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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-02-01 · Heft 5 (1.2.1870) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 5 (1.2.1870)
Date
1870-02-01
Page
Seite 92 (sequence 16)
Language
German
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92 Gouverneursstelle bekommt; und diese Territorial-Gouverneursstellen sind um so wichtiger und werthvvllcr, da sie sür den Ernannten nach der Aufnahme des betreffenden Territoriums als Staat, gewöhnlich die Brücke in den Bundcsscnat bilden. Einen trefflichen deutschen Gouverneur Salomon hat es allerdings schon gegeben, nämlich in Wisconsin, wo der Namensbruder des Gen. Salomon einst vom Bolle zum Bicegouverneur gewählt wurde und dann nach dem Tode des Gouverneurs das Gouverneursamt zu übernehmen hatte. Durch Ernennung des Gen. Salomon zum Gouverneur von Washington hat Präsident Grant auch einmal wieder bewiesen, wie albern das Geschrei ist, daß er ein Nativist oder Deutschenhasser sei; zugleich beschämt diese Ernennung wieder die Leute, die ihn als Judenfresser verschrieen; denn Gen. Salomon ist ein Israelit. Er befindet sich im blühendsten Mannesalter, brachte es im großen Bürgerkriege durch sein militärisches Talent und seine Tapferkeit zum hohen Officier, wurde später County-Elerk in Ehicago, und hat sich, wiewohl er in seiner Jugend nicht das Glück besaß, eine eigentlich wissenschaftliche Bildung zu genießen, durch natürliches Talent und durch Gewandtheit, Rührigkeit, Organisationstalent und persönliche Liebenswürdigkeit und Liberalität eine sehr angesehene politische Stellung in Illinois erworben. Wir sind überzeugt, daß er auch in seiner neuen Stellung dem Deutschthum Ehre machen wird. Herr Salomon ist einer der Actionäre der „Illinois Staatszcitung"; und so darf seine Ernennung zu einem so wichtigen Posten, der in nächster Zeit durch die geographische Lage des Territoriums Washington und durch das Berhältniß desselben zu den britisch pacifischen Besitzungen noch wichtiger werden wird, zugleich als ein Triumph der „Illinois Sraatszeitung," und der deutschen Fortschrittsprcsse überhaupt, betrachtet werden." A n z e i g e n. Es wird ein unverheiratheter Mann (Rabbinatscandidat) als Hilfsprediger baldthunlichst zu engagiren gesucht. Franco-Offerten wolle man unter Chiffre A. Z. an die Exped. d. Bl. einsenden. Annonce. Die hiesige Kantor- und Schächterstelle wird zum 1. März er. vacant. Qualisicirte Bewerber wollen sich bei Unterzeichnetem Gemeinde-Vorstände — unter Zusendung der betreffenden Atteste — baldigst melden, und haben sodann eine Einladung zum Probe-Vortrage abzuwarten. Diese Stelle hat — neben freier Wohnung — ein jährliches Einkommen von circa 600 Thlrn. Etwaige Reisekosten werden nicht vergütiat. Czarnikau, den 23. Januar 1870. D er G emeiude-Borstand. S. P. Salinger. Für unsere Elementarschule wird zum 1. April c. ein Lehrer, jüd. Glaubens, gesucht, der auch in den technischen Gegenständen als Calligraphie, Zeichnen, Gesang, Turnen und in den Naturwiffenscbaften zu unterrichten versteht. Gehalt 350 Thlr. pro anno und werden nur diejenigen Meldungen berücksichtigt, die bis zum 15. Februar c. in den Besitz des Unterzeichneten Vorstandes gelangt sind. Kattowitz, den 24. Januar 1870. Der Vorstand der Synagogengemeinde. Schalscha. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht noch zum 2. März d. I. einen unverheiratheten Religionslehrer, Borbeter und Schächter, der befähigt ist einen Chorgottesdienst zu leiten, mit einem Gehalte von 150 bis 180 Thlrn., nach den Leistungen desielben. Außerdem ist mit der Stelle freie Wohnung, Aufwartung und freien Mittag- und Abendtisch, sowie die Einnahmen der Schechita, die jährlich zwischen 50 u. 60 Thlrn. variirt, verbunden. Bewerber wollen sich baldigst mit Einsendung ihrer Zeugniffe melden bei dem Vorstand. Malchow in Mecklenb.-Schwerin, d. 22. Jan. 1870. Die Pester isr. Relig.-Gemeinde hat in ihrer Ausschußsitzung vom 18. Januar 1870 den Beschluß gefaßt, sür ihren neuen großen Tempel in nächster Zeit einen deutschen Prediger anzustellen, der als gewiegter Kanzelredner Ausgezeichnetes zu leisten befähigt ist, und in seiner wiffenschaftlich theologischen Bildung und religiösen Richtung für diesen Posten geeignet erscheint. Diejenigen Persönlichkeiten, welche sich berufen fühlen auf diese Stelle zu competiren, werden hiermit aufmerksam gemacht, daß sie sich diesfalls mit dem Vorstände der Gemeinde in nähere Beziehung zu setzen haben. Pest, im Januar 1870. Das vom Gemeindevorst. eingesetzte Comitv. B. Stern. Präses.

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