Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1863)
- Date
- 1863-11-10
- Page
- Seite 710 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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710 Der weinend seine Saat bestellte, er kommt mit Jubelgesang und tragt seine Garben heim. (Psalm.) Als Der Erschaffende den Menschen in die Sterblichkeit verwies, schloß sic (die iumft) allein mit dem Verbannten sich ein. Bezaleel, der Sohn Uris, in dessen Seele Gott selber die Kunstweisheit gelegt hat. (Pentateuch.) Aber frei von jeder Zeitgcwalt, Oie Gespielin seliger Naturen, VlanLctt oben in des Lichtes Llurcn, Göttlich unter Göttern, die Gestalt. Beim Erwachen werde ich mich sättigen im Anblick deiner (Gottes) Gestalt. (Psalm.) Die Gestalt Gottes, der Zielpunkt meiner Augen. (An'im Semiroth.) Äus des Glaubens Sonncnbcrgc Sicht man ihre Lahne wchn. Ich bin ersrcut ob deiner Zusage, als hätte ich großen Gewinn erlangt. (Psalm.) Dieses Glas dem guten Geist Ucbcr Stcrncnhöh'n dort oben. Ich erhebe Len Kelch des Sieges und rufe deinen Namen an. (Psalm.) Ocn des Seraphs Hymne preist, Den der Sonnen Vlirbct loben. Einer ruft dem andern zu: Heilig u. s. w. (Jesaias.) Lobet ihn, Sonn' und Mond, ihr Lichtsterne alle. (Psalm.) So lang er glaubt, daß dem irdischen Verstand die Wahrheit je wird erscheinen. Doch die Weisheit, wo wird sie gefunden? (Hiob.) Lein Todtcr kam aus feiner Gruft gestiegen. Im Tode ist kein Denken mehr an dich, in der Gruft, wer danket dir da? (Psalm.) Und fest vertrant' ich aus den Göttcrschwur. Du bist zuverlässig, daß du Todte wieder beleben wirst. (Alltagsgebet.) Dem Menschen ist nimmer sein Vierth geraubt, So lang er noch an die drei Worte glaubt. Abraham vertraute dem Herrn, und dies ward ihm von demselben zur Tugend angercchnet. (Pentateuch.) Gin Gott ist, ein heiliger Wille lcbl. Ich, ich bin der Erste und werde auch bei den Letzten sein. (Jesaias.) Vesser ills, ihr fallt in Gottes Land Als in der Menschen. (Tell.) Laß mich lieber in Gottes Hand fallen, dessen Erbarmen groß ist, als in Menschenhände. (2 Samuel.) Wenn unerträglich wird die Last, dann greift der Mensch hinauf getrosten Muthcs zu dem Himmel und holt herunter feine ewigen Rechte, die droben hangen unveräußerlich. Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich herausgezogcn hat aus Egypten. (Pentateuch.) Entlasse mein Volk, daß sie mir dienen. (Pentateuch.) Ls soll der Dichter bei dem Lönig wohnen. Das Wort Moschel (bxsra) bezeichnet auS diesem Grunde beide. ll. Literarischer Wochenbericht. Buchau, 19. October. Vom Rabbiner Seligsberg er in Fellheim (Bayern) ist nunmehr auch der 3. Theil seines hebräisch geschriebenen Werkes: rmn -.irr erschienen, von dem der 1. Theil die Wochenabschnitte, der 2. die fünf Megilloth und der 3. die Haphthoroth erklärt. Bei dem gänzlichen Mangel an derartigen, in leichtsaßlicher und für die Gemeinden jetziger Zeit berechneten Sprachweise geschriebenen Büchern, die ganz besonders zu össentlichen Lehrvorträgen in rrnnn oder in Trauerhäusern sich eignen, kann des Verfassers Gewandtheit im Ausdrucke und unermüdeter Eifer im Abfassen solcher Werke nicht genug anerkannt werden, und ist es sehr zu wünschen, daß in jeder Gemeinde dafür gesorgt werde, diesen Commentar in die Hände aller derer zu bringen, die noch Sinn für religiös-moralische Vorträge haben. W. Bonn, 22. October. Wir machen unsere Leser ganz besonders auf folgende tressliche Predigt aufmerksam: „Die Grundlehren des Judenthums und die Naturwissenschaft. Predigt, gehalten am Vorabend des Versöhnungsfestes (22. Septbr.) von Rabbiner Dr. Treuenfcls. Stettin, 1563." Tie Predigt ist unter ganz eigcnthümlichen Umständen gehalten, und wenn sie auch, wie es in der Natur der Sache liegt, den großen und bedeutungsvollen Gegenstand nicht erschöpft, so hat sie doch einige glückliche Momente. Um uns nicht zu wiederholen, verweisen wir aus das „Jüdische Bolksblatt", wo wir Auszüge aus der Predigt geben. — Eine Pfingftcnpredigt, gehalten am 24. Mai 1503 von Dr. L. Herzfelb, braunschweigischem Landesrabbiner. Leipzig, 1563. Ter verehrte Redner hat eine eigenthümliche Predigtweise.