Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 39 (22.9.1863)
- Date
- 1863-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Jahrgang. StlljJCfflCittC 39^ Zeitung -es Zudeuthurns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 22. September 1863. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstag», iu 1V, bi» 2 Bogen. Prei» de« Jahrgang« 2 Tblr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22 Vi Rgr. Inserate werden mit 1>/r Rgr. für Die Petiizeile oder Deren Rau« berechnet. Beilagegebübrcn betragen für 1 Bozen 4 Thlr., für */* Bogen 3 Thlr.. für V« Bogen 2 Tblr. Alle Bnchhanvlungen. Doüämler und Zeilung«.Erneditionen ncbmen Bestellungen an; Der Hauptexpevition für beive Letztere hat sich da« König!. Sächs. Haupt.Zeitung«. Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. — Spenden-Liste für die Rießer-Stiftung. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Hermannstadt, Pest^ Aus Steiermark. Carlsbad. Rußland: Don der russischen Grenze, Odessa. Arabien: Ans Jemen. Leitende Artikel. Bonn, 13. September. Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Mit dem Ifien October tritt der Schlußtermin zum Abonnement für das nennte Jahr (1. Mai 1863 bis 1. Mai 1864) ein, und bereits seit Wochen laugen täglich die Namenlisten der Abonnenten seitens der Agenten bei uns an. Ans fast allen Orten, aus welchen bis heute diese Anmeldungen eingegangen, zeigt sich eine geringere oder größere Vermehrung, so daß sich voraussichtlich für dieses Jahr eine Vergrößernng der Betheiligung erwarten läßt. Wir können nämlich, wenn wir die Listen der verflossenen Jahre des Instituts dnrchmustern, bemerken, daß circa 2500 Abonnenten von Beginn an dem Institute treu geblieben, und daß die übrige Zahl von 5 — 6 oder 7 hundert auf Abgang und Zugang kommt. Es ergiebt fich hieraus, daß daS Institut, wo es einmal Raum gewonnen, auch feste Wurzeln schlagt und so in sich die Bürgschaft des Bestandes trägt, daß wir also das große Publikum durchaus nicht aufchuldigen dürfen, durch seine Gleichgültigkeit und Stumpfheit die angemessenen Mittel zurückzuweisen, wirkungsreiche Anstalten zerfallen zu lassen. Vielmehr haben viele Fälle uns in schlagendster Weise bewiesen, daß es lediglich darauf ankomme, ob an irgend einem Platze sich ein Mann finde, der sich der Sache in thatiger Weise annehme, um glänzende Erfolge zu erlangen. Wir haben erst in diesem Jahre UeberraschendeS erlebt. Ein jüdischer Arzt in einem ungarischen Städtchen, wo wir bisher 4 Abonnenten gehabt, bemüht sich für unsere Sache und gewinnt binnen 8 Tagen 50 Theilnehmer. In einer andern Stadt, wo bis jetzt drei Exemplare bezogen wurden, übernimmt der intelligente Cantor eine Agentur und diese besaßt bereits 34 Abonnenten. Nach einer kleinen westphälischen Stadt, die nur 2 Theilnehmer zählte, kommt ein neuer, thatkrästiger Lehrer und hat diesmal 22 Abonnenten gesammelt. Bei solchen Thatsachen wird unser schon mehrmals geäußerter Ausspruch, daß es durchaus nichts Schwieriges wäre, daß das Institut zehn- oder fünfzehntausend Theilnehmer hätte, wenn sich überall thatkräftige Annehmer fsuden.