Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-12-01 · Heft 49 (1.12.1863) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 49 (1.12.1863)
Date
1863-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3226364-3226414--21728-3301659
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

27. Jahrgang. Allgemeine 4S. Zeitung -es IudenthumS. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 1. December 1863. Dies« Zeiruag erscheine wöchentlich einmal. Dienstag«, in 1'/» bi» 2 Bogen. Brei« de« Jahrgang« S Tblr. Halbjährig l Tblr. 15 Ngr. Vreneljäbrig 22>,r Rgr. Jmerare werben mit l ' r Ngr. für vie Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagrgebühren betragen für l Bogen 4 Tblr.. 'ür >/, Bogen 3 Thlr.. für Bogen 2 Tblr. All« Buchhandlungen. Postämter und Zeitung«. Eroeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupkervc^ dition für beide Letztere bat sich da» König!. Sachs. Haupt.Zeitung»-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Gemeinwesen und Gcmeindewesen. II. — Spenden-Liste für die Rießer - Stiftung. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: München. Dom Rhein. Preußen: Aus dem Posenschen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pesth, Wien, Pesth. Rußland: Wilna. Großbrirtannieu: London. Ostindien: Poona. China: Kiecu-Kiang. — Nachtrag: London. Leitende SlttileL Bonn, 22. November. Gemeinwesen und Gemeindewcsen. II. In einer Volks-, Stammes- und Glaubensgenossenschaft, die seit fast vier Jahrtausenden unter den wechselndsten Verhältnissen existirt, den Gang der nationalen, staatlichen und gemeindlichen Entwickelung zu beobachten, zu sehen, wie der Gemeingeist und die individuelle Selbstsucht mit einander rangen, der Corporationstrieb die mannigsaltigsten Erscheinungen hervorbrachte, ist sicherlich interessant. Iemehr wir uns gewöhnen, die Angelegenheite» uud Geschichten der Juden uicht blos auS dem eigensten Mittelpunkte derselben heraus zu betrachten, sondern sie unter den allgemeinen Gesichtspunkt alles Volkslebens und aller Bölkergeschichten zu stellen und sie von da ans zu beobachten und ihren Geist zu erkennen: desto mehr erscheint uns die Geschichte Judas als eine kleine Weltgeschichte, als ein Auszug (Epitome) der Weltgeschichte, und giebt uns einen rothen Faden für das Gesammtverständniß der menschlichen Dinge in um so willkommnerer Weise, je schwieriger es ist, den einfachen leitenden Gedanken ans dem großen Chaos der weltgeschichtlichen Begebenheiten herauszufinden und zu erkennen. Das israelitische Volk, wie uns seine Vorzeit aus der heiligen Schrift entgegentritt, ist, wie alle primitiven Nationen, aus der Familie heransgewachsen, aber seine Urgeschichten liegen so klar vor uns wie bei keiner andern Nation, so daß dieses Wachsthum aus der Familie zn Geschlechtern, aus Geschlechtern zu Stämmen, aus Stämmen;n einem Volke ganz offenkundig ist. Daß schon in Aegypten die Stammesabtheilung vorhanden war, oder vielmehr, daß die ans den zwölf Söhnen Jacobs erwachsenen Geschlechter sich auch bei weiterer Vermehrung in gesonderten Stämmen schon in Aegypten erhielten, ist aus mehreren Stellen zu entnehmen, und diese Stammesabtheilung behielt Moses bei. Das israelitische Volk wurde allerdings als eine Einheit angesehen und hieß als solche bima** nny oder in prophetischem Sinne rra, aber diese Einheit zerfiel in zwölf selbständige Stämme — denn Levy wurde staatsrechtlich als Stamm nicht gültig — jeder Stamm zerfiel in Geschlech-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.