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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-09-22 · Heft 39 (22.9.1863) · p. Seite 598

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 39 (22.9.1863)
Date
1863-09-22
Page
Seite 598 (sequence 6)
Language
German
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598 Als „Wurzeln", denen die rir^an entsprießen solle, stellt Herr Back (ganz so wie Silbermanns „Hammagid") oibcm riarrn, „Wahrheit und Frieden" hin. Von ersterer soll niemals um ein Haar breit abgewichen, letzterer (als eben so werth und wichtig) bei keiner Gelegenheit aus dem Auge gelaffen — und endlich alles „Persönliche" stets strengstens vermieden werden. Auf dieses (die Stelle des Leitartikels vertretende) „Programm" folgt ein ziemlich langer Bericht, enthaltend eine Schilderung der örtlichen Lage Jerusalems und seiner nächsten Umgebung. Abweichend von so manchen Geographen wird hier der Oelberg als 2,555, der Moriah als 2,280 und der Zion als 2,38l Fuß über dem Wasserspiegel liegend angegeben. Sonst ist alles genau und präcis dargestellt. Höchst interessant ist die (unter dem Specialtitel wnpan nnpr: gegebene) Beschreibung des Ortes, wo ehedem das „Heiligthum" gestanden. Die nunmehr hier befindlichen Gebäude Al Sabra*) -,arr) rrsp) und Al Achsa**) (nrsn ms) werden — mit ihren Kuppeln, Säulengängen, Vorhallen, Thuren, Thoren und Fenstern — aufs genaueste beschrieben und zum Schluffe auch der speerbewaffneten Türken gedacht, welche tags und nachts jedem Fremden den Zutritt zu diesen geweihten Orten verwehren. — Unter der Überschrift o^Vovv mäJ372 wird der Stadt Jerusalem noch eine besondere Besprechung gewidmet und dargethan, wie eben diese Stadt — bei all den Veränderungen, die sie seit ihrer Gründung erfahren, und bei all den Leiden und Schicksalen, von denen sie betroffen worden, — stets eine heilige, Gott geweihte und von Gott ganz besonders „beachtete" Stätte geblieben, welche nie ausgehört, auf die in noch so weiter Ferne Weilenden eine derartig starke Anziehungskraft auszuüben, daß sie um ihretwillen die schwersten Opfer bringen und gern und freudig verlassen, was ihnen daheim noch so lieb und theuer war. — Jerusalem, vor 60 Jahren noch eine Stätte wüster Trümmer, Stein- und Schutthaufen, sei jetzt eine schöne Stadt (-st rib^bs N">?) geworden, in ihrer Mitte bereits 30,000 Seelen bergend, ***) außer den zahllosen Wallfahrern, die ihr alljährlich aus allen Enden der Welt zupilgern. — Unter bs ma folgen höchst interessante Notizen über die in Jerusalem vorhandenen *) 2m Jahre d. W. 5397 (d. i. 637 n. Ehr.) durch Omer ben Kataf erbaut. **) Gewöhnlich rtoba opna genannt. ***) Äst diese Zahl nicht viel zu hoch gegriffen? jüdischen Gemeinden und deren öffentliche Gebäude, wie da sind: Synagogen, Lehrhäuser für Erwachsene, Unterrichtsanstalten für Kinder, Badehäuser u. s. w. *) — Ein nun folgender Artikel yy ist Männern gewidmet, welche durch Gründung von Lehr- und andern Anstalten sich um das Gemeinwohl ganz besonders verdien: gemacht haben.**)— Der beschreibende Theil der Nummer ist hiermit zu Ende, und es folgt nunmehr der anzeigende resp. Neues verkündende. Wir erfahren indessen diesmal nichts weiter, als daß im Monat Thamus d. I. zur Berathung gemeinsamer Angelegenheiten im Beth Hamidrasch yna:“nro zu Jerusalem eine große Rabbiner Versammlung stattgefnnden;***) daß am 12. Ab (28. Juli) ein neues, keinen Stand und keine Volksklasse verschonendes Militäraushebungsgesetz aus Konstantinopel in Jerusalems, eingetroffen; und endlich, daß der sehr gelehrte und fromme Rabbi Äessel, im vorigen Jahre erst aus Rußland in Jerusalem eingewandert, kürzlich seinen Brütern durch den Tod entrissen und von ihnen allgemein beweint und betrauert worden. — Den Schluß des Ganzen bildet ein unter dem Titel ttt bas gegebener Auszug aus einer Grabrede auf den feel. Rabbi M. W. Etting, erklärend eine schwierige Midrasch-Rabbah-Stelle, die mit einigen auf Unsterblichkeit und ewige Vergeltung Bezug habenden Psalmversen sich beschäftigt. — Die nbxan hat das jesaitische Wort naa ^pn-s) a^bd'-irvTwra “Vip zum Motto erwählt. Sie soll ein- oder zweimal monatlich erscheinen. Das Abonnement ist, wie bei Halbanon, auf 19 Sgr. vierteljährlich für Preußen und Deutschland festgesetzt. Die Ausstattung ist gut. Der Stil ist besser als im -,i:ab kann sich aber unfern hebräischen Blättern -mzrt und bmsn doch noch lange nicht an die Seite stellen. Auf- *) Der von europäischen Wohlthäteru (wie Montefiore, Rothschild, Albert Cohn rc.) in Jerusalem gegründeten Institute ist hier mit keiner Silbe gedacht. Einige Worte nur sind Hrn. Akiba Lehren aus Amsterdam und seinem Beth Ha-Midrasch gewidmet. **) Namentlich ist hier eine Familie yn:?*' hervorragend, und unter den Lehranstalten eine, welche da, wo ehedem das Haus von vonn -an gestanden, erbaut worden. ***) Von den Teilnehmern sind sechs namentlich benannt, — lauter Rabbiom, die aus Rußland und Polen nach Palästina übergesiedelr. f) Jes. 40, 9.

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