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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-09-22 · Heft 39 (22.9.1863) · p. Seite 596

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 39 (22.9.1863)
Date
1863-09-22
Page
Seite 596 (sequence 4)
Language
German
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596 sich immer schwieriger ein Verleger fand, der in der Regel die Fortsetzung eines größeren Werkes verweigerte. Insbesondere lag und liegt nun dieser Gedanke „dem Institute zur Förderung der israelitischen Literatur" zu Grunde und fand in demselben die bewährteste Bethätigung. Es war und ist ein unerhörtes Beispiel, daß ein jüdisches Buch sofort bei dem Erscheinen in die Hände von mehr als 3000 Besitzern komme, von denen jeder doch wieder eine größere Anzahl Leser repräsentirt; es war unerhört, daß dem jüdischen Autor von vornherein auch ein guter finanzieller Lohn geboten war; es war unerhört, daß jedem Juden, der Geist und Geschick dazu hatte, eine Arena eröffnet war, auf welcher er mit einem Werke sich einen großen Namen und ein wesentliches Verdienst zu erwerben vermochte, und daß dabei immer noch einige Mittel übrig blieben, Schriftwerken eine Uebersetzung zukommen zu lassen, welche, weil für einen geringern Kreis befähigt, ohne jene nicht erscheinen konnten. Diese Ziele hat das Institut, selbst bei dem verhältnißmäßig »och immer begrenzten Umfange, wohl erreicht, und seine Lebensdauer und die schöne Reihe tüchtiger Werke, die es bereits geliefert und die es für die Zukunft noch in Aussicht stellt, beweisen, wie richtig der ihm einwohuende Gedanke und die ihm bis jetzt gewordene Ausführung sei, und brachen den tadelsüchtigeu Gegnern die Spitze ab. Allerdings wissen auch wir, daß bei einem jährlich sich wiederholenden Unternehmen Mißgriffe nicht ganz ausbleiben können, daß sich da öfter zu Bestem und Trefflichstem auch Mittelmäßiges gesellt; das Zeugniß aber wird man den Leitern nicht versagen, und das Publikum entscheidet ja in letzter Instanz hierüber, daß es die Leiter des Instituts an gewissenhafter Prüfung und an Umschau nach allen Bedürfnissen und Richtungen hin nicht fehlen lassen. Wir wollen hierbei nicht unterlassen, dem Publikum abermals in Erinnerung und zur Erwägung zu bringen, daß die Leiter wohl im allgemeinen für die Wahl der Schriften einstehen und daß allerdings sie die Schuld träfe, wenn sie verfehlte und schädliche Schriften ins Publikum brachten; daß sie aber im einzelnen für alle von dem Autor vorgetragenen Meinungen, Ansichten und Berichte durchaus nicht verantwortlich sind; daß sie ihre persönliche Stellung und eigenen Ansichten mit der Herausgabe eines Werkes durch das Institut durchaus nicht aufgeben und sich damit etwa identificiren. Dafür steht jeder Autor selbst eiu. Es wird sich kein Autor von Verdienst und Selbstgefühl unserer Censur im einzelnen unterwerfen. Es würde eine gefährliche Beschränkung der Freiheit sein, wenn wir einen jeden Schriftsteller zwingen wollten, nur das zu sagen, was wir, die Leiter, selbst meinen, und diese Unfreiheit würde nicht allein unjüdisch sein, sondern auch dem Institute einen baldigen Tod herbeiführen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß wir auf diese Auffassung nachdrücklich halten müssen. Wenn wir also einerseits dem Publikum unfern aufrichtigen Dank für das Vertrauen sagen müssen, mit dem es uns Jahr für Jahr beehrt: so müssen wir andererseits unsere Aufforderung immer wiederholen, daß es die Pflicht eines jeden einsichtsvollen Israeliten, insonders derer sei, die an der Spitze der Gemeinde stehen, seien es Vorsteher, Rabbiner oder Lehrer, sich die Verbreitung und Erweiterung des Institutes angelegen sein zu lassen, da durch die wachsende Vergrößerung seiner Abonnentenzahl nicht blos seine Wirksamkeit immer mehr ins Große gebracht und sein eigentliches Ziel erreicht wird, sondern auch seine Mittel vergrößert werden und es die Möglichkeit erlangt, immer bedeutendere und umfassendere Leistungen ins Leben zu rufen. Jetzt sehen sich die Leiter oft genug in die traurige Nothwendigkeit versetzt, wenn großartige Unternehmungen an dieselben herautreten, zu sagen: dies übersteigt die Mittel des Instituts. Würde sich die Abonnentenzahl nur verdoppeln oder gar verdreifachen: welche großartige Perspective würde sich unserer Literatur eröffnen! Mit dem Isten October schließt unser Abonnementstermin; mit dem 1 ften October gehen aber auch die Manuscripte für dieses 9te Jahr in die Druckerei, und wir halten uns für berechtigt anzunehmen, daß wir auch diesmal willkommene Gaben und fördernde Schriftwerke dem Publikum zu übergeben haben.*) *) Wir nehmen Gelegenheit, auf viele uns zugekommene Anftagen zu bemerken, daß unser für dieses Jahr zu noch 5 anderen Schriften mit-bestimmte Gebetbuch vollständig auf einmal gegeben wird. 0r. I.. Ph.

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