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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-03-29 · Heft 13 (29.3.1870) · p. Seite 252

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 13 (29.3.1870)
Date
1870-03-29
Page
Seite 252 (sequence 12)
Language
German
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252 mann aus Haußen, und in Oberbayern Kaufmann Guggenheimer aus München zu Landrathsmitgliedern gewählt. S. H. Oesterreichischungarische Monarchie. Pest, 18. März. «Unterhaussitzung.) Das Referat der Petitions-Commission erklärt die Statuten des indischen Congresscs als einen Eingriff in die Gewissensfreiheit, als die Orthodoxen in ihrer Ueberzcugung kränkend, und daher die Petitionen der Orthodoxen als gerechtfertigt. Die Commission beantragt, daß die Regierung die cingclcitetcn Dnrchführungs Maßregeln sofort sistire. Dcak plaidirtc für den Antrag, welcher vom ganzen Hause mit stürmischen Eljcns einstimmig angenommen wurde. Dambowitz in Mähren, im März. «Privatmitth.) Das Grollen der katholischen Priester über die neuere Gestaltung der Dinge in Oesterreich entladet sich oft genug auf die Juden, welche sie so gern als die einzigen Urheber dieses großartigen Umschwunges darstellen. Auch daß die katholischen Pfarrer nicht mehr die Aufsicht über die jüdischen Schulen führen, ärgert dieselben. Der hiesige Pfarrer läßt cs nun nicht bei dem Wort allein bewenden, und hat seit längerer Zeit einen Bcrein hierorts zu Stande gebracht, der alle Specereien und Manufacturwaren für seine Mitglieder beschafft, mit dem ausgesprochenen Zwecke, die jüdischen Kauflcute zu ruiniren. Nicht zufrieden hiermit, strebte dieser Pfarrer auch danach, in dem ganzen Dambowitzcr Bezirke dergleichen Vereine durch seine Collegen, Küster und Lehrer zu Stande zu bringen, und es ist ihm auch größtenthcils gelungen. Zweierlei hat sich hieraus ergeben: zuerst, daß die Vereinsmitglieder keinen Vortheil daraus erlangten, vielmehr oft die Waarc noch theurer bezahlen müssen; alsdann daß die jüdischen Kauflcute keinen Nachtheil davon hatten, denn die in ihrer Existenz Bedrohten warfen sich auf andere Handelszweige, die sich ihnen auch nutzvoll cröffneten. Schade ist nur, daß die einträchtige Stimmung zwischen den einzelnen Confessionen dadurch gestört worden, und es lange dauern wird, ehe die gegenseitige Duldung wieder die frühere Stufe erreicht haben wird. Uns beruhigt nur das Bewußtsein, daß wir keine Schuld daran tragen und daß auch hier das Wort des Propheten in Erfüllung ging «Jes. 54, 17) „Jegliche Waffe gefertigt gen dich, wird nichts ausrichten, und jegliche Zunge, die gegen dich auftritt zum Gericht, wird verurtheilt werden." Samuel Hahn, Bez.-Rabb. u. Pred. R u m ä n i e n. Bukarest, 10. März. Das Echo Danubien in seiner neuesten Nr. setzt aus einander, wieso die rumänische Gesellschaft eigentlich zu ihrer Äudenfrcsserei kommt. Was diese bewegt, ist nichts als das materielle Interesse, das sich vergebens mit dem Worte Patriotismus zu decken sucht. Denn die Hauptelemcnte dieser rumänischen Gesellschaft bestehen gegenwärtig aus Fremden, deren Vertreter keine drei Worte Rnmänisch verstehen. Die Bulgaren, die Griechen, die Armenier haben die rumänische Gesellschaft überschwemmt und erhielten, nachdem sie kolossale Reichthümcr aufgchäuft, die rumänische Naturalisation. Diese Fremden nun fürchten die Concurrenz der Israeliten, und verbanden sich mit einer Clique rumänischer Ehrgeizigen zu dem Kreuzzuge gegen die Juden. Sie sind es, welche Bratiano zu seinen berüchtigten Circularen trieben, und die immer von Neuem die Verfolgungswuth anfcuern. So erhob sich jüngst ein neuer rumänischer Patriot vom Kaukasus, ein gewisser Horozoff, ein Moskowit von reinem Blute, zu der bekannten Interpellation in der Kammer gegen die Zulassung von Juden zu Licitationen und Pachten. In seiner völligen Unkenntniß des Rumänischen vermochte er nicht einmal seine Interpellation selbst vorzulesen, sondern bediente sich dazu des Herrn G. Bratiano. Einen Augenblick stand die Sache gefährlich für die Juden; aber als es offen dargclegt ward, daß die Interpellation nur den Zweck habe, eine Ministerkrisis herbeizuführen, wurde von 52 Stimmen gegen 22 die einfache Tagesordnung beschlossen. In Folge dessen verließen 15 Deputirte den Saal, kehrten aber am andern Tage wieder zurück.

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