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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-02-22 · Heft 8 (22.2.1870) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 8 (22.2.1870)
Date
1870-02-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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34. Jahrgang. Allgemeine JW 8. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausge geben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 22. Februar 1870. Diese Zeitung erscheint .wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig'1 Thlr. Inserate werde» mit I ‘/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-k^pedi.ion für beide Letztere hat fich daS König!. Sachs. Haupt-ZeitungS-Bureau unterzogen. Äuhalt. Leitende Artikel : Aufforderung an alle nichtdeutschen Israeliten, die Gründung einer Hochschule sür die Wissenschaft des Judenthurns «jüdisch-theologischen Facultatl durch Beiträge zu unterstützen. — Die Wilnaer jüdische Delcgatiou. — Literarischer Wochenbericht: Berlin. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Berlin, Äarlsrube, Erfurt- — Rumänien: Bukarest. —Frankreich: Paris. — Rußland: Petersburg, Aus Rußland, Kowno, Kiew. Feuilleton-Beilage: Die jüdisch-griechischen Dichter. «Fortsetzung». — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, den 13. Februar. Aufforderung an alle nichtdeutschen Israeliten, die Gründung einer Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums (jüdisch-theologischen Facultät) durch Beiträge zu unterstützen. Soweit auch die Bekenner des Judenthums auf diesem Erdenrund zerstreut, und durch kein politisches, kein materielles Band in irgend einer Weise geeinigt sind: so verbindet sie doch allesammt ein religiöses Interesse, das vollberechtigt sie zur thätigen Mitwirkung auffordert, wo es einen bedeutsamen religiösen Act, ein Unternehmen, eine Veranstaltung für den Bestand und die Entwickelung, für die Erhaltung und Fortbildung des Judenthumes gilt. Wo es auf das Blühen oder Welken, auf ein energisches Leben oder Absterben des religiösen Geistes im gesammten Judenthume ankommt, da darf. da muß die Theiluahme aller Bekenner dieser Religion in Anspruch genommen werden. Welchem Vaterlande, welchem Staate sie auch angehören und in welchem Maße sie ihre Liebe zu ihm bethatigen, abseitens deffen ist für sie die Pflicht vorhanden, auch für die geistige Existenz, Erhebung und Fortbildung ihrer Religion das Mögliche zu thun, und angemeffenen Bestrebungen nach diesem Ziele hin ihre Unterstützung zu leihen. Wenn das israelitische Volk schon von seinem Beginne an als seinen Lebensmittelpunkt, als Zweck und Mittel seines Daseins die Aufgabe in sich trug, die Gotteslehre zu erhalten, in sich wirken zu lassen, fortzubilden und zu verbreiten: so hat unser Stamm wahrend seiner viertehalbtausendjährigen Geschichte dieser Aufgabe sich nie entzogen, sondern nach Kräften und Umständen gedient. Nach zweien Richtungen hin hat sich dies stets bethätigt. Als zu den Zeiten der Richter und Könige das Heidenthum in Israel die Obherrschaft wieder zu erlangen drohte, da gründete Samuel die Prophetenschulen und es erstanden jene 'zahlreichen Propheten, welche balv mit strengem Mahnwort, bald mit trostreichen Verheißungen die Geister ergriffen und die Herzen des Volkes zur Gotteslehre zurückführten. Nach Babel begleiteten sie die Gefangenen, und die Rückkehrenden nach Jerusalem. Das Prophetenthum war noch nicht erloschen, da gründeten Esra, Nehemia, Simeon und die Männer der großen Versammlung jene Schule der Tradition , der Durcharbeitung und Ueberlieferung des Gesetzes, welche das jüdische Geistesleben während der

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