Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1863)
- Date
- 1863-12-15
- Page
- Seite 795 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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795 men. Man zweifelt nicht daran, daß auch die erste Kammer ihm beitreten werde. Lemberg, 5. December. Die hiesige Zeitung enthält folgenden räthselhasten Artikel: „Am 28. l. M. vormittags verursachten im hiesigen Benedictincr-Nonnenkloster einige Israeliten einen argen Exeeß, indem sie eine etwa 19 Jahre alte Israelitin, die sich aus eigenem Antrieb taufen lassen wollte, mit Gewalt aus dem Kloster befreien wollten. Das Einschreiten der Sicherheits-Behörde machte diesem Spectakel ein Ende." Was wird dem wieder zu Grunde liegen! Groningen in Holland, 27. November. (Eingesandt.) Seit einigen Jahren haben aus administrativen Rücksichten einige Unzufriedene von der hiesigen israelitischen Gemeinde sich getrennt und eine kleine selbständige Gemeinde errichtet, mit der Devise: „Teschuath Israel." Da nun diese Trennung blos administrative Gründe hat und der Cultus der beiden jüdischen Gemeinden durchaus ein und derselbe ist, so ist es selbstredend, daß die neue Gemeinde von Anfang an nicht viel Sympathie bei den Glaubensgenossen in Holland gesunden und an Mitgliedern vielmehr abals zugenommen hat. Im Anfang dieses Jahres hat man bei den Nicht- Juden in dieser Stadt u. s. w. vermittelst Circuläre Gelder einzutreiben versucht, um eine eigene Synagoge bauen zu können. Allein dies ist nicht gelungen, weil in diesem Lande ein jeder weiß, daß jeder Pfennig, für dieses Ziel gegeben, nur Separatismus befördern und verderbliche Zwietracht stärken würde. Da hier im Lande deshalb gar keine Aussicht auf Erfolg zu erwarten ist, geht man jetzt, wie erzählt wird, mit dem Vorhaben um, an die Juden Deutschlands sich zu richten, um Spenden zum Aufbau der gewünschten Synagoge zu sammeln. Wahrscheinlich wird das obenerwähnte Verhältniß im Auslande ganz unbekannt sein, weshalb wir die deutschen Juden vermittelst dieses Blattes aufmerksam machen wollten auf die obige wirkliche Sachlage, damit ein jeder redlich urtheilen kann, ob er, wenn angegangen, für solchen Zweck etwas beitragen mag oder nicht. Um überzeugend darzuthun, daß die ganze Separatisten-Geschichte hier blos auf Rancune ruht und die Führer nur aus Unzufriedenen bestehen, wird die Nachricht genügen, daß der früher auS Fulda hierher berufene Oberrabbiner Herr vr. Jacob Rosenberg, der mit ultimo December 1861 demittirt und bis jetzt als Privatperson hier noch immer wohnhaft ist, sich seit einigen Monaten an die abtrünnige Gemeinde angeschlossen hat und ihr zu Diensten steht. Der Vorstand der niederländischen Israeliten - Gemeinde. Anzeigen. Bekanntmachung. Die hiesige Rabbinals-Stelle, verbunden mit einem jährlichen Gehalte von 250 Thlr. und fast ebenso viel Nebeneinkünften, soll wieder besetzt werden. Zeitgemäße Bewerber wollen sich melden. Reisekosten werden nicht erstattet. Pinne, den 2. December 1803. Der Corporations-Vorstand der israel. Gemeinde zu Pinne. Am 1. April 1864 wird in hiesiger Gemeinde die Stelle des ersten Cultusbeamten vacant, mit der neben einem festen Gehalt von 300 Thlr. noch circa 300 Thlr. Nebeneinkünfte verbunden find. Qualificirte Bewerber, die Cantor, Schächter und geprüfte Religionslehrer find, auch deutsche und religiöse Vorträge halten können, wollen ihre Bewerbung dem Unterzeichneten Vorstande unter Beifügung ihrer Zeugnisse bis zum 15. Januar 1864 franco einreichen. Friedeberg N/M., den 29. November 1863. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Isidor Labus. „Es wird ein jüdischer Lehrer und Schächter sofort oder zu Neujahr gesucht. Hierauf Reflectirende können portofrei an den Gemeinde-Vorstand in Wusterhausen an der Dossc melden." „Ein wissenschaftlich gebildeter, geprüfter israelitischer „Lehrer im Besitze der glänzendsten Zeugnisse über sein „mehrjähriges Wirken als Pädagog, Prediger und Can» „tor, tüchtig im Hebräischen und Rabbinifchen, sowie in „Erthcilung eines gründlichen Unterrichts in der larei- „nischen, französischen und englischen Sprache und Rea- „lien wünscht eine seinen Fähigkeiten angemessene, aus- „kömmliche und bleibende Gemcindestelle. — Hierauf „resteclircnde Gemeinden wollen sich unter Chiffre A.. Z. „10. an die Expedition d. Ztg. gef. wenden." Ich kann aus persönlicher Bekanntschaft Viesen würdigen Mann dringend und aufrichtig empfehlen. vr. Ludwig Philippson.