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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-04-05 · Heft 14 (5.4.1870) · p. Seite 272

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 14 (5.4.1870)
Date
1870-04-05
Page
Seite 272 (sequence 12)
Language
German
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272 Flachlande ein trauriges Nachspiel zu der Tragödie des vergangenen Hungerjahees vorbereiten. 6. Palästina. Jerusalem, im März. Sir Moses Montefiore in London hat kürzlich über die Noth seiner jüdischen Glaubensgenossen in Jerusalem traurige Berichte veröffentlicht. Diese und noch andere Angaben werden durch ein Schreiben des anglicanischen Bischofs aus jener Stadt bestätigt. Es heißt darin: „Eine kleine Eselsladung Wasser kostet den armen Juden, deren ganzes Einkommen etwa 13 Pence in der Woche ist, sechs Pence. Biele Moslems und Leute, die dem Namen nach Christen sind, befinden sich in derselben Lage. Es ist schrecklich, zu bedenken, daß die Quellen in der Nähe von Jerusalem im Versiegen begriffen sind. Noch Schlimmeres steht bevor. Ueber die Gebirge von Juda und Samaria, in dem Thale des Jordans, in der Ebene von Saron und Galiläa breiten sich die Heuschrecken aus und legen ihre Eier, welche vor der Aernte ausschlüpfen werden." Nordamerika. Philadelphia, im Februar. (Privatmitth.) Was den hier aus der alten Welt Ankommenden überrascht, wenn er sich erst umzusehen Zeit und Gelegenheit gehabt hat, ist die Beobachtung, daß hier zu Lande die öffentliche Aufmerksamkeit in sehr lebhafter Weise auf das Judenthum gerichtet ist, und zwar fast durchgängig in günstigster Art. Eine wesentliche Ur sache dieser Erscheinung kann in der Vereinigung des freiheitlichen und religiösen Elementes im Bewußtsein des Nordamerikanischen Volkes gefunden werden. Denn hieraus resultirr eine durch keine Vorurtheile getrübte Hochachtung des Judenthums als der Grundlage aller positiven Religion. Man begegnet in den zahllosen Journalen der B. St. sehr häufig ausführlichen Besprechungen des Judeuthums von jüdischer, wie christlicher Seite, und wenn sich auch wie natürlich, die Ansichten und Urtheile schattiren, so haben sie doch nichts von der Feindseligkeit, welcher wir in der alten Welt auf diesem Gebiete noch so oft begegnen. Was uns dabei lsehr erfreut, ist, daß nicht blos die englischen, sondern auch die deutschen Zeitungen Belege hierfür geben. So trafen wir in diesen Tagen auch ein großes Tageblatt, den ,Herold," der zu Milwaukee in Wisconsin erscheint, und in der letzten Zeit geist- und gemüthvolle Aufsätze unter dem Titel „Betrachtungen des Freundes des wahren Judenthums" enthielt; mit Innigkeit und Klarheit geschrieben, treten sie für ein geklärtes, geschichtlich begründetes Judenthum in die Schranken. Anzer gen. Die hiesige Gemeinde sucht zum 1. Juli dies. Jahres die Lehrer- und Cantorstelle neu zu besetzen. Die Schule ist eine öffentliche. — Gehalt 250 Thlr. pro Jahr; außerdem bietet die Stelle sichere Aussichten auf Neben- Accidenzien, sowie bei tüchtigen Leistungen Ertheilung auf Privatunterricht. — Die Anstellung kann geeigneten Falls und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften eine definitive werden. Bewerber «kann verheirathet sein) wollen sich unter portosteier Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand baldigst wenden. Berleburg (Westphaleni, im März 1870. Der Vorstand der Synag.- und Schulgemeinde. F. Beifuö jr. M. Wolff. F. Hememaun. V a e a n j. Zum 1. August d. I. ist in hiesiger Gemeinde die Lehrer- und Cantorstelle zu besetzen. Gehalt bei freier Wohnung 300 Thlr. Qualificirte unverheirathete Bewerber belieben ihre Zeugnisse portofrei an den Unterzeichneten Vorstand einzusenden. Emmerich «Kreis Rees), im März 1870. David Joseph Franken. Hauslehrer gesucht. In einer religiösen Familie wird zur Nachhilfe der Schulaufgaben und Privatunterricht im Hebräischen ein isr. Seminarist für 2 Kinder von 9 bis 11 Jahren bei freier Station und entsprechendem Honorar und sonst angenehmen Aufenthalt gesucht. Zu erfragen unter Adresse A. L. Promenadenstr. 58, Darmstadt.

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