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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-04-19 · Heft 16 (19.4.1870) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 16 (19.4.1870)
Date
1870-04-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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34. Jahr«a»j,. Allgemeine JW 18. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches OrgarUfür alles jüdische Interesse. HerauSgegebe'n von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 19. April 1870. Drese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2>/z Bogen. Preis deS Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Tblr. Jnierate werden mit 1Ngr. für die Pctitzcile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeilungs-Expedirionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expediiion für beide Letztere hat fich das König!. Sachs. HauPt-Zeitungs-Burcau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: 3um Peßachfcstc. — Von der Leine. < Die jüdischen Gemeinden.) - Literarischer Wochenbericht: Gr. BeeSkerek, Endingcn (Aargaui. Bonn. Zertungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Klötze (Altmark), Zeesen, Nürnberg. — Ocsterrcichischungarische Monarchie: Pest. — Rumänien: Bukarrst, — Türkei: Rustschuck. Feuilleton-Beilage: Die Reise des Kronprinzen von Preußen nach Jerusalem. — Das Attentat aus den Direktor Deutsch. Leitende Artikel. Bonn, 10. April. Ium peßachfefte. Wenn dieses Blatt in die Hände und vor die Augen seiner Leser kommt, ist bereits das Peßachfest bei uns eingekehrt. Als Schreiber dieses noch sein Lehramt in seiner Gemeinde bekleidete, bestieg er an den Tagen dieses Festes stets mit ganz besonders gehobener, mit einer feierlich freudigen Stimmung die Kanzel. Vielleicht irrt er sich nicht, wenn er meint, daß die von ihm veröffentlichten Peßachpredigten Zeugniß hiervon geben. Nur einen gewiffen Antheil hatte wohl Daran der erwachende Frühling, der in unserem Klima dieses Fest mit seinem Auferstehungsglanze, mit seiner süßen Lenzeslust , mit seinem frischen Schopfungsodem umgiebt. Ist doch der Mensch so angelegt, daß ihm die werdende Blüthe, das sich entfaltende Blatt mehr Freude und Genuß in die Seele wirft, als alle Pracht der reich entfalteten Blume und die Fülle des Laubwerkes, das den Stamm vom untersten Zweige bis zum Wipfel bekleidet. Darüber hinaus, weit hinaus ging ihm die Freude an dem Feste, an dem unerschöpflichen Inhalte des Festes, und hob seinen Geist hoch empor, ohne ihn von dieser Erde zu trennen. Das Peßach ist das Geburts- und Weihefest des israelitischen Stammes. An diesem Tage wurden „die Söhne Israels" ein Volk, und zugleich zu ihrem ewigen Berufe, zum „Religionsvolke" geweiht. So war es dem Redner an diesem Tage immer, als ob er dem Theile der großen israelitischen Familie, zu welchem er sprach, den Glückwunsch wie zu einem Geburtstage, die Gratulation zum gemeinsamen Familienfeste darbrächte. Denn, so viel auch die über die Erde zerstreuten Israeliten an den Eigenschaften eines Volkes als solches verloren, so sehr sie sich auch in die Nationen und Staaten und deren Leben versenkt haben, eine Art von Familie bilden sie dennoch, und ihren Beruf, Träger der religiösen Idee, der einen monotheistischen Gotteserkenntniß mit allen Consecsuenzen derselben für Individuum und Gesellschaft zu sein, haben sie noch heute nicht verloren, noch heute, meinen wir, nicht aufgegeben. Aber die Fülle des gedanklichen Inhalts, der in diesem Peßachfeste ruht, ist an und für sich eine unerschöpfliche, eine immer reich sprudelnde Quelle der Betrachtung und Erwägung. Die wahrhaft großen und ewigen Gedanken einer Erscheinung charakterisiren sich

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