Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 49 (1.12.1863)
- Date
- 1863-12-01
- Page
- Seite 763 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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?63 und erfolgreichsten Kaufleuten eingenommen. In allen Theilen der östlichen Welt, in welchen die brittische Flagge gesehen werde, hätte er seine mercantilischen Unternehmungen bemerkbar gemacht und überall sich die höchste Achtung erworben, überall aber auch den trefflichsten Gebrauch von den Glücksgütern gemacht, mit denen er gesegnet worden. Ein Blatt „Deccan Herald" nennt den Hrn. David Saffoon „einen der leitenden Kaufherren von Bombay und einen edlen Vertreter der glorreichen alten patr iarchatischen Race, welcher die Welt ihre größte Erleuchtung verdanke." Herr Saffoon wurde aus Persien, wie das genannte Blatt schreibt, durch den Fanatismus des entarteten Volkes dieses unglücklichen Landes vertrieben und kam mit seiner Familie nach Ostindien, um hier eine so große, würdige und segensreiche Laufbahn zu beginnen. In Persien, China und Japan hat er England den Triumph des Friedens erringen helfen, in Changhai und Canton, in Nagasaki und den Küstenstaaten Japans hat er seine Comptoirs, und einige Mitglieder seiner Familie residiren setzt in London, so daß seine Firma die ganze Erde umspannt. China. Kieou-Kicmg (Provinz Kiang-si), 4. September. Herr Simon, ein Israelit aus Paris und von der französischen Regierung mit einer wiffenschastlichen Mission in China beauftragt, hat an die Alliance isr. univ. unter obigem Datum ein erstes Schreiben gerichtet, in welchem er freilich erst genauere Nachforschungen über die Juden in China verspricht. Wir heben das Erwähnenswerthe aus seinem Schreiben hervor: Die Israeliten sind in China viel zahlreicher als man sich denkt, sie sind in vielen Provinzen, besonders in den nördlichen, verbreitet. Im vergangenen Jahre hatte ich während meines Aufenthalts im Norden einen Israeliten in meinen Diensten, mit dem ich sehr zufrieden war und den ich mit mir genommen hätte, wenn er mir hätte folgen wollen und nicht darauf bestanden hätte, sich von seiner Familie nicht zu trennen. Er war ziemlich bewandert in der chinesischen Literatur, schien mir aber nur einige unvollständige Notizen von seiner Religion zu haben. Er kannte mehrere Auszüge aus der Bibel, aber mehr unter der Form einer Legende. Es sind ungefähr 250 bis 300 Juden in Tienstien. Es ist eine kleine Kapelle und ein Rabbiner in dieser Stadt. Die Gebete sind in chinesischer Sprache geschrieben und werden auch chinesisch vorgetragen. Ich habe diesen Rabbiner gesehen, der mir versicherte, daß sich in Kar-fong mehrere Israeliten befänden, welche die Kenntniß der hebräischen Schrift bewahrt hatten. Sie haben auch eine gewisse Anzahl von hebräischen Manuscripten. So giebt es auch eine sehr kleine Colonie in Han-theou, aus zwei oder drei Familien bestehend; der Aelteste erfüllt das Amt des Priesters. Ich habe nichts von ihnen erfahren können, sei es, daß sie in der That mir nichts zu sagen wußten, da sie ihre Religion in herkömmlicher, mechanischer Weise (lacon routini»'*re) ausübten, sei es, daß sie fürchteten, daß meine Nachforschungen einen ganz andern Zweck hätten als mich zu unterrichten, denn sie sind nicht immer sehr muthig und suchen meistentheils mit den Muselmännern, die sehr zahlreich und gefürchtet in China sind, verwechselt zu werden, mit denen sie auch sehr viel AehnlicheS in der äußern Form des Cultus, in der Enthaltung vom Schweinesieische u. s. w. haben. Es scheint, daß sie früher als Betheiligte an geheimen Gesellschaften, wie der des Stenuphar-Blanc, verfolgt worden sind, und daß dies der Grund ist, weshalb sie sich fetzt verbergen. Nachtrag. London, 20. November. (Jew. Chron.) Sir Moses Montefiore ist, mit Papieren vom auswärtigen Amte versehen, welche seiner Mission einen öffentlichen Charakter verleihen, und begleitet von den Herren H. Guedala, Sampson Samuel und Dr. Hodgtin, von Dover nach Calais gereist, um in Madrid Gerechtigkeit für die gefangenen Juden in Marokko zu erhalten. Von da will er nach Gibraltar gehen, wo auf Befehl des Gouverneurs eine Fregatte bereit sein wird, ihn nach Tanger zu bringer. Er wird Tetuan und womöglich Fe; besuchen, um eine Audienz beim Kaiser zu erlangen. — Der bekannte (Missionsvater) M'Kaul hier ist in diesen Tagen gestorben. Bekannt ist sein antitalmudisches Buch: OM Patlis. 49**