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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-07-24 · Heft 88 (24.7.1838) · p. Seite 358

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 88 (24.7.1838)
Date
1838-07-24
Page
Seite 358 (sequence 4)
Language
German
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558 Literatur. Kleine Bücherschau. (Fortsetzung.) 17) Chesclibon lianep Iiesh, ober Selbstprüfung des Israeliten während der Bußctage. Von Dr. M. Creizenach. Frans, a. M. 1838. 8. S. 128. Diese Schrift wird gewiß in den Händen wahrhaft religiöser Israeliten recht herzlichen Segen schaffen. Sie gibt in ansprechender Form über die meistcn allgemeinen religiösen Angelegenheiten für die große Moffe vollständigen Aufschluß, ohne die abstoßende Strenge systematischer Religionölehre. Die Sprache ist klar und einfach, wenn ihr auch der Schwung fehlt, und an manchen Stellen, besonderzum Schlüsse jeder Betrachtung eine medr ergreifende Hebung, und eine wohlthatige Erschütterung des GemütbeS rvol zu wünschen gewesen wäre. Es muß dies in der Absicht des Verf. gelegen haben, gerade dem, der in ruhigen Lebensverhältnissen sich bewegt, die Worte in den Mund gelegt zu haben. Dafür aber herrscht eine bescheidene Anspruchlosigkeit dann vor, die nur in ihrer» Zwecke den Zweck hat. Die Oekonomie deS Buches ist folgende: Für den ersten Selicho t-Tag, über die rechte Selbsiprüfung. F. d. zweiten S. die drei Grundlehrcn unsrer Religion, Betrachtung über die erste <Gott). F. d. dritten S., über die zweite Grundlehre (Vergeltung). sDie Auferstehung der Todten wird als dunkel stehen.gelassen, und dafür die Unsterblichkeit abgehandelt). F. d. vierten S. über die dritte Gruudlehre (Offenbarung). (Etwas matt gehalten. Ucber das Wesen der Offenbarung nichts weiter, als „Gott hat fromme Männer'erweckt *), die uns belehren rc." Recht schön wird S. 23 über die Kritik der Autenticität des Pentateuchs gesprochen). F. d. fünften S. Pflichten der Gottesvcrehrung. sUeber öffentlichen Gottesdienst, in würdigender und gemäßigter Sprache). F. d. sechsten S. Pflichten der Menschenliebe im Allgemeinen. F. d. siebenten S. Pflichten gegen die, die in engerem Verhältnis zu unS stehen. Für den Sabbat vor dem Gedächtnißtage (71""))- Eine übersichtliche Geschichte von Abraham bis Mendelssohn.- (Hier erwarteten wir, daß am Schluffe einige weitere allgemeine Betrachtungen über diese Geschichte und ihren Verlauf angcsteüt würden, allein dies geschieht nicht). Für den Vorabend deö Gedächmißtagcö. Bedeutung des Festes, und Inhalt des Gebetes. Erster und zweiter Gedächtnißrag. Erwägung der Zukunft, Zergliederung der y'tü und Ergänzungen. Für den Traucrtag über Gedalja). Ucber daS, was Israel noth Wut. Für den vierten Bußetag. Pflichten zur Ermattung deS Gebens. Für den fünften Bußetag. Würde deS Menschen. Für den sechsten Bußetag. Vervollkommnung der Seelenkräfte. Für den siebenten Bußerag Beförderung der irdischen Wohlfartb. Für den Sabbat der Bußewoche. Besondere Pflichten des Israeliten. (Ehrfurcht gegen die Lehren der Rel. Schriftforschung. Heiligung des Namens Gottes. Erhaltung und Ebre der Rel. Gemeinlasten. Erhaltung der Einigkeit und des Friedens). Für den Vorabend des Versöhnungstages. Bedeutung des Festes. — Bei der höchst angemepenen und lobenswertden Anordnung vermissen wir nur Eines, was, aus dem Atrerthume hervorgegangen, gerade in gegenwärtiger Zeit, wo Lehre und Leben so weit auscincrdcrstehen, am ehesten bei uirserur Gegenstände in Erwägung gebracht merden mußte: die tharkräfrige Versöbnung mit seinen Mitmenschen während der Bußetage. Wir wünschen, daß dieses schöne religiös-moralische Moment von unfern Religionslehrern nicht vernachlässigt werde. — Der Verf. har sich durch dieses Schristchen abermals *) Dieselbe» Worte werde» m Bezug *uf Mendelssohn gebraucht! Reckus. herzlichen Dank seiner Glaubensgenossen erworben, und wünschen wir es in die Hände recht Vieler, um da segensreiche Wirkung zu haben. 2—r. 18) Hagadah oder Erzählung von Israels Auszug aus Egypten. Zum GebrMche bei der im Familienkreise stattsindenden Feierlichkeit an den Leiden ersten Abenden deS Matzoth-S*e|h* <!). Neu bearbeitet nebst einem Anhänge zur Erklärung fremder Ausdrücke und mit Musikbeilagen der alten, durch Tradition auf uns gekommenen und einigen neu kompomrteu Melodien, von I. Offen bach, Cantor der Israel. Gemeinde Ln Köln a. R. Köln, 1838. gr. 8. S. II!. und 91 und 8. Die Ausstattung dieser Hagadah ist äußerst prachtvoll, von einem in Deutschland ungewöhnlichen Glanze, daß es ein Vergnügen ist, sie in die Hand zu nehmen. Vorn ein vorzüglich litdographirtes Titelkupfer, der Druck schwarz, die Typen neu und scharf, das Papier von bester Qualität. Auf der einen Seite hebräisch, auf der Kehrseite deutsch. Vollständige Anleitung. Heidenheim'S Übersetzung, bis auf die Lieder, IHS und N|H3 "IH die frei metrisch übertragen sind, und zwar mit vielem 'Geschmack. So z.'B. ist die Ifi die gewöhnlich nur Lachen erregt, so übertragen, daß eS ein herrliches Volkslied geworden. Wir wollen den Anfang geben: Ein Lämmchen, ein Lämmchen! •} ES kaufte sich mein Barer, Zwei Süße galt der Kauf, Ein Lämmchen, ein Lämmchen. Da kam voll Tück' und Hader Die Katz' und fraß es auf. Das Lämmchen, das Lämmchen. Ein Hund, den es verdrossen. Daß floß unschuldig Blut, Vom Lämmchen, vom Lämmchen» Kam pfeilschnell hergcschoffen, Zerriß die Kah' in Wuth lim’6 Lämmchen, um's Lämmchen. Ein Stock stand nah beim Hunde, Der lang ihm schon gedroht. Um's Lämmchen, um's Lämmchen. Cr schlug zur.selben Stunde Den Hund, er schlug ihn todt. :c. :c. Und der letzte VerS: Dem Schlächter nahte leise Der Todes-Cogel sich. Um's :c. Er that nach seiner Weise —- Der Schlächter drauf verblich. Um's rc. Sechs Melodien find auf lithographitten Tafeln an gehängt, drei alte und drei von H. O. selbst componirre. Die teren, namentlich zum Hodu und i)tx ♦Chadgadja find ganz vortrefflich, nur wünschte ich nicht, daß die jum Hodu etwa in der Synagoge angeweudet werde, weil sie melodiös, aber zu beweglich ist. Wir hoffen durch diese Anzeige die Neugierde unsrer Leser hinreichend geweckt zu haben. (Fortsetzung folgt.) Redacttut Dr. L. Philippsorr. — Verlag von BüttMgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B Hir-schfel).

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