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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-12-01 · Heft 49 (1.12.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 49 (1.12.1863)
Date
1863-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Beilage zu No. 49 der Allg. Zeitg. d. Iudenth An Herrn A. Grünzweig, regeiis ekori in Arad. Geehrter Herr! ES thut mir herzlich leid, daß Sie sich durch meine in No. 32 d. Ztg. abgedruckte Recension Ihrer Synagogengesange verletzt fühlen. Es lag durchaus nicht in meiner Absicht, dadurch Ihre Ehre anzutasten; nur um Ihnen und der guten Sache zu nützen, habe ich Ihren wiederholten Bitten nachgegeben und diese Kritik geschrieben. Sie wünschten Ihre Gesänge gerecht beurtheilt, was aus Ihren sechs an mich gerichteten Briefen hervorgeht, und nachdem ich Ihren Wunsch erfüllt, beklagen Sie sich über mein Urtheil und stellen mich als einen solchen hin, der Ihre Ehre augetastet habe. Von alledem, was ich in meiner Recension gesagt, kann ich auch keinen Deut zurücknehmen. Geben Sie doch selbst manches von dem zu, was ich gesagt, z. B. auf Seite 2 Ihrer Abwehr: „Wohl im sechsten Takt in der Orgelstimme würde man vergebens den vollendeten Ouartsextaccord suchen! Allein dies blieb, so wie manche andere Kleinigkeiten, im Drucke weg! Weiter unten geben Sie mit den Worten: „Irren ist menschlich" zu, Quintensortschreitungen gemacht zu haben, vindiciren aber diesen Irrt hum (?) dem Herrn Cahn iu Mainz, der, wie Sie sagen, „so gütig gewesen war, die Correctur des Werkes zu übernehmen und diesen eingeschlichenen Fehler nicht streichen wollte", was ich ganz natürlich stade, denn er sollte doch nicht Ihr Manuscript corrigiren, sondern nach demselben das gedruckte Werk. Hätten Sie ihm Ihr Manuscript zur Correctur übersandt, so hatte er sich gewiß über alle von mir bezeichnetea Fehler erbarmt; da er aber nur Correctur lesen sollte, so hatte er wahrscheinlich vor Ihrem musikalischen Wiffen eine solche Hochachtung, daß er gar nicht daran glauben konnte, im drucksertigeu Mauuscripte noch Fehler zu entdecken. Sie hatten denselben auch für die häufig mangelnde Terz verantwortlich machen können, sagen aber in Bezug auf dieselbe, wie ich schon anführte: „das blieb, so wie manche andere Kleinigkeiten, im Drucke weg, was gar nicht anders sein konnte, denn der Setzer wird nur das setzen, was er im Manuscripte vorfindet. Daß ich ehrlich und redlich, nach meinem besten Wissen und Gewissen mit Ihnen zu Werke gegangen bin, das können Sie mir glauben und werden es wohl auch einsehen; daß Sie aber in Ihrer „Abwehr" hinterlistig handeln und aus Kosten der Wahrheit Gelegenheit zu einer ungerechtfertigten, hämischen Bemerkung gegen mich nehmen, das schmerzt mich in der Thrt. — Lassen Sie mich Ihnen das beweisen. Aus Seite 2 Ihrer „Abwehr" sagen Sie: „Seite 45, Zeile 2 sucht der Referent vergebens üs. Mich freut es eben, daß derselbe dort ein solches vergebens sucht. Wie ich merke, dürfte ihm wohl auch das fis im G-dur Dreiklang gut klingen." Nun steht aber in meiner Recension „Seite 45, Zeile 2, Takt 3", es befinden sich aus dieser zweiten Zeile aber nur zwei Takte, der Fehler konnte also im dritten Takte dieser Zeile nicht zu finden sein. Statt nun auf die Bermuthung zu kommen, hier liege ein Druckfehler*) vor, sagen Sie siischweg: „Seire4 5, Zeile 2 *) Im Manuscr. ist in „S. 46" die 6 so uudeullich, daß sie vielmehr eine 5 zu sein scheint; dann aber ist deutlich geschrieben: „Z. 2 Takt 3". — Der Unterzeichnete nimmt hierbei Anlaß, den schon oft gehabten Wunsch auszusprechen, daß die geehrten Corresp. d. Ztg. ihre Manuscripte vor der Eingabe zum Druck nochmals durchleseu möchten! Der Corrector.

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