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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-11-03 · Heft 45 (3.11.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 45 (3.11.1863)
Date
1863-11-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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27. Jahrgang JW 45. Allgemeine Zeitung des Judcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 3. November 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag«, in l*/a bis 2 Bogen. Preis de« AabrzangS 3 Tblr. Haldjäbrig 1 Tblr. 15 Skgr. Lierteljäbrig 22* a Rgr. Inserate werden mir 1' r Ngr. sür die Petikzeile oder deren Raum derccdnet. Beilagegebübren betragen für I Bogen 4 Tblr., für lli Bogen 3 Thlr., für lU Bogen 2 Tblr. Alle Buchbandlungen, Postämter und ZeikunzS-Ervediiionen nebmen Bestellungen au; der Hauxtexpe» dition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zum 18. Oktober 1863. — Zum Geburtslage Schiller s (10. November). — Die Verhandlungen über die Zulassung von Juden zum Notariat im österreichischen Herrenhause am 14. Octcber. (Schluß.) — Die israelitische Bibelanstalt. — Zur Würdigung des bayerischen Ministcrialrcscripts vom 25. Juni d. I. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a M. Preußen: Düsseldorf, Bonn. Oefierreichischer Kaiserstaat: Wien, Krakau, Wien, Troppau. Schwei;: Aus dem Aargau. Rußland: Posen. Nordamerika: New-Dork. Marokko: Tanger. Leitende Artikel. Bona, 25. October. Zum 18. October 1863. Gewohnt, daß alle Nationalfeste in dem Herzen unserer Glaubensgenossen den vollsten Wiederhaü finden und daß diese niemals in der Bethätigung ihrer Theilnahme irgend jemandem nachstehen, halten wir es stets für kein Bedürfnis vor solchen Tagen das Interesse dafür auch unsererseits avzuregen und nach denselben über die Kundthuungen seitens unserer Glaubensgenossen besonders zu berichten. Daß daher der fünfzigste Erinnerungstag an die Schlacht bei Leipzig auch in allen jüdischen Gotteshäusern begangen und an allen Orter:, wo Festlichkeiten stattsanden, die Juden ihren vollen AntheU nahmen, versteht sich von selbst. Auch von den jüdischen Kanzeln ertönte das lebendige Wort der Erinnerung an die Großthaten der Väter und des Dankes für den Lenker der Schlachten, den Spender des Sieges. Daß wir aber nun, nachdem die Klange des Festes verhallt stnd, doch noch das Wort darüber ergreifen, hat sein besonderes Motiv. Die jüdische Religion, so sehr gerade sie der gerechten und schuldlosen Freude einen ungestörten Spielraum läßt, ja schon von der Thora her*) dazu aufsordert, hat doch das Eigenthümliche, gerade Jahresfeier und Erinnerungsseste nicht blos für den Jubel sondern auch für ernste Betrachtung, für nachhaltige Prüfung bestimmt und ihnen diesen Inhalt und Zweck gegeben zu haben **). Und wer möchte verkennen, daß gerade das zu besprechende Fest vom aufrichtigen Patrioten nur mit einem getheilten Herzen begangen werden konnte? Sehen wir von allen politischen Parteistandpunkten ab, so muß sich doch ein jeder sagen, daß das deutsche Vaterland, ja daß ganz Europa gegenwärtig in ei- *) S. 5 Mos. 12, 18. 14, 26. 16, 11. und an vielen Stellen. Und so schildern auch die Propheten das Glück der messianischen Zeit oft genug als mit Reigen und Tänzen, mit Gesang und Spiel gefeiert. **) Das Juventhum machte das „Neujahr" zu einem ernsten, inhaltreichen, wahrhaft religiösen Feste, zu einem Feste der Selbsterkenntniß und Selbstprüfuug, an welchem der Gedanke an das Gericht Gottes so recht ins Bewußtsein gerufen werden sollte.

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