Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1863)
- Date
- 1863-12-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Jahrgang 52. Allgemeine Zeitung -es Zudcuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner ör. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 22. December 1863. Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag», in 1 */a bi» 2 Bogen. Preis de» Jahrgang» S Tblr. Halbjährig l Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22*/» Rgr. Inserate werden mit l'/z Rgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühre» betragen für 1 Bogen 4 Thlr.. für >/r Bogen 3 Thlr., für V« Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung». Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpe. ditioa für beide Letztere hat sich da» König!. Sachs. Haupt »Zeitung». Bureau hier unterzogen. Mit der nächsten Kummer beginnt der achtundzwanzigste Jahrgang dieser Zeitung, und ersuchen wir um baldigste Bestellung, damit in der Zusendung keine Verzögerung eintrete. Z u h a l t. Leitende Artikel: Was wir zu fürchten haben? — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Diez, Carlsruhe, Nordeck, München. Preußen: Bonn. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Lemberg. Schweiz: Baden. Griechenland: Konstantinopel. Amerika: Canada. — Nachtrag: London, AuS dem Großherzogthum Baden, Wien. Leitende Artikel. Bonn, 13. December. tvas wir;u furchten haben? Geziemt es sich zum Schluffe des Jahrganges einen Blick rückwärts zu werfen, dann um sich zu schauen und den muthmaßlicheu Gang der Zukunft zu erspähen: so faffeu wir dies nicht so auf, als ob eine Recapitulation der vorgekommeueu Thatsacheu uothweudig Ware. Wären diese von entschiedener Bedeutung gewesen, so lebten sie aus dem kurzen Raume eines Jahres noch so ftisch in unserm Geiste, daß der Blick von selbst ans sie gerichtet wäre und wir einer Erinnerung nicht bedürften. Die Fülle der kleinen Geschehnisse aber hat eben nur eine Bedeutung in dem Gedanken, der durch sie alle hindurch geht, sich in ihnen ausprägt und entwickelt. Eine Ueberschau wird also uachhaltlicher bei den Ideen stehen bleiben, welche unsere Gegenwart bewegen, die auch im verflossenen Jahre in die Erscheinung traten und unsere Zukunft beherrschen werden. Und diese concentriren sich in der Frage: was haben wir eigentlich zu fürchten? Denn wir können es uns nicht verläugnen, daß ein Gefühl der Unsicherheit, der Ungewißheit, des Schwankens auf dem Gebiete der Religion sich allen aufdrängt, welche eine rege Theilnahme für dieselbe hegen, nud wenn wir auch eine ausgesprochene Unzufrieden - heit nur dem Einzelnen in seinen persönlichen Verhältnissen und Ansichten zuschreiben und gestatten können: so müssen wir doch das Bewußtsein der Entschiedenheit auf dem Gebiete der Religion als allgemein mangelnd anerkennen. Man verstehe uns recht, wir meinen nicht, daß nicht eine große Zahl von Individuen eine entschiedene religiöse Ansicht habe, sondern daß das allgemeine Gefühl das des Schwankens, des Mangels an Festigkeit sei. Nun zwar finden wir dieselbe Unzuverlässigkeit, dieselbe Verwirrung, dieselben Spaltungen auch auf fast