINh 1*7 ITU *W' conf. Cic. Tusc. Quaest. I: non nasci hommi longe Optimum esse. Mit dieser Ansicht