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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-10-13 · Heft 42 (13.10.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 42 (13.10.1863)
Date
1863-10-13
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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zum Zweck vorschütze, daß „meine Rciscskizzen theils von reisenden Geschäftsleuten theils aus bekannten Relationen zusammengeftcllt seien". Eine Kritik meiner Werke, und wäre sie noch so tadelnd und scharf, lasse ich mir gerne gefallen — ist sie gerecht, so bin ich für ihre Strenge dankbar. Ich bin nicht so eingebildet, mich für unfehlbar zu halten. Herr Kirchheim aber übt keine Kritik, Herr Kirchheim schmäht auf Kosten der Wahrhcir, und von böswilligen Schmähungen wendet sich jeder Ehrenmann mit sittlicher Entrüstung ab. Herr Kirchheim will dem Publikum einredcn, ich habe die 10 Stämme in Amerika zu finden geglaubt. Auch dieses erkläre ich als unwahr. Mein „Drei Jahre in Amerika" widerspricht dem geradezu. Wenn der geehrte Herr ferner so dreist ist, zu schreiben, daß „die unabhängigen, nicht erkauften und nicht von dem orthodoren Aushängeschild verlockten Männer gegen mein Treiben das Wort ergriffen haben", -— so verweise ich auf die schon angeführten Aussprüche der berühmtesten Gelehrten, verweise namentlich noch auf die Aufgaben, die mir zu meinen ferneren beabsichtigten Reisen von Munk, Gvldbcrg, Derenbourg, Landau, Jost, Geiger, Magnus, Stenglcr, Schmölder, Gosche gestellt sind und die in „Acht Jahre in Asien und Afrika" abgcdruckt sind. Männer, die mich mit Lösung wissenschaftlicher Aufgaben betrauen, müssen doch wohl meinem Streben einige Anerkennung zollen, und ich glaube, die Namen, die ich genannt, haben einen besseren Klang als Herrn Kirchhcim's. Wagt derselbe gegen diese Männer die Insinuation der Käustichkeit, der Abhängigkeit, der durch „das orthodoxe Aushängeschild" vcranlaßten Befangenheit?? Herr Kirchheim führt auch an, ich hätte meinen Zweck dadurch gefördert, daß ich in Paris mir „die Aufnahme in den Freimaurerorden für l OO Frcs. erkauft habe". Der Herr scheint ganz eigcnthümliche Begriffe von dem Freimaurerorden zu haben, Begriffe, die man von einem mit so vieler Süffisance auftretcndcn Journalisten kaum annehmen sollte! HerrKirchhcim ist noch so „wissenschaftlich", über mein Werk „Drei Jahre in Amerika" ein absprechendes Urtheil zu fällen, obgleich er dasselbe nach seinem eigenen Geständnisse noch gar nicht gelesen hat! Die Allg. Ztg. d. Jdths. hat in ihrer Nummer 23 d. I. bereits berichtet , daß mir für dasselbe die hohe Auszeichnung eines verbindlichen Handschreibens des Königs von Schweden und dessen Verleihung der goldenen Medaille für Wissenschaft nnd Kunst zu Thcil geworden. Das Werk hat auch in verschiedenen Organen bereits eine günstige Beurtheilmzg erfahren. Ich bemerke noch, daß mein Streben wie von anerkannten christlichen Gelehrten so auch von Männern des jüdischen Glaubens vielfach gefördert ist. Diese gehören sowohl der orthodoxen wie der Reform-Partei an. Man hat mich aber nicht nach meiner religiösen Ueberzeugung gefragt, sondern mein Streben als ein wissenschaftliches, als ein die jüdische Gcsammthcit interesfircndes überall aufgefaßt. Wem Herr Kirchheim mehr geschadet, mir oder sich selbst, — das will ich in Ruhe abwarten. Hannover, 16. September 1863. 3. 3. Benjamin II. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.

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