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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-04-26 · Heft 17 (26.4.1870) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 17 (26.4.1870)
Date
1870-04-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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34. Jahrgang. Allgemeine JW 17. Zeitung des Iudcnthinns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Her aus gegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Bonn. Leipzig, den 26. April 1870. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/2 Bogen. Preis des Jahrgangs l Thlr. Halbjährig 2 Thlr. vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit l Ngr. für die Petitzcile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expcdi.ion für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Gottcsidee unter den Heiden und Juden. I. — Aus Baden. — Die römische Anmaßung. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aus der Provinz Posen, Posen. - Oesterreichischungarische Monarchie: Wien, Pest. — Frankreich. Paris. Feuilleton-Beilage: vr. Phöbus Philippson. Leitende Artikel. Berlin, 13. April. Die Gottesidee unter den Heiden und Juden. I. Bon vr. M» Ph. Es findet sich nicht häufig, daß ein deutscher Gelehrter, der zu den Tüchtigern in seinem Fache gehört und sich durch genaue Specialforschungen einen bedeutenden Namen erworben hat, zugleich im Stande ist, die durch mühsame Einzeluntersuchnngen gewonnenen Ergebnisse seiner Wissenschaft dem gebildeten Publicum in interessanter Weise und in ansprechender Form anschaulich vorzuführen. Zu der geringen Zahl solcher Männer gehört Max Müller, der rühmlichst bekannte Sprachforscher, der gegenwärtig an der Universität Oxford lehrt. Man erinnert sich, welches Aufsehen vor mehreren Jahren seine beiden Serien von „Vorlesungen über die Wissenschaft der Sprache" machten; auch in diesen Blättern wurden sie vom Ref. einer Besprechung unterzogen. Es liegen uns jetzt wieder zwei Bände „Essays" von demselben Verfasser vor. Diese — kürzeren und längeren — Aufsätze über die von Prof. Müller bearbeitete Wissenschaft unterscheiden sich wesentlich von ihren erwähnten Vorgängern, und zwar, ich muß es hinzufügen, nicht zu ihrem Vortheile. Wenn die Vorlesungen einen zusammenhängenden, in sich abgeschlossenen Cyclus bildeten, von dessen einzelnen Gliedern jedes da begann, wo das vorhergehende aufhört, und da endigte, wo das nächste anfangen sollte; so ist bei diesen „Essays" gerade das Entgegengesetzte der Fall. Sie bestehen aus einer bunten Reihe von Vorträgen und Aussätzen, die bald hier, bald da gehalten oder abgedruckt wurden, bald zu diesem, bald zu jenem Zwecke, bald für ein gelehrtes, bald für ein mercantiles Publicum bestimmt. Die Folge hiervon ist, daß der eine Aufsatz gerade da abbricht, wo wir am gespanntesten waren, weitere Belehrung zu empfangen, der andere schon längst Gesagtes noch einmal, ja zum dritten und vierten Male wiederholt. Manche Phrasen, welche Grundauschauungen des Prof. Müller ausdrücken, kehren fast in jedem Aussätze wieder, während Manche der Essays in ihrer fragmentarischen Kürze kaum den interessanten Titeln entsprechen, die an ihrer Stirn prangen. Es ist sehr zu bedauern, l daß weder Prof. Müller noch sein deutscher Uebersetzer

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