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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-11-24 · Heft 48 (24.11.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 48 (24.11.1863)
Date
1863-11-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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87. Jahrgang. Allgemeine 48. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner JDr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 24. November 1863. Dirse Zeitung erscheint wöchentlich «innial. Dienstags, in l1/* bis 2 Bogen. Preis de« Jahrgang» 3 Thlr. Halbjäkrig t Tblr. 15 Skgr. Bierteljahriz 22'/, Rgr. Juicrrle werken mir lNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berecbnet. Beilagegedübrcn betragen für 1 Dogen 4 Tblr., für V, Logen 3 Thlr.. für V« Bogen 2 Tblr. Alle Buchbandlonge». Postämter und ZeirungS. Erveditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpr. ditioa für beide Letztere bat sich da» Nönrgl. Sachs. Haupt-Zeitung».Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Der Congreß. — Die englische Judcnbckehrnngsgesellschaft. — Die religiöse Frage in der Gegenwart. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Baden, Aus Würtembcrg, Aus Bayern. Preußen: Frankfurt a/O., Freicnwalde a/O., Jastrcw. Oesterreichs scher Kaiserstaat: Wien, Aus Galizien, Wien. Frankreich: Bonn. Italien: Ferrara. Marokko: London. Leitende Artikel. Bonn, 15. November. Der «Longreß. Unsere Zeitung macht den Anspruch, die Menschheit auf ihrem großen Gange in der religiös-sittlichen Entwickelung zu begleiten, und je weniger sie es mit den politischen Tagesereignissen zu thun hat, desto wichtiger sind ihr die großen Offenbarnugea des Fortschritts in der allgemeinen sittlichen Cnltur. Die vor wenigen Tagen veröffentlichte französische Thronrede erklärt es für ein unabweisbares Bedürfniß, daß die europäischen Staaten zn einem Congreffe zusammentreten, um die großen obschwebendeu politischen und nationalen Fragen in friedlicher Weise zu lösen, dem unerträglich werdenden Zustande eines bewaffneten Friedens, der die Kräfte der Nationen und ihre besten Hilfsmittel ganz nutzlos erschöpft, ein Ende zn machen und fortan die Lösung aller Verwickelungen nicht mehr aus der Spitze des Schwertes beruhen zu lassen. Es ist nicht unsere Sache, die Motive des ftanzösischen Kaisers zu untersuchen, zu ftagen, ob er mit dieser energischen Erklärung nur aus den Verlegenheiten, welche die politische Lage ihm bereitete, io geschickter Weise herauskommen und sein Volk beschwichtigen wollte; zu fragen, ob er es auftichtig damit meine, ob doch nur ehrgeizige Triebfedern zu Grunde liegen oder nicht. Selbst die Frage interessirt uns hier nicht, ob, wenn der Congreß jetzt zu Stande kommt, ein wirklicher Frieden daraus hervorgehen oder doch erst recht ein Krieg daraus entspringen werde — da sicherlich ein Krieg doch nur schließlich zu einem Congreffe führen kann und die europäische Entwickelung unumgänglich auf einen solchen Areopag hiudrangt, der ftüher oder später instituirt werden muß. Wir glauben zu einer solchen Aeußeruug in diesem Augenblicke persönlich berechtigt zu sein, indem wir schon 1859 in der zweiten Vorlesung „lieber die Resultate in der Weltgeschichte" (Baumgartner, 1860) Seite 53 uns folgendermaßen aussprachen: „In der Fortentwickelung des politischen Princips der neuern Zeit ist nun aber eine Erscheinung nicht zu übersehen, welche für jene das bedeutendste Zeugniß giebt: es ist die der europäischen Cougresse und Conferenzen. Hervorgegangen mit dem „Wiener Congreß" aus der

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